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......... was Pilger unterwegs alles erleben |
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Via
Jacobi |
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Via
Jacobi, Wandern auf dem Jakobsweg! |
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Das Wort Wandern habe
ich bewusst in der Überschrift gewählt, denn ein Pilger möchte ich erst
noch werden. Der Weg ist das Ziel, heißt es beim Alpenverein. So
habe ich alle meine Bergtouren verstanden. War die Tour zu Ende, sagte
man: „Schade, es ist vorbei“ Der Pilger sagt: Der Weg hat ein
Ziel – ein Leben lang! Es ist nie zu spät, auch wenn man so wie ich
Jahrgang 39 ist.
Von Karlsruhe aus fuhr ich 2009 mit dem Zug nach Konstanz und machte
mich auf den „Schwabenweg“. Im Münster zu Konstanz hält eine alte
Jakobusstatue Pilgerstäbe und Pilgertaschen bereit. In der heutigen Zeit
trägt man Trekkingrucksäcke und Teleskopwanderstöcke und das bedeutet
viel Gewicht.
1.Tag: Nach einem kleinen Altstadtbummel in Konstanz
und einem Kurzbesuch im Hus-Museum lenkte ich meine Schritte in die
Schweiz. Über sonnige Wiesen und durch schattige Wälder ging es auf gut
beschildertem Weg in das hügelige Thurgau auf der Via Jacobi gen Süden. Mit der ersten
Etappe von nur 15 km konnte ich einen kleinen „Gang“ einlegen, die
Umwelt aufnehmen und mich über die schöne Landschaft erfreuen.
Bald erreichte ich die
St. Jakobskirche (14 Jh.) in Märstätten. In der Pilgerherberge wurde ich
freundlich aufgenommen und mit dem Supermarkt gleich nebenan konnte ich
mich gut selbst versorgen. So ließ ich den ersten Tag gemütlich in
„meiner“
Herberge, ich war der einzigste Gast, ausklingen.
2.Tag: Bei strahlendem Sonnenschein folgte ich am frühen Morgen
den Jakobsspuren. Meist führte der Weg über offenes Gelände mit weiter
Sicht. 26 km wollten heute bewältigt werden. Mit einem strammen Tempo
und kurzen Pausen kam ich gut voran. Ein Schild am Wegesrand gab den
Kilometerstand an: Nach Konstanz 20 km und nach Santiago de Compostela
nur noch 2350 km! Der Wanderführer und die Wanderkarten (vom Internet
heruntergeladen)
von der Via
Jacobi Nr.4 verschaffte mir immer einen guten Überblick. Natürlich blieb
noch Zeit für die kleinen Kapellen in Kaltenbrunnen und St. Margarethen.
Bei 25°C kam mir das Freibad in Münchwilen gerade für eine Abkühlung
recht, Pilger hatten hier freien Eintritt. Weiter der Murg folgend
gelangte ich nach Fischingen zum Benediktinerkloster und konnte dort
Quartier nehmen. Nach der Anmeldung an der Pforte wurde ich durch lange
Gänge an vielen Türen vorbei zu meiner Zelle geführt. Schwer öffnete
sich die massive Holztür und ich betrag einen hohen Raum, den
Schlafsaal. Wieder war ich der einzigste Gast. Das Abendessen war
hervorragend. Leider war es für eine Klosterbesichtigung zu spät,
diese
holte ich am nächsten Tag nach. Nach dem Abendessen vertrieb ich mir in
meiner „Zelle“ mit reichlicher Lektüre über das Klosterleben den Abend.
Ob ich wohl zum Stundengebet geweckt werde? Es blieb ruhig!
3.Tag: Heute stand eine Herausforderung (9 Stunden Gehzeit) von
32 km und über 1000 Hm im Aufstieg an, deshalb war ich auch der Erste
beim Frühstückbüfett. Es mangelte an nichts, das Früchtebrot vom Kloster
Fischingen ist eine köstliche Spezialität. Mit gut
gefülltem
Bauch hatte ich genug Energie getankt. Am Kirchlein St. Anna und am
Bildstock der Heiligen Idda vorbei folgte der Aufstieg zum Hörnli. So
steil wie es aufwärts ging, senkte sich der Pfad auch wieder ins Tal
nach Steg. Meine Wanderstöcke waren
dabei eine große Stütze. Kaum unten angekommen, musste ich meinen
Regenkleidung auspacken. Pilger haben zwar Zeit, doch sie wollen auch
ans Ziel ankommen, was heute ganz besonders galt. Endlich zeigte sich am
Horizont der Zürichsee und ich tauchte in das Häusermeer von
Rapperswil ein. Um 18 Uhr stand ich vor der Klosterpforte des
Kapuzinerklosters. Doch oh Schreck, hier war zu lesen:
Öffnungszeiten bis 17:30 Uhr, die Pforte ist geschlossen – wir sind beim
Gebet und beim Essen! Was nun,
ich müder Pilger? Hatte mir der Klosterbruder Paul doch geschrieben:
Reserviert wird nicht, aber Übernachtung ist möglich. Vom Torschluss
17:30 wusste ich nichts. Da half mir die Jugendherberge aus, die ich
gerade noch um 18:30 Uhr zum Abendessen erreichte. Mit meinen
„Zimmerkollegen“, einem Engländer und einem
Franzosen,
fand ein reger Austausch statt. Trotzdem schlenderte ich am Abend noch
zum Zürichsee und genoss die Stille am See.
4.Tag: Zum Glück standen heute nur 16 km auf der Etappe. Vom
Marktplatz Rapperswil aus bummelte ich zum See und über den Holzsteg,
dessen Geschichte bis 1500 v. Chr. zurückreicht. Beim Aufstieg (600 Hm
am Stück) zum Etzelpass kam ich mit „Bruder“ Leo ins Gespräch und wir
plauderten lange über das Pilgern, es war für mich sehr interessant. An
der St. Meinradskapelle hatte ich die Höhe geschafft. Nach der „Tüfelsbrugg“
zog der Jakobsweg einen letzten Buckel hinauf und das weitläufige
Kloster Einsiedeln lag zum Greifen nahe. Die Schweizer Bergwelt
begrenzte den Horizont. Der erste Eindruck in der prachtvollen
Klosterkirche und der Gnadenkapelle ist überwältigend, es zwingt
förmlich zur Ruhe und
zum Innehalten. Während der Messe schritten die Mönche mit
Gesang zur Schwarzen Madonna in die Gnadenkapelle. An der Klosterpforte
holte ich mir den Pilgerstempel ab und suchte mein Quartier im
Schweizer Jugend- und
Bildungszentrum in der Nähe auf, wo Pilger gerne gesehen
werden. Essen und Übernachten kann man hier günstig. Später spazierte
ich nochmals durch die Altstadt und zum Kloster Einsiedeln.
5.Tag: Wieder stand ich als Erster am reichlichen
Frühstückbüfett. Hier möchte ich einmal das ausgiebige Schweizer
Frühstück, immer mit Müsli und leckeren Käse, loben. Am Frauenkloster Au
vorbei zog sich
der
Weg ins Tal dahin. Ein steiler Bergwanderweg zum Haggenegg hinauf trieb
Schweiß auf die Stirne, wobei mir die beiden Pilger Felix und Bruno mit
Unterhaltung die Zeit zum Pass verkürzten. Erdverbunden leben und
himmelwärts schauen, fest verwurzelt und für alles offen sein, sagen die
Pilger. Erdverbunden heißt für mich das Vesper aus dem Rucksack
verzehren und dazu Wasser trinken. Beim Abstieg ließ man die Pyramiden
des Klein- und Groß-Mythen links liegen und gelangte nach Schwyz. Kaum
schlenderte ich durch eine Gasse mit der Aufschrift: Gässli Fäscht,
schon wurde ich gratis zum Käskuchen und Getränk eingeladen. Am
malerischen Hauptplatz fragte ich eine Frau nach dem Gemälden am Rathaus
und erlebte eine Schweizer „Geschichtsstunde“. Neugierig geworden
streifte ich durch das Museum der Schweizer Geschichte und besuchte das
Bundesbriefmuseum, wo der „Rütlischwur“ von 1291 aufbewahrt wird. Nach
einer Wegstunde betrat ich in Brunnen das Strohlager beim Bauern.
Außer mir übernachteten hier nur zwei Frauen. So hatten wir
genügend Platz in der Scheune. Wir saßen gemeinsam am
Tisch, tranken Wein, sangen Lieder („Im Chaltbad, da chert men i, trinkt
es Tröpfli chüele Wy...“) und beschlossen den Abend mit Qi-Gong-Übungen.
Als ich im Stroh lag, fiel mir der Pilgersatz ein: Wer wenig bedarf,
kommt nicht in die Lage, auf vieles verzichten zu müssen.
6.Tag: Behaglich lag ich im weichen Stroh und hörte Tropfen auf
das Dach trommeln. Oje – das wird sicher ein nasser Tag werden! Trotz
Regen legte ich noch einen Umweg ein und bestieg das Schiff in Brunnen
zur Rütliwiese. Die Schweizer Geschichte hatte mich gefangen. Im
Pavillon am Rütlihaus las ich die
vielen Infotafeln in aller Ruhe, denn hier war ich vor dem
Regen gut aufgehoben. Ein altes Dokument besagte: „Und wenn sie etwas
tun oder vornehmen wollten, so fuhren sie nachts am Mythenstein vorbei
an einen Ort, heisst im Rütli“. Gerade wie bei meiner Tour! Trotzdem
musste es weitergehen. Oberhalb von Treib betrat ich wieder die Via
Jacobi Nr.4 und strebte aufwärts am Berghang entlang. Zum Pilger wird
man wohl im Regen, wenn Nebel den Horizont eng macht und Regentropfen
alle Ablenkungsmöglichkeiten davonspülen. Als Bergwanderer gefiel mir
dieser schmale, ausgesetzte Bergwanderweg. Dann kam eine Weggabelung:
Nach Beckenried 1½ oder 3 Stunden über Emmetten! Ich entschied mich für
die kürzere Strecke. In Beckenried fand ich ein günstiges Privatquartier
und im Gasthaus meine Lieblingsspeise:
Spaghetti.
Als Marathonläufer weiß ich, dass Nudelgerichte mit den Kohlehydraten
ein hervorragender Energiespender sind.
7.Tag: 7 Uhr Frühstück und 8 Uhr Abmarsch bei Sonnenschein – die
Welt war wieder in Ordnung! Dunkelgrün leuchtete der Vierwaldstättersee
zu mir hinauf, doch ich drehte ihm den Rücken zu und wanderte Land
einwärts nach Süden. Ein Pilgerweg öffnet die Augen, man kann es
erfahren. Mit jedem Schritt und Tag öffnete sich das „Bilderbuch“
Schweiz weiter für mich. Nach Buochs und Stans ging es über saftige
Wiesen und kleinen Kapellen auf dem Bruderklausenweg Flüeli-Ranft
entgegen. Weil ich schon einmal mit dem Fahrrad hier war, steigerte sich
für mich die Spannung, als
ich die Einsiedelei
erreichte.
Bis jetzt war ich stundenlang alleine unterwegs, doch mittlerweile
begegnete ich oft
Pilgern. Der Bruderklausenweg senkte sich in die
Schlucht nach Ranft zur untersten Kapelle hinunter. Nach ausgiebigem
Betrachten und Besinnen stieg ich nach oben zur oberen Ranftkapelle mit
der Wohnzelle vom Bruder Klaus. Im 15. Jh. ließ sich Nikolaus von Flüe
hier als Einsiedler nieder und wurde zu allen Zeiten sehr verehrt, erst
recht als er 1947 Heilig gesprochen wurde. In Flüeli gab es viele
Touristen und mich trieb es talwärts zum Bauern (Strohlager). Dort traf
ich „Pilgerin“
Natascha aus Brunnen wieder. Zum Abendessen musste ich nochmals nach
Flüeli hinauf und erlebte einen Alphornbläser, der so richtig zum
Alpenglühen der Felsen passte. Über dem Bauernhof spannte sich später
ein funkelnder Sternenhimmel. Jetzt fehlen mir die Wort für so viel
Naturschönheit und wohlgeborgen kuschelte ich mich ins Stroh. Hatte etwa
in der Scheune geraschelt?
8.Tag: Am Morgen servierte uns die Bäuerin ein vortreffliches
Frühstück. Frisch aus der Käsekammer wurde ein „Rad“ angeschnitten, was
konnte ich als Käsefreund mehr erwarten! Es folgte ein leichter Abstieg
nach Sachseln am Sarner See hinunter. Bis Giswil ging es eben dahin,
dann erfolgte der erste Aufstieg ( 300 Hm) zum Lungerer See,
was mich bei sommerlichem Wetter einigen Schweiß kostete. Am See entlang
lief es sich wieder leichter bis Obsee mit einer Beatus-Kapelle, sie
diente in den Wirren der Reformation 1567 als Ausweich-Wallfahrtsort.
Der alte Brünigweg, auch „Käppelistiege“ wegen der Felsstufen genannt,
zog 600 Hm zum Brünigpass hinauf. Endlich erreichte ich nach vier
anstrengenden Stunden das Hotel „Waldegg“ am Pass. Hier fand ich eine
günstige Unterkunft im Lager und hervorragendes Essen. Beim
Verdauungsspaziergang in Richtung Hasliberg erblickte ich ein herrliches
Bergpanorama der Berner Alpen. Nach diesem ausgefüllten Tag schlief ich
wie ein Murmeltier.
9.Tag: Nach einem kräftigen Frühstück konnte ich bei
strahlendem Sonnenschein mit Blick auf das Berner Oberland losgehen. Vom
Brünigpass (1000 Hm) war ein Abstieg nach Interlaken (600Hm) mit neun
Stunden Gehzeit angesagt. Dennoch stand in der Beschreibung 1400 Hm
Abstieg. Wie das? Zwischendurch ging es wieder 1000 Hm hinauf. Bald
senkte sich ein sehr steiler Pfad nach Brienzweiler hinunter. Sollte das
so noch 30 km weitergehen?
