Landschaften zwischen
Rhein und Maas
Der ca 220 km lange Rhein-Maas-Weg beginnt bei Millingen aan de Rijn in den
Niederlanden, verläuft ab Zyfflich in südlicher Richtung durch Deutschland,
passiert südwestlich von Straelen wieder die deutschniederländische Grenze und
führt entlang der Maas über Venlo, Roermond und Maastricht nach Belgien; zudem
erfolgt die Anbindung des von Wuppertal bis Aachen führenden Jakobsweges nach
Meerssen bzw. Maastricht.
Die gesamte Wegestrecke ist geprägt durch die von Rhein und Maas mit ihren
Nebenflüssen maßgeblich im Quartär (2 Mio.-10.000 Jahre vor heute) gebildeten
Terrassen und Flussauen.
Die von ihrem engen Schiefergebirgstal in die Niederrheinische Bucht
austretenden Ströme Rhein und Maas schütteten im Altquartär einen gewaltigen
Schuttfächer auf, der bis zur Nordseeküste reichte. In diesen schnitten sie sich
in der Folgezeit ein und bildeten die in der Niederrheinischen Bucht
landschaftlich wirksamen, weiträumigen Flussterrassentreppen aus. Im Norden der
Bucht schließt sich das Niederrheinische Tiefland an, in dem die jüngeren
Terrassen das Bild der Oberflächenformen beherrschen. Besondere
landschaftsformende Einflüsse haben die Vorstöße des nordeuropäischen
Inlandeises in der Saale-Eiszeit vor ca. 120-140.000 Jahren hinterlassen. Sie
drängten den Rhein nach Westen ab und schufen in Form von Stauchendmoränen die
Niederrheinischen Höhen. Diese wurden nach der Eiszeit von Rheinarmen
durchschnitten und blieben als Reste zurück.
Im deutsch-niederländischen Grenzgebiet erstreckt sich eine von sandigen Böden
geprägte Landschaft (stellenweise bis ca 15 km breit), der am Ostufer der Maas
Dünen vorgelagert sind. Diese Sande sind am Ende der Eiszeit (Pleistozän) und zu
Beginn der jetzigen Zeit (Holozän) von Westwinden aus dem Maastal ausgeblasen
worden. Auf niederländischem Gebiet sind sie weniger als auf dem deutschen
Gebiet mit Wäldern bedeckt und beherbergen dort z. T, ausgedehnte Heideflächen.
Am Übergang zum Holozän, der Nacheiszeit, begannen die noch verwilderten Flüsse
Rhein und Maas sich zu trennen und ihre eigenen Talauen auszuformen, in denen
sie bis in historische Zeit ihren Lauf immer wieder verlagerten und dabei
Mäander abschnitten. Ursprünglich waren die Flussbette schmal und seicht, sodass
alle Hochwässer weit über die Ufer traten und die Niederterrasse mit
Hochflutlehmen und -sanden bedeckten. Diese durchweg fruchtbaren Böden
zeichneten zusammen mit dem ozeanisch geprägten Klima, den milden Wintern und
mäßig warmen Sommern, die kulturlandschaftliche Entwicklung zwischen Rhein und
Maas als Acker- und Weideland vor.
Ab Millingen, dem kleinen niederländischen Grenzstädtchen am Rhein, führt der
Weg auf dem Banndeich, der Trennlinie zwischen der periodisch überschwemmten Aue
und der in seinem Schutz gelegenen, landwirtschaftlich geprägten
Flussmarschlandschaft. Altarme und zahlreiche Wasserflächen jenseits des
Deiches, Pappelreihen und -alleen, einzelne Kolke, auf Warften liegende Höfe und
das von einem Netz aus Gräben und Hecken geprägte Kranenburger Bruch diesseits,
gliedern die Jahrhunderte alte Kulturlandschaft Düffel, die Teil der
grenzüberschreitenden Auenlandschaft.
„De Gelderse Poorf“ ist. Dieser Landschaftsraum ist insbesondere aus
ornithologischer Sicht von großer Bedeutung: Neben zahlreichen Wat- und
Wiesenvögeln sind es alljährlich Zehntausende von Saat- und Blässgänsen, die im
Herbst von ihren Brutplätzen in Sibirien aufbrechen und hier im Winter die
Grünlandflächen zum Äsen aufsuchen.
Einen Kilometer hinter der niederländisch-deutschen Grenze erstreckt sich in
Ost-West-Richtung ein aus der Niederterrasse flach herausragender Sandrücken,
auf dem sich kleine Orte wie zum Beispiel das am Weg liegende Zyfflich
angesiedelt haben. Auf der von einer Pappelallee begleiteten „Via Romana" - sie
weist auf die über 400 Jahre (ca. 50 v. Chr-350 n. Chr.) andauernde römische
Herrschaft am Niederrhein hin - gelangt man zu dem von einer mittelalterlichen
Stadtmauer umgebenen, reizvollen Städtchen Kranenburg.