Im Brienzer See konnte
ich mir erst mal die Beine etwas kühlen. Der schlimmste Teil für heute
war geschafft. Vom See zog der Weg nur noch leicht den Berg hinauf, über
eine Hängebrücke und wieder zum Seeufer hinunter. Erste Ermüdungen
zeigten sich, hatte ich mir als Jahrgang 39 zuviel zugemutet? Wenn man
da noch am Bahnhof vorbeikommt, sagte eine Geisterstimme: Einsteigen!
Aber nur ein kleines Stück, in Interlaken wollte ich selbst „einlaufen“.
Die Idee war gut, denn vor Interlaken war der Brückenübergang gesperrt
und ich musste einen großen Umweg an der Aare entlang nehmen. Ein
Pilgerspruch besagt: Willst du das Ziel erreichen, so musst du auch den
Weg wollen! Beim Bauer Lanzenen fand ich in einem gemütlichen Strohlager
Erholung. Am Abend konnte ich den mächtigen Gipfel der „Jungfrau“ über
den Bergen sehen, was für ein erhabenes Bild – eine Kathedrale Gottes!
Nach so einem anstrengenden Tag hörte ich kein Rascheln mehr im Stroh.
10.Tag: Einen Wecker brauchte ich nicht, die Kühe
weckten mich. Die Bäuerin servierte ein überaus reichliches Frühstück
und gestärkt pilgerte ich durch Interlaken, an der Aare entlang. Heute
konnte ich etwas gelassener den Jakobsweg fortsetzen.
Von der
Ruine Weissenau führte ein Holzsteg durch das idyllische Flachmoor zum
Thuner See. Nun stieg der ausgesetzte Pfad über alte Steintreppen zur
Felsengalerie der Beatushöhlen hinauf. Ruinen einer alten Pilgerherberge
erinnern an vergangene Zeiten von diesem Wallfahrtsort. Die Legende des
heiligen Beatus konnte sehr eindrucksvoll bei einer Besichtigung der
Höhle erlebt werden.
Der
Höhenweg nach Merlingen und weiter nach Oberhofen bot immer wieder
herrliche Ausblicke auf die Schweizer Alpenwelt. Das Hotel „Niesenblick“,
direkt am Thuner See gelegen, zeigte sich als gute Wahl. Für Pilger
bewilligte das feine Hotel günstige Preise und nach Wunsch ein zeitiges
Frühstück. Doch der Blick von der Terrasse auf ein fantastisches
Bergpanorama war unbezahlbar. Vom Schilthorn, Weisse Frau, Blümlisalp,
Doldenhorn, Balmhorn und Altels, um nur einige zu nennen, reichte die
Alpenkette. Beim Spaziergang im Schlosspark färbte ein Abendrot das
„Dreigestirn“: Eiger, Mönch und Jungfrau in ein zartes Rosa ein. Ein
unvergesslicher Anblick! Viele Menschen klammern sich an große Wünsche
und übersehen oft die natürlichen Schönheiten unserer Erde.
11.Tag: Zeitig pilgerte ich auf dem Höhenweg Richtung
Thun. Später senkte sich der Weg ans Ufer des Thuner Sees und führte
direkt in die Stadt. Da ich Thun von früher her kannte, bog ich gleich
über die Aarebrücke ab und strebte Scherzingen zu. Die legendäre Kirche
St. Maria stammt aus dem 10. Jh., die seltenen Wandmalereien sind aus
dem 13.-16.Jh. Das Chorbild: Gottesvater drückt seinen Sohn ans Herz
und das Wandbild: Der zwölfjährige Jesus lehrt im Tempel, sind gut
erkennbar. In aller Stille ließ ich sie auf mich wirken.
Die Via Jacobi verlief
durch den Schlosspark Schadau und kam zum Strandbad von Gwatt. Bei so
einem Sommerwetter zog es mich ins Wasser und ich schwamm schnell einige
Bahnen. Erfrischt ging es unterhalb der Stockhornkette weiter und das
nächste Ziel hieß Amsoldingen mit der romanischen Kirche. Diese
dreischiffige Basilika (10 Jh.) strahlte durch ihre Einfachheit und
Größe eine unwahrscheinliche Ruhe aus. Ein Meilenstein aus der Römerzeit
wurde in der Krypta als Säule verwendet. Bis
nach Wattenwil zur nächsten Übernachtung war es dann nicht mehr weit.
12.Tag: Die letzten Regenwolken hatte der Wind
vertrieben. Der Jakobsweg führte mit Auf und Ab über offenes Gelände und
guter Fernsicht nach Rüeggisberg mit seiner berühmten Klosterruine aus
dem 11. Jh. Die einstige Anlage beeindruckt auch heute noch durch ihre
grob gemauerten romanischen Bögen. Für Pilger diente sie als wichtiger
Zufluchtsort. Heute können wir Pilger sorgloser durch das Land ziehen.
Doch wo sind sie? Tagelang hatte ich kaum Pilger getroffen.
Der Weg verließ nur
kurz die Hochebene und senkte sich ins Tal der wilden „Schwarzwasser“
hinab um gleich wieder in die Höhen nach Schwarzenburg zu ziehen. Danach
wurde es richtig romantisch, denn man betrat auf alter Pflasterung
einen aus dem Fels gehauenen Weg. Es sind noch Trittlöcher für die
Fuhrleute zu sehen. Der „Sensegraben“ kann in heutiger Zeit gefahrlos
mit einer Brücke überwunden werden, das war früher nicht der Fall. Durch
einen weiteren historischer Hohlweg erreichte ich die nächste
Unterkunft in Heitenried.
13.Tag: Der Regen in der Nacht hatte reine Luft und
gute Sicht geschaffen, der Blick reichte bis zum Jura. Welch eine Ruhe
lag heute am Sonntag über dem Land, nur das Vieh auf der Weide und die
Vögel im Wald waren zu hören. Glockenläuten lag in der Luft. In der
Kirche zu St. Antoni erlebte ich noch kurz einen Gottesdienst - die
richtige „Wegzehrung“. Weiter ging es durch einen typischen Hohlweg und
dann nach Tafers mit der Kapelle des „Hühnerwunders“. Das sogenannte
Hühnerwunder ist ja auf dem Jakobsweg in Spanien ein Thema.
Endlich ein Tag mit
reichlich Zeit – nur vier Gehstunden! Bummeln, verweilen, meditieren und
den Weg nach innen suchen. Wo Neugier und Offenheit sind, werden wir
manches finden, was wir gar nicht gesucht haben! Schon am Mittag
erreichte ich Fribourg, wo ein kunsthistorischer Rundweg (Chemin de
St-Jacques) die Jakobspilger durch die Altstadt zur Kathedrale führte.
Hier nimmt der Heilige Jakobus einen ausgewählten Platz ein, wie
überhaupt der Jakobus in der Altstadt oft präsent ist. Nach all dem
besinnlichen Betrachten der Altstadt, Kirchen, Plätze und Gassen fand
ich mein Quartier in der Jugendherberge. Dort traf ich zwei Pilger aus
Wien vom Vortag wieder. Wir trafen uns noch öfters, sogar noch nach
einer Woche in Genf.
14.Tag: Heute stand wieder eine große Strecke über 30
km an. Kaum
hatte ich Fribourg den Rücken gedreht und schon wurde es ruhig im Wald,
nur die Vögel zwitscherten. Zu dieser Idylle passte gut die alte
Steinbrücke Ste-Apolline mit dem großen Rundbogen aus dem 13. Jh. Später
kam ich zur Wallfahrtskapelle Posat mit dem wunderbaren Quellwasser, dem
Heilkräfte nachgesagt werden. Hatte das Heilwasser auch mir neue Kräfte
verliehen? Denn ich kam gut voran. Nach einigen Stunden tauchte im Tal
Romont mit seiner Burganlage und der großen Kirche auf. Die Augberge
l´Aigle hatte ich dann bald erreicht. Nach dem Abendessen bummelte ich
noch zur Altstadt und zur Stiftskirche.
15.Tag: Wegen der kurzen Strecke war heute „Entschleunigung“
angesagt. So schlenderte ich nochmals zur Stiftskirche und konnte mir in
Ruhe den schönen gotischen Innenraum ansehen. Im Chorgestühl gab es
wundervolle Schnitzereien, nur den St-Jaques fand ich nicht. Da half mir
ein Mann aus Romont beim Suchen und wir fanden ihn. Über dem Place de
St-Jacques ging ich zur Burg und zum alten Château, wo heute ein
Glasmalerei-Museum untergebracht ist. Endlich öffnete um 10 Uhr das
Museum, die Wartezeit hatte sich gelohnt, denn wahre Kostbarkeiten bis
aus dem 12. Jh. wurden präsentiert. Wie z.B. die Rundscheibe „ Johannes
der Täufer begegnet Christus“, die als Flickstück im berühmten
Rosenfenster die Zerstörung der Bildfenster der Kathedrale von Lausanne
überlebt hat. Auch die Räumlichkeiten mit alten Holzbalken und modernen
Eisenträgern waren architektonisch gut gelungen.
Ab Mittag pilgerte ich
gemütlich nach Mondou. Wieder hatte ich Zeit für die Kunst der
Langsamkeit und konnte mich bei herrlichem Sonnenschein an der Umwelt
erfreuen. Freude ist ein guter Wegbegleiter und stimmt das Herz so froh.
In Mondou lockte die reformierte Kirche mit sehenswerter Malerei und
geschnitztem Chorgestühl zu einem Besuch.
Bonjour,
Oui nous avons une chambre de libre pour vous le 09.06.09. Meilleures
salutations,
so fand ich eine gute
Unterkunft oberhalb der Stadt und traf die beiden Wiener wieder. Wir
saßen lange beim Abendessen mit netter Unterhaltung zusammen.
16.Tag: Alle Tage schönes Wetter, wie hatte ich das
nur verdient?
Der Jakobsweg oder wie er jetzt Chemin de St-Jacques hieß, folgte dem
Fluss Boye entlang, dann ging es viel durch Wälder und offenes Gelände.
30 km waren es bis Lausanne und die zogen sich hin. Endlich senkte sich
der Weg nach Lausanne hinunter. Ab Epalinges benutzte ich die Metro
durch diese Großstadt. Und weil die Jugendherberge am Westende lag,
stieg ich noch in einen Bus um. In der Jugendherberge gab es eine gute
Unterkunft, leckeres Abendessen und auch noch eine Freifahrtkarte für
den öffentlichen Nahverkehr. Den Abend beschloss ich mit einem
Spaziergang am Genfersee und konnte den Sonnenuntergang bei einem Glas
vin blanc genießen.
17.Tag: In der Wegbeschreibung hatte ich gelesen, dass
der Jakobsweg oft durch bebautes Gebiet und an Straßen entlang führt.
War nicht der Radweg Nr.1 von Veloland nach Genf beschildert?
Hatten die Pilger früher manchmal einen Esel benutzt, so lieh ich mir am
Bahnhof einen „Drahtesel“ (wie man scherzhaft zum Velo sagt) aus. Doch
vorher stieg ich zur Altstadt hinauf. Je größer die Städte, um so
gewaltiger wurden die Kathedralen. Stilistisch weist die Kathedrale von
Lausanne neben den typischen gotischen auch romanische Elemente auf. Vom
13. Jh. wurde bis jetzt viel um- und angebaut und dient heute als
reformierte Hauptkirche von Lausanne. Mächtige Figuren aus der
Kirchengeschichte und bunte Glasfenster schmücken das Innere. Das Wappen
am Grab von Otto 1. von Grandson zieren drei Jakobsmuscheln.
Es gäbe noch viel mehr
in Lausanne zu besichtigen, doch als Pilger hatte ich ja ein Ziel. So
spazierte ich zum Bahnhof und bestieg das Velo. Was für ein leichtes
Vorwärtskommen! Der schwere Rucksack lastete nicht mehr auf dem Rücken,
sondern fand bequem auf dem Gepäckträger Platz. Als Jahrgang 39 konnte
ich mir diese Erleichterung leisten. Erster Abstecher war die alte
Kirche St-Sulpice (11. Jh.). Im romanischen Querschiff sind noch Reste
von Wandmalereien aus dem 14. Jh. erhalten. Nun folgte ich der
Radbeschilderung Nr. 1, die ziemlich identisch mit dem Pilgerweg
verläuft. Auch der Radweg führte oft zum See und durch schmucke kleine
Ortschaften. Bald waren die 50 km bis Nyon zum Quartier, ein liebesvoll
hergerichtetes altes Château, bewältigt. Die Römer haben hier in Nyon
viele Spuren hinterlassen. Beim Abendspaziergang präsentierte sich der
Mont Blanc am Horizont und die untergehende Sonne färbte den „Weißen
Riesen“ rosé ein.
18. Tag: Nach einem reichlichen Frühstück schwang ich
mich auf „meinen Drahtesel“ und folgte der Route 1 weiter nach Genf.
Unterwegs radelte ich wieder durch hübsche Ortschaften und Weinberge.
Der Radweg endete genau am Bahnhof, wo ich das Velo zurückgab. Das Velo
lief hervorragend – wie ein Schweizer Uhrwerk! Ein halbe Stunde später
konnte ich schon in der Jugendherberge einchecken und machte mich zum
ersten Stadtgang an der Seepromenade zur Altstadt auf. Mein Ziel war
natürlich zuerst die Kathedrale St-Pierre, 1230 in gotischen Stil
vollendet. Ein riesiger Kirchenbau, jetzt durch Calvin geprägt. Im Jahr
2009 wird ja der 500. Geburtstag von Calvin gefeiert. Viel gab es hier
zu schauen und mit dem Stempel in meinem Pilgerpass ist für mich der
Schweizer Via Jacobi abgeschlossen, jedoch der Jakobsweg führt noch
weiter. Mein Pilgerweg nach innen hat erst begonnen. Ich hätte nicht
gedacht, was sich alles innen bewegen kann. Man braucht dazu natürlich
eine Offenheit und die Bereitschaft, dass sich etwas verändern kann.
Meine Suche geht weiter!
Ein großes Lob möchte
ich für die hervorragende Beschilderung und Informationen des Via Jacobi
in der Schweiz aussprechen. Die Schweiz bleibt für mich ein Bilderbuch
und jeden Tag durfte ich neue Seite aufschlagen. Auch wenn diese Strecke
mit 460 km und 12.000 Hm auch einiges abverlangt, bleibt es ein
wunderschöner Weg in faszinierender Kulisse.
19.Tag: Ich hatte mir einen zweiten Tag für Genf
reserviert, streifte durch die Altstadt, besuchte eine Calvinausstellung
und das Denkmal der Reformatoren Farel, Calvin, Beze und Knox. Dann
wurde es schon Zeit zum Orgelkonzert in der Kathedrale St-Pierre.
Diesen warmen
Samstagabend ließ ich wie die vielen anderen Menschen am See gemütlich
ausklingen.
Au revoir
und buen Camino, Pilger Arno, Karlsruhe
Arno
Ritter
.......
ein
Pilgerbericht von
Arno Ritter
vom Via Jacobi - Nov.
2011

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Pilgerreise
von Brenig nach Rom |
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Mit dem Fahrrad vom 9.
Mai bis 5. Juni 2011 |
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Der Pilgerausweis war von der Jakobsbruderschaft in Trier. Die grobe
Wegbeschreibung hatte ich mir vorab festgelegt ohne genau zu wissen,
was dahinter steckt. Den berühmten alten Pilgerweg (Via Francigena) traf
ich dann kurz hinter Mailand und blieb auf ihm fast 200 km. In Italien
wollte ich dann möglichst rasch auf die Westseite des Stiefels um am
Meer entlang die Strecke zu genießen. Es kam dann etwas anders.
Nachfolgend versuche ich einen Reisebericht aufzuzeichnen - ohne auf
Landschaft und Gefühle einzugehen -, es soll eine Info Beschreibung
werden für alle, die ähnliche Absichten hegen.
Start: Montag 9. 5. 8.00 Uhr von Bornheim-Brenig bis St. Goar a.
Rhein.
Schon nach einigen Metern stellte ich fest, dass ich zu viel Gepäck
dabei hatte. Naja jetzt war ich erstmal am treten und ließ mich hiervon
nicht weiter beeindrucken. Ich hatte starken Gegenwind. Nach 122 km und
mit einem Stundenschnitt von 16,2 km/h war ich gegen 18.00 Uhr in St.
Goar. In einem mir bekannten Hotel direkt am Rhein habe ich übernachtet.
Dienstag 10.5. von St. Goar am Rhein nach Ludwigshafen.
Nach einem guten Frühstück ging es weiter am Rhein entlang. Was ich
jetzt dringend brauchte war mein heutiger Pilgerstempel. In Bacherrach
fand ich dann das Pfarrbüro und es hatte geöffnet. Mit frischem
Pilgerstempel ging es weiter in Richtung Süden. Für Anfang Mai war es
schon recht warm um nicht zusagen heiß. Ich fuhr immer am Rhein entlang
(wenn man abweicht kommt man schnell ins Gebirge und das kann dann
anstrengend werden). Am Abend war ich dann in Ludwigshafen Oppau. Hier
hatte ich einige Zeit gelebt und gearbeitet (bei unserer Mutter BASF).
Es kamen Erinnerungen, aber kein Hotelzimmer.

Mittwoch 11.5. von Ludwigshafen nach Neuburg (bei Wörth)
Früh morgens war mein erster Weg zu DHL. Hier befreite ich mich von 5 kg
Gepäck. Etwas erleichtert aber noch nicht so befreit ging es zur
Pilgerstempelsuche. Ziemlich rasch wurde meine Bitte erfüllt. Dann ging
es im Sonnenschein Richtung Wörth. In Speyer traf ich auf Radler aus
Ludwigshafen (siehe da) ehemalige Arbeitskollegen die Wesseling und
Basell kannten. So klein ist die Welt. Nach kurzen Gesprächen und guten
Wünschen ging es weiter. In Wörth gibt es ein großes LKW-Werk von
Mercedes. Auch in Wörth die gleiche Zimmersituation wie in
Ludwigshafen. In Neuburg, etwas hinter Wörth überließ man mir ein
Monteurzimmer. Der Kumpel hatte gerade ein paar Tage Urlaub und ich
konnte seine Unterkunft nutzen.
Donnerstag 12.5. von Neuburg nach Neuried
Gegen 7.30 Uhr ging es schon los. Die Herberge war ohne Frühstuck
gebucht. Ein scheinbar guter Ratschlag wurde mir mit auf den Weg
gegeben. Fahren Sie auf der französischen Seite des Rheins. Dort sind
die Radwege deutlich besser. Im Nachhinein mag das stimmen. Die Radwege
sind ausgezeichnet. Aber man kommt schnell in die Berge und in die
Altrheinarme. Sie sind nicht unbedingt der direkte Weg in den Süden. Der
erste Nieselregen kam. Nun kamen auch die ersten leichten Berge. Der
Regen wurde stärker, so machte ich Pause in einem Cafe. Hier ist man
zweisprachig. Ich bestellte mir ein Baguette und einige Tassen Kaffee.
Als es aufhörte ging es weiter, durch Gambsheim. Ein kurzer Stopp und
ich hatte meinen Pilgerstempel. In Strassbourg fuhr ich wieder auf der
Deutschen Rheinseite. Hier waren die Radwege vielfach Schotterwege.
Mein Zimmerwirt hatte Recht. Ich versuchte es in Richtung Ost auf
Wirtschaftswegen und die brachten mich dann nach 93 km und 15,2 Schnitt
nach Neuried.
Freitag 13.5. von Neuried nach Heitersheim
Ein Glück dass ich nicht abergläubig bin. Also ging es weiter. Vorbei
am Schwarzwald und über bergiges Gelände. Ich war einfach zu weit vom
Rhein weg. Aber bei strahlendem Sonnenschein in Richtung Heitersheim.
Nach 97 km und 16er Schnitt kam ich an. Die ersten geröteten Stellen im
Gesäßbereich wurden erkennbar. Diese waren natürlich auch mit Schmerzen
verbunden. Eine große Tube Wund und Heilsalbe habe ich auf der Reise
verbraucht, ohne jedoch wieder schmerzfrei zu werden.
Samstag 14.5. von Heitersheim nach Sissach
Gegen 8.00 Uhr radelte ich los. Einen Stempel bekomme ich nicht. Alles
geschlossen. Eine ev. Pfarrerin, die gerade beim Hausputz war, gab mir
schnell ein Autogramm in meinen Pilgerpass. Ich war in Haltingen. Die
Schweizer Grenze war nicht mehr weit weg. Noch vormittags verließ ich
den Euro-Raum und musste fortan mit Fränkli bezahlen. Das die Schweiz
teuer war, war mir klar, aber manchmal ging es über die Schmerzgrenze.
In Basel ging es über den Rhein und weiter noch bis Sissach. Bei
leichtem Nieselregen machte ich etwas früher Schluss und halt im Hotel
Sonne. 77 km waren zurück gelegt. Der Schnitt betrug 15,3 km. In der
Schweiz half mir das Kartenbuch „Veloland Schweiz- Nord/Süd Route“. Die
Schweizer Radwege sind gut beschildert, ich bleibe auf der Nord-Süd
Route 3.
Sonntag 15.5. von Sissach nach Sempach
Wieder Nieselregen. Nützt nichts, weiter. Ein nicht besonders
schöner Tag. Es geht in Richtung Luzern. Jetzt kommt die erste
wirkliche Steigung. Von Sissach rund 330m ü.nn geht es jetzt über
Schafmatt 812 m ü. nn in Richtung Sempacher See. Ziemlich oben
angekommen lege ich in einem kleinen Bauerndorf eine Pause ein. Ich gehe
in - bei uns würde man sagen normale Kneipe - und trinke 2 Gläser
offenes Mineralwasser. O.k. 7 Franken, nicht schlecht! Leichter Regen
begleitet mich den ganzen Tag. In einer Scheune wechselte ich schnell
meine nassen Klamotten. Einen Pilgerstempel findet man am Sonntag
Nachmittag auch nicht mehr. Nach 73 km und nur 13,4 er Schnitt komme ich
nach Sempach. Hier suche ich mir ein Hotel.
Montag 16.5. von Sempach nach Flüelen
Nach einem sehr mageren Frühstück aber gutem Übernachtungspreis (80
Franken Ü/Fr.) ging es zuerst mal wieder in Richtung Pfarramt um den
Pilgerstempel zu bekommen. Es geht problemlos und schnell. Dann ging es
weiter in Richtung Gotthard. Die Zimmerwirtin, eine etwas ältere aber
freundliche Dame gab mir den Rat mit, direkt mit dem Schiff nach Flüelen
zu fahren und nicht mit der Fähre. Die Fähre übersetzt nur und man kommt
nördlich von Gersau auf die seenahe Straße. Diese Route, so schilderte
mir die Hoteliers Chefin ist sehr gefährlich zum fahren. Ich rede vom
Auto, betont sie, vom Fahrrad ganz zu schweigen. Naja ich dachte „bange
machen gilt nicht“ und ich riskierte die Fähre (die Wahl fiel mir nicht
schwer, die Fähre fuhr noch, das Schiff hatte schon Feierabend).
Gefährlich war aber hier gar nichts. Ein Super Fahrradweg geht längst
des Vierwaldstätter Sees in Richtung Süden, in einmalig schöner
Landschaft. So kam ich dann gegen 17.00 Uhr in Flüelen an. 91 km hatte
ich geradelt, weil ich einen gewaltigen Umweg gefahren habe. Hier war
auch leider meine Karte der Nord/Süd Route nicht sehr hilfreich. Der
beste Weg ist – im nachhinein - von Luzern erst nach Küssnacht (also den
See östlich umfahren) und dann nach Weggis, Gersau und von dort weiter
nach Flüelen. Im Hotel Hirschen fand ich eine gute Bleibe für die Nacht.
Dienstag 17.5. von Flüelen nach Göschenen
Frühmorgens nach Frühstück und Stempel ging es ans Eingemachte. Das
Gotthardmassiv stand vor mir. Flüelen liegt auf 435 m und was vor mir
lag waren 2100 m ü. nn. Das machte mich schon nachdenklich, weil ich
gestern einen halben Tag an Umwegen verloren hatte. Na gut, packen wir
es an. Nach gut zehn Kilometer wird nur noch im ersten Gang gefahren.
Das Wetter ist gut um nicht zu sagen zu gut. Unterwegs Rennradfahrer,
auch Ältere die fahren wie gedopt den Berg rauf. Ich staunte nur. Es
geht durch Silenen, Amsteg nach Wassem. Alles schöne Bergdörfer und
eine sehr gute Infrastruktur in der Höhe. Leider reicht mein
Wasservorrat nicht und ich musste an die Tankstelle. Diese hatte
Mittagsruhe. Aber ein Getränkeautomat draußen hatte noch Wasser. Der ½
Liter für 3 Franken. Wer keine Franken mehr hatte, konnte auch mit Euros
bezahlen. Aber Wechselgeld gab er nicht zurück. O.k. kann man nichts
machen. Mein Wasserbedarf lag bei dem Anstieg auf 1 Liter pro 10 km.
Also rund 6 €. Da habe ich nur gedacht: Alle sagen, Auto fahren sei
teuer!. Gegen 14.30 Uhr war es dann vorbei . In Göschenen angekommen
brauchte ich dringend Wäschewechsel. Ich hatte zwar nur 36 km gefahren,
aber 705 m war ich hochgestiegen. Das anstrengende daran war die
ununterbrochene Steigung. Klar wäre ich nach einer Pause und
Klamottenwechsel weiter gefahren, aber das Wetter in Richtung Andermatt
wurde schlechter. Ab 1500 m war Dauernebel und es lag noch Schnee am
Straßenrand. Also zurück nach Göschenen. Ein Hotel suchen und morgen
früh mit der Bahn durch den Gotthard. Abends in der Hotelgaststätte
fragte ich meine Zimmerwirtin wie es mit der Aussicht wäre, im Moment
über den Gotthardpass zu fahren. Sie lächelte mich nur bemitleidenswert
an. Gut mein Entschluss stand fest: „morgen früh mit der Bahn nach
Airolo“ Aber mit dem Versprechen, ich komme wieder, die Gotthardspitze
mache ich noch mal.
Mittwoch 18.5.von Göschenen nach Lugano
Um 10.00 Uhr fährt die Bahn. Alles ohne Probleme. Fahrkarten gibt es am
Automaten, Fahrradwagen hat jeder Regionalzug. Kein Problem man muss nur
vorbereitet sein. Es geht alles sehr schnell. Das Fahrrad hebt man
alleine runde 80 cm hoch in den Fahrradwagen. Die Karte fürs Fahrrad
wird im Zug gekauft. Airolo wir kommen. Gute 10 Minuten und eine ganze
Tagesetappe ist geschafft. Aussteigen und ein letzter Blick Richtung
Gotthard. Diesmal vom Tessin aus. Das gleiche Bild, Nebel. Der Blick in
Richtung Süden ganz anders. Sonne und von jetzt an jeden Tag oft und
reichlich. Und von nun an geht’s bergab. Herrlich die längste Abfahrt
die ich je gefahren bin. In Faido halte ich an einer Kirche an, um mir
den Stempel zu holen. Und siehe da, ein sehr freundlicher Pater,
spricht deutsch und bietet mir eine Tasse Kaffee an. Bisher ging das
Abstempeln eher unfreundlich bis neutral von- statten. Nun gut, nach
einem kurzen Gespräch geht es weiter in Richtung Lugano. Es bleibt nicht
nur bei der Abfahrt. Es kommt auch wieder eine Steigung von fast 400 m.
Nach 99 km und einem Schnitt von 16,3 km/h bin ich in Lugano. Hier wird
es noch etwas teurer für die Übernachtung zahle ich jetzt 135 € ohne
Fr., (fairerweise bleibt noch zu erwähnen, es war ein Motel mit 4 Bett
Zimmer) das bleibt Rekord auf der Reise.
Donnerstag 19.5. von Lugano nach Mailand
Ich bin noch immer in der Schweiz, wie lange noch, wann kommt endlich
die Grenze zum nächsten Euroland ? Endlich Chiasso in Sicht und damit
auch die Grenze nach Italien. Grenzübertritt, dahinter geht es den Berg
hoch in Richtung Como. Der erste Kreisverkehr, au Backe mein
Schutzengel hat aufgepasst, sonst hätte mich ein Rechtsabbieger
abgeschossen. Weiter den Berg hoch, erneuter Kreisel. Wieder das
Gleiche, wieder Probleme mit einem Rechtsabbieger. Wie geht das in
Italien? Im nächsten Kreisel halte ich meine linke Hand in den
Kreisverkehr und siehe es klappt, keiner bedrängt mich. So geht es
weiter in Richtung Mailand. Radfahren in Italien ist schon etwas
besonderes. Fahrradwege findet man nur in den Touristenorten. Oft gerät
man auf Straßen (sog. Superstradas). Die ähneln unseren Autobahnen nur
ohne Randstreifen. Jeder größere LKW hupt. Man versucht weit rechts zu
fahren. Fast auf dem weißen Begrenzungsstreifen und dann das laute Horn.
Hier braucht man wirklich gute Nerven sonst kommt man nicht weit. Das
Hupen geschieht nicht aus Unfreundlichkeit, sondern man will die Gefahr
aufzeigen: „Pass auf, bleib ruhig, ich komme an dir vorbei.“ Ab jetzt
Fahrrad Navi an und Richtung Süden.
Dann geht es weiter durch Gewerbegebiete, kleinere Ortschaften, Felder,
Intensivlandwirtschaft, wieder autobahnähnliche Straßen und jede Menge
Verkehr. Mailand ist erreicht. Ich suche vergebens ein kleineres Hotel.
Zum 3. Mal fahre ich an einem „Best Western“ vorbei, was sollst,
reingehen und fragen was es kostet. 129 € Ü/Fr. naja Hauptsache eine
Stube. Mein Fahrrad steht sicher in einer Garage. 104 Tageskilometer und
ein 14,7 Schnitt. Aber sonst ist es in Italien auch in Mailand wieder
viel preiswerter. Wasser kostet hier der halbe Liter 50 Zent bzw. der 1
½ Liter 1.50 €. Der Preis ist von Mailand bis Rom immer der gleiche
egal ob an der Tankstelle oder im Restaurant gekauft.
Freitag 20.5. von Mailand nach Fiorenzola d` Arda
Ich verlasse Mailand in Richtung Süden. Auf einer Art Bundesstrasse
sogar mit Seitenstreifen fährt es sich recht gut. Dann ein
Straßenschild: Via Francigena, auf dem Schild ist ein Pilger(männchen)
dargestellt mit Pilgerstock und Rucksack. Ich habe ihn erreicht den
legendären Frankenweg. Er führte beginnen in Canterbury über den San
Bernadino, Piacenza, Parma, Passo Cisa nach Rom. Heute verkümmert - aber
hier im nördlichen Italien versucht man ihn wiederzubeleben -. Mein Weg
endet für heute in Fiorenzola de Arda nach 102 km und 16,8 Schnitt. Im
Hotel Mathis finde ich eine Bleibe. Ein typisches Autofahrer Hotel. Mit
Oldtimer Ausstellung in der Empfangshalle. Überhaupt erinnert hier so
manches an vergangene Auto- Zeiten. Hier hat man noch Benzin im Blut.
Samstag 21.5. von Fiorenzola d` Arda nach Cassio
Wasser bunkern es geht wieder in die Berge. Richtung Passo de Cisa. Es
geht recht gemütlich los. Kleinere Steigungen sind kein Problem. Mein
Stempel hole ich mir in einer kleinen Pfarrei in Noceto. Hier sind alle
sehr freundlich. Der Pater tütete gerade Briefe ein. Er hatte ein paar
sehr freundliche Helferinnen dabei. Diese bedauerten, dass wir uns nicht
so recht verständigen (in italienisch) können. Hier spricht keiner mehr
englisch, geschweige denn deutsch. Egal, es geht immer gut. Die Menschen
sind immer freundlich und hilfsbereit. Der Mittag naht. Nur ein paar
Bauern (die hier, wie bei uns auch, Tag und Nacht arbeiten) und ich
Jeck sind in der Mittagshitze auf den Beinen bzw. auf dem Fahrrad.
Der Weg wird steiler. Kaum noch eine Ortschaft in Sicht und dann kein
Aqua mehr. Langsam ohne Wasser geht mir auch die Luft aus den Beinen.
Ich mache Pause. An einem verlassenen Bauernhof setze ich mich auf die
Türschwelle. Was ich noch dabei habe sind Magnesium Kautabletten, damit
versuche ich es. Ich raffe mich auf und fahre weiter bergauf. Nach
ungefähr 500 m, wieder der gleiche Effekt. Platt! Der nächste Ort ist
Cassio ungefähr noch 20 km entfernt. Normal kein Problem aber ich bin
seit einigen Stunden am verdursten und habe echt keine Kraft mehr. Aber
weiter es nützt nichts. Zurück geht nicht. Der nächste Ort zurück ist
viel weiter und es geht dann nicht nur bergab sondern auch oft genug
bergauf. Dann sehe ich an der Straße am Seitenstreifen einen kleinen
Fiat stehen. Was macht der Mann da? Er füllt Wasserflaschen ab, gespeist
aus einer Quelle am Berg. Ich gehe zu ihm und frage, mehr nebenbei:
„Kann man das Wasser trinken“ die Antwort folgte sofort und es war das
beste was ich auf der ganzen Reise gehört habe: „si, bene“. Damit war
ich gerettet. Ich machte an der Stelle eine knappe Stunde Pause und habe
meinen Pegel aufgefüllt, natürlich auch meine 4 Flaschen waren wieder
gefüllt. Es kamen noch einige Rennradfahrer vorbei. Wir haben versucht
uns zu unterhalten, jedenfalls soviel hatte ich kapiert, du bist bald
da. In Cassio gibt es auch ein Hotel und die Berge bis dahin sind nicht
mehr so wild. Cassio ich komme! Wie ausgetauscht war ich. Hatte ich doch
noch nie im Leben Wasser vermisst. Ich kannte das Gefühl nicht, allein
dieser Tag hat mir gezeigt wie gut wir es doch im Alltag haben. In
Cassio befindet sich für den Ort doch ein recht großes Hotel. Ich nahm
dort ein Zimmer mit Frühstück für 25,-€. Mein Rad kam in die Hotelgarage
und ich stärkte mich mit einem guten Abendessen und ein paar Gläsern
italienischem Bier, das übrigens sehr gut ist. 74 km 12,6 Schnitt.

Sonntag 22.5. von Cassio nach Marina di Massa
Es geht wieder weiter in Richtung Passo de Cisa. Ich befand mich auf
rund 800 m Höhe und musste nur noch 300 m höher. Normal kein Problem.
Leider geht es aber zuerst mal wieder bergab. Aber gegen 11.00 Uhr hatte
ich es geschafft. Ich ging in die Bergkapelle und verrichtete ein
kleines Gebet. Alles war letztlich gut gelaufen. Weiter geht es in
Richtung Westen. Wieder eine riesenlange Abfahrt. Sicher um die 20 km,
dann ein Stopp in Pontremoli zwecks Stempel. Jetzt ging es weiter in
Richtung Küste. In Marina de Massa machte ich halt nach 104 km und 17,6
Schnitt. Marina de Massa liegt neben der Marmor Stadt Carrara und ist
ein gepflegter Badeort.
Montag 23.5. von Marina di Massa nach Cecina (Livorno)
Es
geht an Pisa vorbei Richtung Livorno, beides keine Städte zum länger
verweilen. Mittlerweile fahre ich auf der Via Aurelia, heute heißt sie
SS1, Superstrada uno. Leider nicht immer für Radfahrer. Oft wechselt sie
in eine reine Autobahn. Man steht plötzlich vor Autobahnschildern, die
u.a. auch Radfahrern die Weiterfahrt verbieten. Wo man dann mit seinem
Rädchen her soll, sagt keiner. Jedenfalls komme ich Abends nach Cecina
(Li) 110 km. Heute habe ich getreten und Rekord Schnitt 18,5. Ein
Hotelwirt, der mir ein wenig verrückt erschien, schenkte mir gleich eine
Flasche Bier, verlangt dann für die zweite 7000 €. Er rechnete wohl noch
in Lira. Die nächste Pulle gab es dann für „5000“ und die letzte für „
3000“. Jedenfalls hatte ich meinen Spaß.
Dienstag 24.5. von Cecina nach Marina di Grosseto
Weiter SS1, Stempeln und treten. Vorbei an der Küste, immer warm, super
Landschaft. Alles Bella. Abends bin ich dann in Marina di Grosseto nach
ein wenig rauf und runter gefahren. Habe 103 km gefahren, Schnitt 17,3.
Mittwoch 25.5. von Marina di Grosseto nach Chiarone Scala
Ich fahre zuerst nach Grosetto, muss mir ja den Stempel abholen und dann
soll es weiter gehen auf der SS1 nach Rom. Stopp, hinter Grosseto wird
die Via Aurelia wieder einmal zur Autobahn. Das hat mir noch gefehlt.
Morgen wollte ich in Rom sein und jetzt weiß ich -trotz Navi- noch
nicht einmal den Weg dorthin. Ich fahre ein paar Feldwege. Treffe ein
Radlerpärchen aus Holland. Wir unterhielten uns zuerst in Englisch, dann
in deutsch. Gemeinsam versuchten wir den Weg in Richtung Süden zu
finden. So richtig einig wurden wir uns nicht. Beide gaben auf und sie
fuhren zurück in ihre Bleibe. Ich fuhr an ein Bauernhaus. Hier waren ein
paar Bauarbeiter beim Eisenbiegen. Ich versuchte ihnen zu erklären wo
ich hin möchte. Diese gaben sich viel Mühe mir den Weg zu erklären. Es
hat natürlich etwas länger gedauert. Aber ich hatte es verstanden. Ich
muss in die Berge der Toskana, Richtung Montiano. Das geht natürlich
nicht ohne die heiße Mittagssonne, wie gehabt ein paar Bauern und ich,
sonst niemand. Weiter geht es über Marsilina nach Calbalbio. Jetzt komme
ich wieder auf die SS1 und siehe da auch für Fahrräder wieder frei.
Trotzdem wieder eine Situation wo ich mir nicht so sicher bin. Habe das
Verbotsschild für Radfahrer übersehen oder kann ich wirklich hierher
fahren. Ich bin mir nicht sicher. Hebe mein Rad über die Leitplanke und
gehe hinter der Leitplanke zurück zu einen kleinen Weg, der in Richtung
Meer führte. Hier machte ich erst einmal Feierabend. Der Ort heißt
Chiarone Scala. Ich habe 96 km hinter mir, bei heißem Wetter, Bergen, am
Meer bei starkem Gegenwind habe ich einen Schnitt von 15,7. Jetzt nur
Essen, ein Bier und schlafen.
Donnerstag 26.5. von Chiarone Scala nach Rom
Gegen 7.00 Uhr stand ich auf. Nach dem Duschen und einpacken versuche
ich zu Frühstücken. Aber keiner zu finden. Die Rezeption war noch nicht
besetzt. Wohl noch alle beim schlafen. Ich muss weiter, lege 45 € für
die Übernachtung hinter den Tresen und breche auf. Heute Abend soll ich
in Rom sein. Lt. Via Aurelia sind es noch über 130 km. Das wird ein
harter Tag. Mein Zimmervermieter sagte mir am Abend noch, dass man die
Via Aurelia bis Rom mit dem Rad befahren kann. Wieder komme ich an den
besagten Parkplatz wo ich gestern noch mein Rad über die Leitplanke
gehoben habe und siehe da: Polizei Kontrolle! Carabinieri mit MP und
kugelsicherer Weste. Die MP im Anschlag, ein leicht furcht einflößender
Anblick. Was sollst, ich gehe zu ihnen und frage: “ Kann ich mit dem Rad
auf die SS1“? Die Antwort folgte prompt und klar:“Si“! Jetzt war es
amtlich, ich durfte. Jedoch mein Gefühl von einem der Dicken Brummis
oder auch von einem Italienischen Rennfahrer abgeschossen zu werden,
blieb. Die Via Aurelia bzw. SS1 zeigt alle 100 m an, wie weit man von
Rom entfernt ist und das schon seit La Spezia (von La Spezia bis Rom
sind rund 400 km). Teilweise sind es noch alte von den Römern in Stein
geschlagene Zeichen, aber in jedem Fall durchgängig in kleinen
Schildern. Heute ist nur kräftig treten angezeigt. Vorbei am Meer über
Civitaveccia, Fiumicino, ab und zu ein Stopp und die Suche nach dem
Stempel, aber kein Glück, weiter nach Rom. Die Straßen- situation wird
nicht besser , auch nicht je näher es auf Rom zugeht. Ab dem Ortsschild
Rom kommt wenigsten wieder ein Seitenstreifen und die Fahrt wird somit
etwas sicherer. Die Via Aurelia führt direkt zum Vatikan. Geschafft
18.00 Uhr ich bin da. Jetzt nur noch das Hotel Espana finden, das ich
schon zu hause gebucht hatte. Das war noch mal eine gute halbe Stunde
und ich war im Hotel. Mein Rad habe ich abgestellt und ein paar Tage
nicht mehr angepackt. Ich hatte es fürs erste geschafft.

Freitag 27. 5.
Ich merke schnell, Rom ist Großstadt, laut, verkehrsreich, geschäftig.
Unzählige Motorroller brettern hier, da zwischen permanentes ta tü ta ta,
(in Italien hört es sich etwas anders an, ähnlich wie in Ami Filmen)
egal, es ist laut, um nicht zu sagen unerträglich laut. Ich besuche
erste die Kirche in Rom und genieße die Stille. Weiter gehe ich zu Fuß
nur mit Fahrrad Nawi in Richtung Vatikan. Vor der Engelsburg gehe ich
ins Deutsche Pilgerbüro. Dort lege ich meinen Pilgerausweis vor und
bekomme meinen vorletzten Stempel. Dann zum Peters Dom. An den
Sicherheitsschleusen trenne ich mich von meinem geliebten Taschenmesser
„ Schweizer Präzession“. Man wirft hier ungläubige und Pilger in einen
Topf, kein besonders gutes Gefühl nach soviel Strapazen. Aber
vielleicht geht es auch nicht anders. Ich war 1978 das letzte Mal im
Petersdom, seinerzeit noch ohne Schleuse und soviel Sicherheitspersonal.
Ich gehe an die Bronzene Petrus Figur, lege meine Hand auf seinen Fuß,
die obligatorische Rombegrüßung. Nach dem Petersdom in die nächste
Apotheke. Ich muss endlich was an meinen Druckstellen im Gesäßbereich
machen und kaufte mir eine Dose Pflaster Größe a 7x7 cm. Hier Wund und
Heilsalbe drauf und siehe da es funktioniert noch immer. Die Schmerzen
sind weg. Früher beim Skifahren ein altbekannter Trick um Druckstellen
zu beseitigen . Wäre mir das nur früher eingefallen, es wäre mir viel
Schmerz erspart geblieben.
Samstag 28. 5.
Heute Morgen muss ich zuerst wieder zu DHL um weiteres Gepäck nach Hause
zu schicken. Zwei Taschen mit insgesamt 8 kg sind abgeschickt. Nicht
ganz billig die Aktion (80€), aber vor der Heimreise muss ich mich
erleichtern, die soll teilweise mit der Bahn stattfinden und Gepäck
stört hier nur. Als alter Schützenbruder, über 45 Jahren bin ich in der
Schützenbruderschaft, geht mein nächster Weg zum heiligen Sebastian, dem
Schutzpatron vieler Schützenbruderschaften. Die Kirche des hl.
Sebastians liegt an der Via Appia Antica, also an jener legendärer
Heerstraße den schon so mancher Ami Schinken beschrieb (Quo Vadis). Zu
Fuß waren es rund 5 km, ich kam gegen 11.45 Uhr an und gegen 12.00 Uhr
sollte geschlossen werden. Also noch schnell hinein, ein kleiner Pater
begrüßte mich und ich bekam den letzten Pilger Stempel meiner Reise.
Auch gab er mir noch reichlich Zeit für ein stilles Gebet, ein paar
Kerzen und einige Fotos.
Sonntag 29.5.
Mein letzter Tag in Rom führt mich wieder zum Petersplatz, Sonntagmittag
betet Papst Benedikt das Angelus Gebet. Ich nehme mein Fahrrad mit und
stelle mich neben den Obelisk, jedoch vor die Absperrung, hier warte ich
rund eine Stunde bis der Papst ans Fenster kommt, er betet den Angelus,
und grüßt danach die Pilger in 5 Sprachen. Die Beschallung ist super,
man hat das Gefühl der Papst steht neben einem, er ist allerdings
schätzungsweise 300 m entfernt. Sein letzter Satz: „bella Domenica“
(schönen Sonntag). Für mich ist das der Startschuss wieder die Heimreise
anzutreten. Mittlerweile habe ich 8 kg abgenommen. Rund 15 Kg Gepäck
sind zurück geschickt und das Rad fahren fällt deutlich leichter. Heute
fahre ich noch mal 100 km in Richtung Norden, die nächsten Tage nehme
ich immer mal wieder die Bahn, in Italien ist Bahnfahren günstig. Auch
durch die Schweiz geht es mit der Bahn. Meine letzte Übernachtung mache
ich in Lörrach und von hier dann über den Schwarzwald (noch mal auf 950
m ü.nn) nach Freiburg und von dort mit der DB bis Bonn.
Resümee
Nach 3 1/2 Wochen bin ich wieder zuhause. Es hat alles perfekt geklappt.
Gott sein Dank! Keine größeren Blessuren, keine Fahrradpanne. Fast immer
schönes Wetter.
Fahrrad: Steppenwolf TAO FS, Reifen Conti plus (mit Kevlar gewebe,
unbedingt erforderlich) Gesamt 2030 km, Hinreise bis Rom 1750 km, 128
Stunden im Fahrradsattel (Selle SMP) gesamt Schnitt 16,0 km/h.
Beim nächsten Mal: viel weniger Gepäck, viel mehr Zeit nehmen.
Bert Dücks
sandte uns seinen
Pilgerbericht per eMail im Dezember 2011

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Der Weg ist das
Ziel |
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........
Mit dem Fahrrad nach Santiago in 26 Tagen und 2235 Km. |
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Pilgerreise über die
„Via Lemovicensis“mit meinem Freund Mariano Antón. Mit dem Fahrrad von
Buchenbach nach Santiago de Compostela in 26 Tagen, über eine Strecke
von 2235 Km.
Bereits im letzten Jahr hatte ich mit meinem Fahrrad alleine diese
Pilgerreise über die „Via Podiencis“ unternommen und auch glücklich nach
26 Tagen und 2280 Km in Santiago de Compostela beenden können. Es der
Wunsch meines Freundes Mariano, diese Pilgerreise zusammen mit Ihm noch
einmal zu unternehmen. Im Frühjahr dieses Jahres beschlossen wir, am 25.
Juli, dem Fest des heiligen Jakobus, unsere Reise zu beginnen. Ich hatte
dieses Mal eine andere Streckenführung gewählt. Wir wollten den „Camino“
(Weg) von ca. 2300 Km von Buchenbach nach Santiago de Compostela über
die Strecke der „Via Lemovicensis“ in ca. 28-30 Tagen, mit den
Fahrrädern und einer Zeltausrüstung bewältigen. Wir wollten die gesamte
Tour mit einem Tourenfahrrad und einem umgebauten Mountainbike mit
jeweils etwa 30-36 Kg Gepäck machen. Damit waren wir auf asphaltierte
Straßen angewiesen
25. Juli 2004 (Jakobustag) 1. Fahrtag Stand
ab 0 Km
Abfahrt 8.45 Uhr Ankunft 18.00 Uhr
Stand an 108 Km
Von Buchenbach nach Dannemarie 108 Km
Wir besuchten
zusammen mit unseren Frauen Inge und Erika die hl. Messe in der
Jakobuskirche in Eschbach. Dort bekamen wir unseren
ersten Pilgerstempel in unseren Pilgerausweis (Credencial
del Peregrino) und von Pater Franz Hoch am Schluss der Messe den
Pilgersegen. Diese Zeremonie hat mich und ich glaube auch Mariano sehr
beeindruckt. Als wir aus der Kirche kamen und unsere Tennisfreunde Sigi
und Ev Bornhauser, Walter und Renate Stubenbord, Gerd und Doris
Schweizer sahen, die gekommen waren um uns zu verabschieden, war die
Freude groß und es hat uns sehr bewegt. Wir bekamen noch einen Stein und
eine Muschel, um diese am „Cruz de Ferro“ abzulegen bzw. in Santiago de
Compostela weihen zu lassen. Nach dem Abschied von unseren Frauen und
unseren Freunden fuhren wir frohgemut Richtung Freiburg und weiter nach
Neuenburg, Mulhouse und am Rhein-Rohne Kanal entlang bis nach Dannemarie.
26. Juli 2004 2. Fahrtag
Stand ab 108 Km
Abfahrt 9.30 Uhr Ankunft 19.30 Uhr
Stand an 230 Km
Von Dannemarie nach Besancon 122 Km
Wir hatten uns
nach langen Überlegungen am Morgen entschlossen, die mit geführten Zelte
und das Zubehör bei unserem deutsch sprechenden Wirt in Dannemarie zu
lassen. Der erste Tag hatte gezeigt, dass schon im ebenen Gelände das
über 30 Kg schwere Gepäck von Mariano auf dem umgebauten Mountainbike
nicht sicher zu transportieren war. Die Fahrt am Doubs entlang führte zu
Anfang auf der Nationalstraße und war von starkem LKW- und PKW Verkehr
geprägt. Ab „Baume les Dames“ konnten wir eine Nebenstrecke wählen, die
direkt am Doubs entlang bis nach Besancon führte.
27. Juli 2004 3. Fahrtag
Stand ab 230 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft
18.00 Uhr Stand an 341 Km
Von Besancon nach Nuits - St. Georges 111 Km
Heute morgen
hatten wir leichte Kreuzschmerzen, wohl von unseren „Superbetten“ im
5.Stock in unserem bescheidenen Gasthofs. Oder war es vom Rauf- und
runtersteigen über die vielen schiefen Treppen ? Egal, wir holten
unsere Fahrräder aus dem Weinkeller wieder mühsam nach oben und fuhren
weiter an den Ufern des wunderschönen Doubs entlang. Über dole kamen wir
nach Nuit St. George ins Gasthaus „Des Cultivateurs“, wo ich im letzten
Jahr mein Fahrrad eingestellt hatte.
28. Juli 2004 4. Fahrtag
Stand ab 341 Km
Abfahrt 9.30 Uhr Ankunft
19.00 Uhr Stand an 447 Km
Von Nuits – St. Georges nach Avallon 106 Km
Wir sind am
morgen losgefahren um unsere erste schwere Etappe Richtung Avallon und
Vezelay anzugehen. Anfangs waren extreme Steigungen zu bewältigen. Nach
jeder Kurve meinten wir oben zu sein, aber immer noch ging es weiter.
Einzig die herrliche Aussicht auf die Weinberge der „Cote d’or“
entschädigten uns ein wenig. Endlich hatten wir es geschafft wie wir
meinten.
Es kamen rasante aber leider immer nur kurze Abfahrten. Wir hatten uns
geirrt, die steilsten Anstiege lagen noch vor uns. Immer wieder machten
wir Pausen und tranken reichlich Wasser und aßen Müsliriegel und
Bananen. Einige besonders langgezogene und steile Anstiege auf der D 970
machten uns sehr zu schaffen. Endlich kamen wir doch nach Avallon und
übernachteten in einem Billighotel.
29. Juli 2004 5. Fahrtag
Stand ab 447 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft
19.00 Uhr Stand an 548 Km
Von Avallon nach La Charite 101 Km
Mariano hat
starke Schmerzen in der Ferse. Seine rückwärtigen Extremitäten behandelt
er mehrfach am Tag und nach eigenen Angaben auch mehrfach in der Nacht,
mit Bepanthen und Aldi Wund- und Heilsalben. So hatte jeder seine
Wehwehchen, aber „Der Weg ist das Ziel“ und nicht umsonst heißt der alte
Pilgerspruch seit Jahrhunderten „Ultreija“ das bedeutet „immer vorwärts
immer weiter voran“. Der heutige Tag war wieder sehr anstrengend. Kurz
vor Vezelay kam noch eine extreme Steigung über mehrere Kilometer die
uns fast das Letzte abverlangte. Im Ort, am letzten steilen Anstieg vor
der Kathedrale, fuhr vor mir ein junges Paar mit einem Kind. Dieses war
in einem Fahrradanhänger von Papas Fahrrad untergebracht. Die Mama hatte
auf ihrem Fahrrad vier schwere Packtaschen befestigt. Offensichtlich
waren sie auf einer ausgedehnten Pilgerreise auf dem Camino. Einer der
ersten emotionalen Höhepunkte unserer Pilgerreise war mit dem Besuch
dieses geschichtsträchtigen Ortes und seiner Kathedrale erreicht. Diese
Stadt ist seit Jahrhunderten der Ausgangspunkt von einem der drei großen
und bekannten Pilgerwege durch Frankreich. Nach dem Besuch der
mächtigen Kathedrale fuhren wir weiter. Bis nach La Charite.
30. Juli 2004 6. Fahrtag
Stand ab 548 Km
Abfahrt 9.30 Uhr Ankunft
15.00 Uhr Stand an 601 Km
Von La Charite nach Bourges 53 Km
Der Verkehr
hielt sich heute in Grenzen. Auch die ab und zu vorhandenen Steigungen
blieben im erträglichen Rahmen. Die Landschaft war etwas eintönig.
Riesige abgeerntete Felder säumten die Straßen. Wir hatten heute ein
großes Erlebnis. Wir überholten den ersten Fußpilger auf dem Camino und
er begrüßte uns und wir ihn, mit dem bekannten „Bon Camino“. (Guten
Weg) Die Hitze machte uns heute zu schaffen, da wir cirka 30-35 Grad im
Schatten hatten. Wir waren froh als wir nach 53 Km Bourges erreichten.
Wir besichtigten trotz Mariano’s angeschlagener Ferse die Innenstadt und
die mächtige Kathedrale und besorgten uns einen Pilgerstempel. Heute war
ein gelungener Tag !
31. Juli 2004 7.
Fahrtag
Stand ab 601 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft
20.00 Uhr Stand an 747 Km
Von Bourges nach La Souterraine 146 Km
Heute waren wir
Beide in sehr guter Stimmung und haben einen Fahrrekord erreicht. Wir
sind bei gutem Wetter und einer Tagestemperatur von ca. 32 Grad und
guten, teilweise ebenen Straßen mit nur leichten Steigungen 146 Km
gefahren. Unterwegs haben wir Stops in Chateauroux und in Argenton
eingelegt. In Chateauroux besuchten wir die große Kathedrale und haben
nach dem Pilgerstempel gefragt. Man verwies uns an die Curie (Pfarramt)
das einige Straßen weiter entfernt war. Die Pfarrer dort waren doch
etwas erstaunt als wir erzählten, dass wir mit dem Fahrrad aus der Nähe
von Freiburg bis hierher gefahren waren und weiter nach Santiago de
Compostela wollten. Wir fuhren dann weiter in Richtung Argenton und dann
nach La Souterraine.
01. August 2004 8. Fahrtag
Stand ab 747 Km
Abfahrt 8.00 Uhr Ankunft
16.30 Uhr Stand an 822 Km
Von La Souterraine nach Limoges 75 Km
Bei heißen
Temperaturen von 35 – 37 Grad fuhren wir eine kurvenreiche, mit einigen
Steigungen gespickte Strecke. Mariano sprach vom kleinen Notschrei,
einem bekannten Pass im Schwarzwald. Diesen Petit Notschrei bewältigten
wir cirka 8 mal. Jedes mal mit einem Höhenunterschied von einigen
hundert Metern. Etwas Sorge bereitete mir ein hörbares, aber leider noch
nicht näher definierbares Knacken in und an meinem Fahrrad. Mariano
verlor irgendwann an diesem Tag seine Trinkflasche und füllte dann
seinen roten Orangensaft so in eine 1 Ltr. Plastikflasche, dass es
aussah als trinke er Rotwein oder Rosé (In Frankreich ja sehr passend).
Um 16.00 Uhr kamen wir nach einer kleinen Irrfahrt in Limoges an.
02. August 2004 9. Fahrtag
Stand ab 822 Km
Abfahrt 9.30 Uhr Ankunft
17.30 Uhr Stand an 920 Km
Von Limoges nach Antonne 98 Km
Wir fuhren zur
Kathedrale und waren noch zu früh auf dem großen Platz vor den mächtigen
Toren der Kirche. Nachdem wir die wunderschöne, beeindruckende
Kathedrale ausgiebig besichtigt hatten, besorgten wir uns den
traditionellen Pilgerstempel und fuhren bei schönem Wetter und immer
noch hohen Temperaturen auf der Nationalstraße nach Aix sur Vienne. Dort
bogen wir auf die wenig befahrene D 20 ab. In La Coquille stießen wir
wieder auf die Nationalstraße. Einige Male waren gefährliche Situationen
zu überstehen, wenn LKW’s ziemlich eng und manchmal sogar haarscharf an
uns vorbeifuhren. Mariano pflegte in diesen Fällen immer den
„Scheibenwischer“ zu machen, das heißt er fuhr mit der flachen Hand
einige Male vor seiner Stirn hin und her um anzudeuten, dass der LKW
Fahrer wohl nicht mehr ganz klar im Kopf wäre. beschützt, der sicher
wollte dass wir ohne Schaden in Santiago de Compostela ankommen sollten.
In Antonne einem kleinen Dorf fanden wir Unterkunft.
03. August 2004 10. Fahrtag
Stand ab 920 Km
Abfahrt 8.30 Uhr Ankunft
17.00 Uhr Stand an 1018 Km
Von Antonne nach Ste Foy la Grande 98 Km
Die heutige Tour
war geprägt von einer schweren Nachmittagsstrecke. Vorher hatten wir bei
starkem Verkehr die Stadt Perigueux passiert. Wir sahen rechts über uns
die mächtige und wuchtige Kuppel-Kathedrale. Um die Mittagszeit
überholten wir das erste Pilgerpaar. Wie üblich grüßten wir mit Bon
Camino und Utreija. (Guten Weg und immer Voran !) Mariano und ich hatten
heute einige ernste Probleme mit unserem wichtigsten Körperteil auf
dieser Fahrrad-Pilgertour, nämlich mit unserem verlängerten Rücken.
Dieser tat uns teilweise so weh, dass wir unterwegs anhalten und uns mit
unseren diversen Wund- und Heilsalben einreiben mussten. Etwas Auftrieb
gab uns die Tatsache, dass wir kurz vor unserem Ziel die 1000 Km Grenze
überschritten hatten. Das bereits am 10. Tag unserer Reise. Somit hatten
wir einen Fahrdurchschnitt von 100 km pro Tag erreicht. Später kündigten
kräftige Gewitter eine Änderung der bisher warmen und schwülen Witterung
an.
04. August 2004 11. Fahrtag
Stand ab 1018 Km
Abfahrt 8.30 Uhr Ankunft
16.30 Uhr Stand an 1088 Km
Von Ste Foy la Grande nach Coimers bei Bazas 70 Km
Heute morgen
regnete es tatsächlich. Die Aussichten für diesen Tag sahen nach einem
Blick zum südwestlichen Himmel auch nicht viel besser aus. Die
Temperatur war kräftig auf nur noch 20 Grad gefallen. Wir hatten heute
auch viele Steigungen und Abfahrten zu bewältigen, da wir uns den
bergigen und hügeligen Weinbaugebieten rund um Bordeaux näherten. Nach
mehreren Pausen, die manchmal durch strömenden Regen erzwungen wurden,
fanden wir 6 Km hinter Langon und 6 Km vor Bazas die Herberge „Chez
Paulette“. Der Himmel hatte sich gerade wieder drohend verfinstert.
Plötzlich tauchte einsam und wie es aussah verlassen, dieses Gasthaus
auf. Kaum hatten wir die Fahrräder abgestellt fing es fürchterlich an zu
schütten. Die anwesende Mamsell (Hausangestellte) hatte wohl Mitleid mit
uns. Obwohl Ihre Chefin nicht da war, gab sie uns bescheiden
ausgestattete Zimmer auf eigene Verantwortung.
05. August 2004 12. Fahrtag
Stand ab 1088 Km
Abfahrt 8.30 Uhr Ankunft
19.30 Uhr Stand an 1224 Km
Von Coimers bei Bazas nach Dax 136 Km
Heute Vormittag
fuhren wir bei gutem Wetter und angenehmen Temperaturen auf weitgehend
ebenen Strecken durch schattige Wälder von Bazas nach Dax.
Insgesamt schafften wir an diesem Tag eine Strecke von 136 Km. Dies war
die zweitbeste Tagesleistung auf unserer gesamten Reise. Jetzt war es
wohl langsam an der Zeit an einen oder zwei Ruhetage zu denken. Wir
waren weit vor unserem ursprünglichen Zeitplan und beschlossen, nach
dem passieren der spanischen Grenze irgendwo einen oder mehrere Ruhetage
einzulegen. Wir erreichten die Stadt Dax um 19.30 Uhr.
06. August 2004 13. Fahrtag
Stand ab 1224 Km
Abfahrt 8.45 Uhr Ankunft
19.30 Uhr Stand an 1338 Km
Von Dax nach San Sebastian 114 Km
Heute stand
unsere letzte Etappe in Frankreich an. Wir wollten auf jeden Fall die
spanische Grenze passieren. Wir fuhren weiter in Richtung San Sebastian,
immer auf der Suche nach einer Unterkunft. Einmal fuhren wir sogar auf
der Nationalstraße durch einen für Radfahrer verbotenen Tunnel. Trotz
regem Nachfragen von Mariano waren keine Zimmer zu bekommen. Langsam
wurde es uns doch etwas mulmig. Durch Glück und dem Charme von Mariano,
der eine nette jungen Dame becircte, die intensiv herumtelefonierte,
fanden wir noch Zimmer im Hostal Pellizar Picknick.
07. August 2004 14. Fahrtag
Stand ab 1338 Km
Abfahrt 9.15 Uhr Ankunft
15.30 Uhr Stand an 1397 Km
Von San Sebastian nach Deba 59 Km
Nach einer
teilweise schwierigen Fahrt mit einigen Umwegen durch die Vororte von
San Sebastian kamen wir endlich an den traumhaft schönen Stadtstrand .
Wir fuhren weiter durch diese schöne Stadt und an der cantabrischen
Steilküste am Meer entlang. Von der Strecke her war dies einer der
bisher schwierigsten Abschnitte. Wir fuhren wir weiter über teilweise
extrem ansteigende Straßen mit 10 – 15 % Steigung. Auf der Höhe wurden
wir von Polizisten informiert, dass in Kürze die Baskenradrundfahrt hier
vorbeikommen würde und wir nur noch bis nach Zarautz fahren könnten. Der
Betrieb hier war aber so groß, dass wir doch weiter an der Küste entlang
fuhren in Richtung Zumaia. Wir fragten wir überall nach Zimmern, aber
leider immer vergeblich. Es war alles ausgebucht. Es gab ein Hostal in
Deba, das heute eröffnet werden sollte. Dort konnten wir telefonisch
Zimmer reservieren. Die Strecke über die kurvenreiche Küstenstraße
hatte noch steile Abschnitte für uns parat, die uns viele Schweißtropfen
kosteten
08. August 15. Tag Ruhetag
Wir hatten wirklich Glück. Das Hostal lag direkt am wunderschönen Strand
und war neu eröffnet worden. Das Gepäck wurde neu sortiert und gepackt.
Die Wäsche intensiv gewaschen und getrocknet. Nach dem ausgezeichneten
Frühstücksbuffet, besuchten wir die Kirche von Deba und bekamen dort
unseren obligatorischen Pilgerstempel. An diesem Tag erholten wir uns.
Am Abend besprachen wir ausführlich unser bisher geschafftes Programm
und machten einen Übersichtsplan wann wir wohl in Santiago de Compostela
ankommen würden. Da wir 1 Woche früher im Zeitplan waren, beschlossen
wi,r unsere Hostalreservierung in Santiago de Compostela eine Woche
vorzuverlegen.
09. August 2004 16.Tag - 15.
Fahrtag Stand ab 1397 Km
Abfahrt 8.15 Uhr Ankunft
16.00 Uhr Stand an 1480 Km
Von Deba nach Barakaldo bei Bilbao 83 Km
Wir begannen
unsere Fahrt ohne Frühstück und wollten dies irgendwo unterwegs zu uns
nehmen. Es regnete, wir diskutierten ob wir die Küstenstraße nehmen,
oder über N 634 nach Bilbao fahren sollten. Nach dem erfolgreichen
Telefonat von Mariano besuchten wir in Ermua die Jakobuskirche,
zufällig sprach Mariano mit 2 Frauen, die den zuständigen Padre kannten.
Er ging mit uns in die Sakristei, um uns den Pilgerstempel zu geben. Wir
mussten auf der N 634 wieder weiter fahren und hatten dort noch einige
ordentliche Steigungen zu bewältigen. In Bilbao sahen wir sehr schöne
Gebäude, Statuen, Denkmäler und Kirchen. Besonders futuristisch war das
bekannte Guggenheim Museum. Beim Herausfahren aus der Stadt trafen wir 2
Fußpilgerinnen aus Belgien, die schon 3 Monate auf dem Camino unterwegs
nach Santiago de Compostela waren. Sie erzählten uns, dass sie in 3 – 4
Wochen dort ankommen wollten. Mein Fahrrad knackte immer noch,
eigentlich immer mehr, aber es fuhr und fuhr. Was sollte ich machen ?
10. August 2004 17.Tag - 16.
Fahrtag Stand ab 1480 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft 16.00 Uhr
Stand an 1543 Km
Von Barakaldo nach Gama b.Barcena de Cicero 63 Km
Heute haben wir
die bisher schwerste Etappe in Spanien hinter uns gebracht. Es ging
kilometerweit rauf- und runter !!! Immer wieder ! Es war insgesamt eine
„rechte Tortur“. Unterwegs sahen wir immer wieder die großen
Hinweistafeln „Camino de Santiago“ und wussten damit, dass wir auf dem
richtigen Weg waren. Mit weiteren Steigungen und auf kurvigen Straßen
fuhren wir weiter bis nach Gama bei Barcena de Cicero. Wir fanden eine
Kirche, die leider wie es schien, geschlossen war. Auf unser Klopfen
öffnete sich überraschend eine Tür und einige Frauen die beim
Saubermachen waren, gestatteten uns einen Blick in die schöne Kirche.
Nach der Rückkehr ins Hostal gönnten wir uns wieder einmal eine große
Portion Spaghetti um unsere durch die Anstrengungen des heutigen Tages
in Anspruch genommenen Körpern etwas Gutes zu tun.
11. August 2004 18.Tag - 17. Fahrtag
Stand ab 1543 Km
Abfahrt 9.15 Uhr Ankunft 18.30 Uhr
Stand an 1633 Km
Von Gama b. Barcena de Cicero nach Torrelavega 90 Km
Es sollte ein
schwerer Tag werden. Orkanartige Böen behinderten unser Fortkommen
massiv. Es wehte den ganzen Tag. Leider nicht mit uns sondern gegen uns.
Alles bei Temperaturen von 28 Grad. Der Sturm war teilweise so stark,
dass wir beim Bergauffahren Schritttempo fahren mussten und fast zum
Stehen kamen. Endlich kamen wir nach Santander. Wir fanden zuerst die
Kathedrale, dann den Hafen. Dort peitschte der Sturm das Wasser hin und
her. An den 2 schönen Stränden, konnten wir uns kaum auf den Rädern bzw.
Beinen halten, da der Sturm massiv die Wellen peitschte undden Sand des
Strandes aufwirbelte. Bei der Fahrt aus Santander heraus, fast kein
Durchkommen. Wir gerieten trotz Nachfrage und der Sprachkenntnisse von
Mariano auf die Autobahn. Nach 3 Kilometern Fahrt mit den Fahrrädern auf
dem Standstreifen wurde es mir zu gefährlich und ich nahm einfach die
nächste Abfahrt. Wir fanden die für Fahrräder geeignete Straße und den
Wegweiser nach Torrelavega.
12. August 2004 19.Tag - 18. Fahrtag
Stand ab 1633 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft 16.00 Uhr
Stand an 1681 Km
Von Torrelavega nach Reinosa 48 Km
Heute stand der
erste von zwei schwierigen und anstrengenden Übergängen über die
cantabrischen Berge an. Es war wohl die bisher schwerste Etappe. Wir
hatten nur eine Strecke von cirka 50 Km vorgesehen. So mühten wir uns
den ganzen Tag über und hatten zum Schluss sicher über 1500 Höhenmeter
erreicht. Unterwegs bei „Los Caldas de Besaya) sahen wir einen Hinweis
auf ein Kloster (Monasterio) und beschlossen kurzerhand eine kleine aber
heftige Steigung hinaufzufahren um das Dominikanerkloster zu besuchen.
Der Prior empfing uns sehr freundlich und wir bekamen einen Stempel in
unseren Pilgerausweis. Die LKW’s überholten uns immer wieder mit
geringem Abstand.
Es ging teilweise wirklich haarscharf zu und Mariano schimpfte mehrmals
den LKW’s nach und machte seine schon erwähnten
Scheibenwischer-Handbewegungen. An diesem Tag bekam ich für meine
Fahrleistungen ein Lob von Mariano. Er meinte dass die bisherigen
Leistungen für einen 62- jährigen eigentlich recht gut seien. Endlich
kamen wir nach Reinosa.
13. August 2004 20.Tag - 19. Fahrtag
Stand ab 1681 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft 15.00 Uhr
Stand an 1745 Km
Von Reinosa nach Herrera de Pisuerga 64 Km
Heute ging es
wieder über viele langgezogene Steigungen auf die 1000 m hohe „Puerta de
Pozazal“. Von hier ab ging es auf und ab Richtung Süden. Die
Felsformationen links und rechts der N 611 wurden immer schroffer und
alpiner.
Nach 64 Km kamen wir nach „Herrera de Pisuerga“. Auch hier hatten wir
ein kleines und wie wir meinten, nettes Hostal „La Piedad“ reserviert.
Wir waren heute schon um 15.00 Uhr eingetroffen und beschlossen, die
dringend notwendig gewordene Reinigung und Revision unserer reichlich
beanspruchten Fahrräder vorzunehmen. Ich fuhr später noch einmal in den
Ort um in der Kirche der hl. Anna einen Stempel für unseren
Pilgerausweis zu holen.
14. August 2004 21.Tag - 20.
Fahrtag Stand ab
1745 Km
Abfahrt 10.15 Uhr Ankunft 17.15 Uhr
Stand an 1837 Km
Von Herrera de Pisuerga nach Sahagun 92 Km
Um 8.45 Uhr
wollten wir heute abfahren. Unser Schrecken war groß, da an meinem
Fahrrad der Vorderreifen platt war. Bei Marianos Fahrrad war der
Hinterreifen platt. Wir versuchten zuerst die Reifen aufzupumpen aber
vergeblich. Damit war klar dass es kein Scherz eines Betrunkenen gewesen
war, sondern schon eine üble, gezielte Sabotage gegen zwei harmlose
Pilger.
Auf jeden Fall hatten wir gelernt Vorder- und Hinterreifen ab- und
wieder aufzumontieren sowie Schläuche auszutauschen. Wir fuhren dann
zügig über lange endlos erscheinende Steigungen durch das Hochland von
Castilien Richtung Osorno und weiter über Carrion de los Condes nach
Sahagun. Unterwegs hatten wir ein Pilgerpaar aus England getroffen, das
ebenfalls mit den Fahrrädern unterwegs war. In Carrion de los Condes
hatte ich eine sehr emotionale Begegnung. An der gleichen Stelle wie vor
einem Jahr, als ich hier allein unterwegs war, musste ich wieder nach
dem rechten Weg fragen. Eine Frau die sogar ähnlich aussah wie damals,
wies mir und damit uns den richtigen Weg.
15. August 2004 22.Tag - 21.
Fahrtag Stand ab
1837 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft 13.00
Uhr Stand an 1896 Km
Von Sahagun nach Leon 59 Km
Von Sahagun aus
fuhren wir cirka 40 Kilometer auf dem sogenannten „Real Camino“. Dies
sieht so aus, dass die Fußpilger auf einem bekiesten Weg gehen. Die
Radpilger fahren auf einer asphaltierten Straße daneben. So kommt es am
laufenden Band zu Begegnungen mit dem Gruß Bon Camino und Ultreja.
Diesen cirka 40 Km langen Abschnitt des Camino nennt man scherzhaft auch
die „Pilgerautobahn“. Wir besichtigen nach der Ankunft in Leon die
Kathedrale und besorgten uns den Pilgerstempel in der Sakristei. Das
Innere der Kathedrale wirkt wie eine Symphonie aus Licht und Stein.
125, bis zu 12 m hohe Buntglasfenster mit insgesamt ca. 1800 qm
Glasscheiben erfüllen die Kathedrale mit sanftem Licht. Vor der
Kathedrale sahen wir zum ersten Mal einen „Pferdepilger“, besser gesagt
nur das Pferd, das dort angebunden war. Ein schöner angenehmer Tag ging
harmonisch zu Ende.
16. August 2004 23.Tag - 22.
Fahrtag
Stand ab 1896 Km
Abfahrt 8.30 Uhr Ankunft 16.15
Uhr Stand an 1973 Km
Von Leon nach Rabanal del Camino 77 Km
Wir fuhren im
morgendlichen Stadtverkehr zügig nach Marianos Stadtplan zielgerichtet
durch Leon und fanden auch gleich den richtigen Weg Richtung Astorga.
Vorher kamen wir am herrlichen Gebäude „San Marco“ vorbei, das heute ein
Museum und Hostal ist. Wir machten eine kurze Pause, um einige Bilder
vom Gebäude und dem Brunnen davor zu machen. Nach einem stetigen Auf-
und Ab auf der N 120, die mit vielen Rad- Fuß- und einigen Pferdepilgern
bevölkert war, kamen wir in die wunderschöne alte Pilgerstadt Astorga.
Wir besichtigten die Kathedrale und holten unseren Pilgerstempel ab.
Dann fotografierten wir das Pilgermuseum und eine überdimensionale
Pilgerfigur mit Koffer. Dort übernachteten wir im rustikalen Hostal „El
Refugio“. Hier hatte ich schon vor einem Jahr übernachtet.
17. August 2004 24.Tag - 23. Fahrtag
Stand ab 1973 Km
Abfahrt 9.00 Uhr Ankunft 16.00
Uhr Stand an 2033 Km
Von Rabanal del Camino nach Villafranca del Bierzo 60 Km
Heute war einer
der anstrengendsten Tage unserer Pilgerreise angebrochen. Stand doch die
Fahrt zu dem auf 1504 m Höhe befindlichen „Cruz de Ferro“ auf dem
Programm. Um 9.00 Uhr fuhren wir los. 9 Km ging es über immer nur
ansteigende Straßen bis wir die Höhe von 1504 m erreicht hatten. Dies
war der höchste Punkt in Spanien. Ich ließ Mariano vorfahren, da ich den
Augenblick in dem das „Eisenkreuz“ das erste Mal zu sehen war, ja
letztes Jahr schon erleben durfte. Es ist ein emotional erhebender
Moment, wenn man mitten in der Landschaft ein hohes auf einem einfachen
Baumstamm befestigtes schlichtes Eisenkreuz sieht. Umgeben von Millionen
von Steinen, die im Laufe von Jahrhunderten von Pilgern als Symbol für
die Lasten des irdischen Lebens abgelegt worden sind. Pilger aus vielen
Ländern treffen sich hier, um einen Moment inne zu halten und um sich zu
sammeln und Kraft zu schöpfen für die weitere Pilgerfahrt zu Ihrem Ziel,
dem Apostelgrab in Santiago de Compostela. Auch wir haben hier am Fuß
des Kreuzes unsere Steine abgelegt, die wir über eine Strecke von 2000
Kilometern mit unseren Fahrrädern transportiert hatten.
In Villafranca del Bierzo übernachteten wir im Hostal „Casa Mendez“.
18. August 2004 25.Tag - 24.
Fahrtag Stand ab
2033 Km
Abfahrt 8.00 Uhr Ankunft
18.00 Uhr Stand an 2112 Km
Von Villafranca del Bierzo nach Sarria 79 Km
War gestern die
bisher emotionalste Etappe, so hatten wir heute unbestritten die
schwerste und damit die Königsetappe vor uns. Wir fuhren bereits um 8.00
Uhr los und kamen nach 10 Stunden im Hostal an. Wir fuhren zuerst durch
einen Tunnel und hatten einen langen Anstieg auf die Puerta de Pedrafita
do Cebreiro auf eine Höhe von 1100 m. Dies hatte uns bereits viel
Schweiß und Kraft gekostet. Nach einer kurzen Pause ging es weitere 200
Höhenmeter auf die Höhe von 1300 m zum kleinen uralten Pilgerort O
Cebreiro. Die stark frequentierte Pilgerherberge ist aus dem 9. Jh. und
wurde vom französischen Heiligen Giraldo de Aurillac gegründet. Nach dem
Besuch der eindrucksvollen kleinen Kirche, in der wir auch den
Pilgerstempel bekamen, fuhren wir weiter in Richtung Triacastella und
Sarria. Bei einem großen Pilgerdenkmal machten wir Pause und Fotos. Wir
mussten einige 100 Höhenmeter abfahren, bevor der kurze aber steile und
schweißtreibende Anstieg auf die „Porto el Poio“ die auf 1335 m liegt,
erfolgen konnte. Die äußeren Bedingungen wurden immer schlechter. Auf
den Höhen über 1000 m war es kalt und windig. Ständig hatten wir einen
Wechsel von Regen, Sturm, Sonne und starkem Gegenwind. Teilweise
peitschten uns orkanartige Böen den Regen ins Gesicht. Der Wind war oft
so stark, dass wir bergab trotz kräftigem treten kaum vorwärts kamen. In
Samos sahen wir eines der ältesten Benediktinerklöster aus dem 6 Jh.
19. August 2004 26.Tag - 25.
Fahrtag Stand ab 2112 Km
Abfahrt 8.30 Uhr Ankunft
17.45 Uhr Stand an 2191 Km
Von Sarria nach Arzua 79 Km
Heute musste
schon wieder eine extreme Strecke absolviert werden. Nicht von der Höhe
der Berge, aber von der Anzahl der Anstiege und der Abfahrten. Es waren
einzelne lange Steigungen von 10 -15 %. Diese hielten sich in einer
Spanne von 200 bis 700 m Höhenmetern. Damit hatten wir am Ende dieses
Tages wohl mehr Höhenmeter abgearbeitet als am Vortag, da wir über 2
hohe Berge fahren mussten. Die Witterungsbedingungen waren ähnlich
schlecht wie am Vortage. Regenpelerine raus, Regenpelerine rein, so
änderte sich das Wetter am laufenden Band. Kurz nach Portomarin kam eine
besonders giftige Strecke, die mir im letzten Jahr schon sehr zu
schaffen gemacht hatte. Auch Mariano war hier mehr als einmal am Ende
seiner Kräfte und diesmal musste ich ihn aufmuntern, wie er das bei mir
schon früher mehrfach getan hatte.
Mariano und ich waren auf jeden Fall sehr froh, als wir unser
vorgebuchtes Hostal „O Retiro“ in Arzua erreicht haben. Kaum waren wir
angekommen regnet es wieder einmal in Strömen. Wir waren total geschafft
denn in den 3 letzten Tagen waren wir Beide bis an die Grenzen unserer
Leistungsfähigkeit gegangen.
20. August 2004 27.Tag - 26.
Fahrtag
Stand ab 2191 Km
Abfahrt 9.30 Uhr Ankunft 13.30
Uhr Stand an 2235 Km
Von Arzua nach Santiago de Compostela 44 Km

Heute haben wir unser
großes Ziel erreicht. Am 27.Tag unserer Reise, sind wir nach 26
Fahrtagen und einem Ruhetag, heute Mittag um 13.30 Uhr auf der großen
eindrucksvollen „Praza Obradoiro“ vor der mächtigen Kathedrale von
Santiago de Compostela angekommen. Ich hatte Mariano wieder vorfahren
lassen damit er dieses Mal den ersten Eindruck von diesem riesigen Platz
und der Kathedrale bekäme. Wir fuhren bis zur Mitte des Platzes und
sahen nur Menschen, Menschen, Menschen. Aufgrund des schon mehrfach
erwähnten heiligen Jahres kommen ungefähr das 20 -fache der Pilger eines
„normalen“ Jahres in Santiago de Compostela an. Auf jeden Fall hatten
wir Zwei es mit Bravour geschafft und wir reichten uns die Hände zum
gegenseitigen Dank.
Eigentlich wollten wir gleich unser Pilgerzertifikat im Pilgerbüro
abholen. Dort warteten jedoch die Pilger in langen Schlangen. Es wäre
eine Wartezeit von mehreren Stunden geworden. Unser Credencial
(Pilgerausweis) war mit 33 Stempeln übervoll geworden. Nur der letzte
und wichtigste fehlte noch, der von Santiago de Compostela. So
beschlossen wir zuerst unser vorgebuchtes Hostal „Campanas de San Juan“
(das heißt übersetzt die Glocken vom heiligen Juan) aufzusuchen und erst
einmal unsere Zimmer zu beziehen. Das Hostal lag mit wenigen Fußminuten
nicht weit von der Kathedrale entfernt und ist zu empfehlen.:
www.campanasdesanjuan.com
Am Abend gingen wir zur feierlichen Pilgermesse, die in der übervollen
Kathedrale stattfand. Diese fand Ihren Abschluss mit dem feierlichen
Schwingen des „Botafumeiro“ des übergroßen Weihrauchfasses, das von 8-12
Männern gehalten und dann in Schwingungen gebracht wird.
21. August 2004 28.Tag Santiago de Compostela
Heute morgen Morgen konnten wir die „Pilgerregularien“ die jedem Pilger
obliegen, absolvieren. Die Wartezeit betrug nur noch eine Stunde. Wir
reihten uns ein und traten durch die heilige Pforte, die wie schon
erwähnt nur in den sogenannten heiligen Jahren geöffnet ist. Das
heilige Jahr „Alto Santo Compostelano“ wird immer dann gefeiert, wenn
der 25. Juli, das Fest des Apostels Jakobus auf einen Sonntag fällt. Es
findet dadurch immer in regelmäßiger Wiederkehr statt. Nach der Regel
11, 6, 5, und 6. Jahr. Nach dem Durchgang durch die heilige Pforte
stiegen wir über eine Treppe zur Empore hinter dem Hochaltar und von
dort hinter das Bildnis des Apostel Jakobus. Als Zeichen der Verehrung
für den Apostel und als Zeichen der Dankbarkeit für den erfolgreichen
Abschluss der Pilgerreise umarmte ich für einen kurzen Augenblick die
Schultern der Figur. Im Anschluss daran stiegen wir in die Gruft
hinunter, die unter dem Hochaltar liegt und verweilten dort einen kurzen
Moment vor den sterblichen Überresten des Apostel Jakobus des Älteren
(Santiago). An der Jakobussäule legte ich noch die Hand in die
Vertiefungen. Anschliessend gingen wir zum Pilgerbüro, das sich unweit
der Kathedrale befindet. Endlich nach einer guten Stunde konnten wir
unsere Zertifikate in Lateinischer Schrift in die Hand nehmen. Damit
hatten wir unser Pflichtprogramm erfüllt und alles war geregelt. So
konnten wir morgen unsere Frauen erwarten. Die mit dem Auto und
Fahrradträger in 2 Tagen hiergefahren waren um uns abzuholen. Hiermit
bedanken wir, Mariano und ich, uns noch einmal von Herzen bei unseren
Frauen Erika und Inge, dass Sie uns über diese große Entfernung von über
2000 km mit dem Auto abgeholt haben.
Fazit der Reise:
Die Reise die
wir jetzt zu Zweit unternommen habe ist ganz anders abgelaufen als meine
erste Pilgerreise. Die Reise war viel kurzweiliger und auf jede Weise
sehr unterhaltsam. Wir haben viel zusammen gelacht. Manchmal aber auch
heftig diskutiert. Aber wir haben auf jeden Fall und immer
zusammengehalten.
Wenn einmal eine ernste oder gefährliche Situation auftrat, hat sich
einer auf den anderen verlassen können. Wir mussten beide lernen,
aufeinander Rücksicht zu nehmen und voreinander Respekt zu haben. Dies
ist uns Beiden zum Anfang schwer gefallen, aber während des Verlaufs
der 4 Wochen immer besser gelungen. Ich möchte auf jeden Fall diese
Reise nicht missen und mich bei dieser Gelegenheit bei meinem Freund
Mariano bedanken. Die diesmal gewählte Strecke über die „Via
Lemovicensis“ war gleich schwer wie die Strecke über die „Via Podiensis“.
Die Kilometerleistung war mit 2235 km gleich und auch auf dieser Reise
haben wir 26 Fahrtage gebraucht und damit einen Tagesschnitt von 86 km
gefahren. Es
war ein beeindruckendes tiefgreifendes Erlebnis.
Rudolf Mäder
sandte uns seinen
Pilgerbericht per eMail im April 2008

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Auf dem Jakobsweg |
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........
von
Porto bis Saint-Jean-Pied-de-Port |
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Auf dem Jakobsweg
Caminho Português und Camino Francés
von Porto bis Saint-Jean-Pied-de-Port
Die
Idee auf dem Camino Francés noch einmal zurück zu laufen hatte ich schon
im letzten Jahr. Gesundheitliche Gründe zwangen mich aber zu einem
Abbruch in Santiago und ich kehrte nach Hause zurück. Bis jetzt war ich
5 mal auf einem Jakobsweg.
2001: Vom Somportpaß nach Santiago und weiter nach Fisterra (26 Tage -
Camino Francés)
2002: Von Nürnberg nach Santiago und Fisterra und zurück nach Nürnberg
(168 Tage - Jakobsweg)
2005: Von Sevilla nach Santiago und Muxia bzw. Fisterra (35 Tage - Via
de la Plata)
2006: Von Irun nach Santiago und Muxia bzw. Fisterra (35 Tage -
Küstenweg)
2007: Von Valencia nach Santiago und Fisterra bzw. Muxia (44 Tage -
Camino de Levante)
Dieses Jahr wählte ich eine kürzere Variante bis nach Santiago. Am
Dienstag den 06.05.2008 flog ich nach Porto. Zuvor hatte ich mir über
das Internet die Unterkunft besorgt. Am Ankunftstag war in Porto ein
großer Trubel. Es fand gerade ein Umzug mit tausenden Jugendlichen
statt. Je nach Schule, Kolleg oder Uni waren sie gleich gekleidet. Eine
Stadtrundfahrt mit einem Touristenbus machte ich am nächsten Tag. Meine
eigentliche Wanderung begann am Donnerstag den 08.05.2008. Am Anfang
verlief der Pilgerweg fast immer auf der Straße. In der ersten Herberge
in Rates übernachteten 12 Personen, davon 7 Deutsche. Der weitere Weg
war dann abwechslungsreicher. Mit Ortsschildern wurde hier sparsam
umgegangen und ich wusste deshalb oft nicht, wo ich eigentlich war. Die
Gegend um Porto ist bekannt für den guten Wein. Ich sah deshalb auch
viele Weinfelder. Es waren aber keine großen Flächen, sondern meistens
kleine Parzellen.
In Valença war die Herberge geschlossen. Ein Portugiese telefonierte,
aber er konnte mir nicht helfen, so wanderte ich weiter und überquerte
schon am 4. Tag die Grenze zu Spanien. Von Tui ab traf ich dann auf mehr
Pilger. Die Markierung war bis jetzt gut gewesen. Erst kurz vor
Santiago am 9. Tag hatte ich einige Probleme den richtigen Weg zu
finden. Das Ziel Santiago konnte aber nicht verfehlt werden. Ich traf
noch rechtzeitig zur Pilgermesse ein. Der Botafumeiro wurde am Ende der
Messe auch geschwenkt und es gab Beifall. Die Jakobussäule war immer
noch abgesperrt und ich konnte deshalb meine Hand nicht in die
Ausfurchungen hineinlegen.
Ich hatte in einem Hostal in der Nähe der Kathedrale übernachtet.
Deshalb stand ich am Morgen (10. Tag) fast alleine auf dem Platz davor.
Ich ging weiter in Richtung Negreira. Ich überholte an diesem Samstag
Pilger und normale Wanderer und wurde auch selbst überholt. Vor
Trasmonte wurde ich auch von einer ca. 40 Personen großen
Radfahrer-Gruppe überholt, die ein Begleitfahrzeug dabei hatten. Mein
heutiges Ziel die Herberge (20 Betten) in Negreira war bereits um 14Uhr
voll belegt. Am nächsten Tag in Olveiroa (11.Tag) lag um 17Uhr ein
Zettel bei der Herbergs-Anmeldung „Albergue completo“ (32 Betten). Am
Morgen erzählte mir ein Brasilianer, der in der Küche geschlafen hatte,
dass heute Früh schon einige Pilger mit dem Taxi abgeholt worden wären.
Ich marschierte weiter und wählte nach Hospital den Weg nach Muxia.
Hier gab es genügend Platz in der Herberge. Weiter ging ich dann
südwärts in Richtung Fisterra. Nach dem Besuch des Kap Finisterre kam
ich auch diesmal in der Herberge unter (13.Tag). Am 14. Tag fuhr ich
dann mit dem Bus nach Santiago zurück.
Dort angekommen machte ich mich gleich auf den Weg nach Monte do Gozo.
Da ich noch genügend Zeit hatte marschierte ich weiter. Bis Pedrouzo
kamen mir an diesem Nachmittag zwischen 2-300 Pilger entgegen. Am
nächsten Tag (15. Tag) waren es ca. 500 Pilger, die ich bis Melide sah.
Ähnlich war es auch in den nächsten Tagen. Ich bekam aber immer eine
Unterkunft in einer Herberge. Nach Portomarin (17. Tag) überholte ich
ein französisches Paar, welches in die gleiche Richtung ging. Das
regnerische Wetter wollte nicht aufhören, deshalb hing in den Herbergen
überall nasse Kleidung herum. Am 19. Tag wanderte ich im Nebel durch O
Cebreiro und es war weiterhin nasskalt. Das anstrengende bergauf gehen
hatte ich geschafft und es ging bis Ponferrada (20. Tag) meist bergab.
Danach folgte aber wieder ein Anstieg von ca. 600m und ich war das erste
Mal nach nur 16km richtig fertig und blieb deshalb in El Acebo (21.
Tag). Ich machte es hier so wie Andere auch und legte mich schon am
Nachmittag aufs Bett. Die Herbergsbetreuer, ein deutsches Paar,
bereiteten für uns 18 Pilger ein Abendessen und am nächsten Morgen gab
es auch ein einfaches Frühstück. Frisch gestärkt wanderte ich weiter.
Am Cruz de Ferro (22. Tag) legte ich den bemalten Stein meiner Tochter
Marion nieder, obwohl ich eigentlich aus der verkehrten Richtung kam. Am
23. Tag regnete es nicht und dies wurde von vielen Pilgern benutzt,
einen Waschtag einzulegen. Ich war in Villar de Mazarife. Am nächsten
Tag erreichte ich León. Auf den Weg dorthin sah ich auch
Bewässerungsmaschinen. Es musste also im Sommer an Regen mangeln, was ja
auch meine Ersterfahrung auf dem Jakobsweg war. Auf vielen alten Kirchen
vor und nach León sah ich Storchennester. In León (24. Tag) besuchte ich
die Kathedrale und macht einen kleinen Stadtbummel. Danach verließ ich
die Stadt und übernachtete in Arcahueja in einer Bar-Herberge. Hier
hielten sich auch viele Einheimische auf, die Karten spielten. Die
Landschaft war in der Zwischenzeit ebener geworden und der Pilgerweg war
sehr oft entweder auf der Straße oder daneben. In El Burgo Ranero (25.
Tag) übernachtete ich zum dritten Mal in der gleichen Herberge. Die zwei
schwäbischen Damen, die diese Herberge als Freiwillige zur Zeit
betreuen, waren erst seit einem Tag hier. Wir Pilger waren froh, als
nach 17Uhr der offene Kamin angeschürt wurde. In den beiden letzten
Tagen hatte es immer wieder geregnet. Nach Calzadilla de la Cueza kam
mir ein Handradfahrer entgegen. Ich glaube er hatte keine Beine. In
Carrión de los Condes (27. Tag) bekam ich den letzten Platz in einer
Herberge. Der Pilgerstrom hatte in der Zwischenzeit etwas nachgelassen.
Z.B. zählte ich innerhalb von gut 4 Stunden bis Fromista (28. Tag) nur
noch ca. 120 Pilger. Über Castrojeriz kam ich nach Hornillas del Camino.
Der einzige Zugang zur Herberge und Kirche wurde gerade bearbeitet und
war entsprechend schlecht begehbar. In Burgos übernachtete ich dieses
Mal in einer Innenstadtherberge und nicht im Park.
Danach wanderte ich weiter in Richtung Osten und machte bis Atapuerca
(31.Tag) einen unfreiwilligen Umweg. In den nächsten Übernachtungsorten
Belorado und Santa Domingo de la Calzada hatte sich in den letzten
Jahren meiner Erinnerung nach nicht viel geändert. In Ventosa (34. Tag)
war ich das erste Mal. Als es bei einer Ortsbesichtigung plötzlich
wieder zum regnen anfing besuchte ich eine Bar. Hier fiel mir ein, dass
meine gewaschenen Sachen noch im Freien hingen und diese wurden dann an
diesem Tag auch nicht mehr trocken. Am nächsten Tag (35. Tag) kam ich
nach Logroño am Stand von Doña Maria, Tochter der bekannten alten Dame
Doña Felisa, vorbei. Am Weinbrunnen in Irache bekam ich dieses Mal
keinen Wein, da ich zu bald anwesend war. Seit Viana (36. Tag) hatte es
nicht mehr geregnet und dies war auch noch bis Zubiri so. Ich war über
Puente la Reina (37. Tag), Eunate und Pamplona hierher gekommen. In
Pamplona hatte ich dieses Mal (38. Tag) im Casa Paderborn übernachtet.
Da benutzte ich auch die Waschmaschine. Nach Zubiri fing es wieder an zu
regnen, trotzdem traf ich kurz vor Roncesvalles wieder auf eine
wandernde Busgesellschaft. Ich glaube es war seit dem Cruz de Ferro das
10. Mal, dass mir so eine Gruppe entgegenkam. Die jetzige Herberge in
Roncesvalles befindet sich nicht mehr in dem Gebäude wie vor 6 Jahren,
sondern unterhalb vom Restaurant Casa Sabina. Es ist ein großer
Schlafsaal und die sehr guten sanitären Anlagen befinden sich im Keller.
Am Abend aß ich zum dritten Mal während meiner Wanderungen auf
Jakobswegen im gleichem Restaurant und es gab wieder Fisch.
Den Weg über die Pyrenäen glaubte ich zu kennen, aber ich verfehlte eine
Abzweigung. Mein GPS zeigt nur die Luftlinie an. Ich musste deshalb
einen Umweg machen. Um 10Uhr30 kamen mir die ersten Pilger entgegen. Es
regnete die ganze Zeit. Die Entgegenkommenden hatten alle schmutzige
Schuhe und Hosenbeine und mir ging es nicht besser. Ich versank manchmal
bis zu 5cm im Matsch. Radfahrer nahmen auch diesen Weg. In der Herberge
in Saint-Jean-Pied-de-Port bekam ich noch einen Platz. Janin, die
Betreuerin der Herberge, war auch noch da.
Zurück nach Roncesvalles ging ich auf der Straße über Valcarlos. Dieses
Mal übernachtete ich in der Jugendherberge und aß am Abend im anderen
Restaurant natürlich Fisch. Von Roncesvalles fuhr ich dann mit dem Bus
nach Pamplona und weiter nach Bilbao. Hier hielt ich mich weitere drei
Tage auf. Hier war gerade ein Musikfestival und am Sonntag Galicientag.
Ich besuchte u.a. auch das Guggenheimmuseum, bevor ich dann am Montag
den 23.Juni 2008 über Palma de Mallorca wieder zurück nach Nürnberg
flog.
Meine diesjährige Reise dauerte 49 Tage. Davon war ich an 42 Tagen auf
dem Pilgerweg unterwegs und legte in ca. 275 Stunden eine Strecke von
etwa 1190km zurück.
Friedel Raab
http://www.nefkom.net/s-a-m.raab
Nürnberg den 30.10.2008

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