Wenige Kilometer südlich beginnt der „Anstieg" auf die Niederrheinischen Höhen.
Sie stellen Relikte der in der Saale-Eiszeit durch Eisvorstöße aufgestauchten
Kiese und Sande (so genannte Stauchendmoränen) der Maas- und Rheinterrassen dar.
Große Teile dieser nährstoffarmen, sandigkiesigen Flächen sind von dem ca. 5000
ha großen Reichswald bedeckt; ein südlicher Teil, die heutige Gocher Heide, von
der nur noch der Name erhalten ist, diente im Mittelalter der intensiven
Schafhaltung. Sie brachte den Rohstoff für eine in Goch bis Mitte des 15. Jh.
blühende Wollweberei.
Im Reichswald fanden im Zweiten Weltkrieg heftige Kämpfe statt, der
Soldatenfriedhof in seiner Mitte erinnert an die Gefallenen. Auch der Wald nahm
durch die Kampfhandlungen großen Schaden. In der Nachkriegszeit erfolgten
umfangreiche Aufforstungen mit der relativ anspruchslosen Kiefer, die heute noch
über ein Drittel der Gesamtfläche einnimmt. Die strenge geometrische Anordnung
der Parzellen und die schnurgeraden Wege zeugen noch von dem Ordnungsprinzip der
Preußen, die den Wald im 19.Jh. aufforsteten und in ein pragmatisches System
untergliederten gliederten.
Wir erreichen die Niers, die hier das ehemalige Urstromtal des Rheins benutzt.
Zu Beginn des 19. Jh. floss sie noch in natürlichen Mäandern durch eine von
Wiesen, Weiden und Bruchwäldern geprägte Niederung. Zahlreiche Wassermühlen,
durchweg Getreide- und Ölmühlen, säumten ihren Lauf. Heute ist die Niers
begradigt und in eine enge Talaue eingedeicht, an die zu beiden Seiten die
ackerbaulich genutzte Terrassenlandschaft grenzt. Von den ursprünglichen
Erlenbruchwäldern sind noch Reste wie das Kakenbruch an der Steinbergley in den
ehemaligen Niersaltarmen anzutreffen.
Entlang der Niers kommen wir durch die hübschen niederrheinischen Kleinstädte
Goch, Weeze und Kevelaer, die mit ihrer traditionellen Backsteinbauweise
niederländisches Ambiente besitzen.
Südlich des etwas erhöht auf der Mittelterrasse liegenden Örtchens Twisteden
stoßen wir auf den 13 km langen Nierskanal zwischen Geldern und de Hamert an der
Maas, der, um 1770 angelegt, den Unterlauf der Niers von Hochwasser entlasten
sollte.
Wir erreichen die Kempen-Aldekerker Platten, eine von der Niers und Rheinarmen
in mehrere Platten gegliederte Mittelterrassenlandschaft, die morphologisch dem
vorherigen Landschaftsraum zwar sehr ähnlich ist, kulturlandschaftlich sich aber
in Teilbereichen deutlich unterscheidet. Insbesondere im Raum Lüllingen, Walbeck
und Straelen hat schon seit Mitte des 19. Jh. die landwirtschaftliche
Spezialisierung auf dem Gebiet des Gemüseanbaus stattgefunden. Der
Zusammenschluss zu einer Absatzgemeinschaft für Gemüse und Zierpflanzen Anfang
des 20. Jh, mit dem Ziel, den gewerblichen Gemüseanbau nach niederländischem
Vorbild zu fördern, führte schnell zum Erfolg und zur Expandierung. Riesige
Felder mit Gemüse, Spargel und Moorbeetpflanzen (Heidekraut) sowie
Gewächshausansiedlungen prägen heute das Landschaftsbild; wo zudem Windmühlen
ins Blickfeld geraten, sind die über die Grenze wirkenden kulturellen Einflüsse
und die ähnlich verlaufende kulturlandschaftliche Entwicklung unverkennbar.
Südlich von Lüllingen führt der Weg in die waldbedeckte Dünenlandschaft der
Steprather Heide, deren Name noch auf den früheren Zustand hinweist. Heute
kennzeichnen zwar noch vielfach Kiefernbestände das Waldbild; seit einigen
Jahrzehnten aber findet sukzessive der Umbau zu dem hier von Natur aus
vorkommenden Buchen- Eichen- und Eichen-Birkenwald statt.
An der ehemaligen Wasserburg Haus Steprath und dem Schloss Walbeck vorbei,
erreichen wir südlich davon die Relikte der im 17 Jh. begonnenen „Fossa
Eugeniana", die, ebenso wie der Anfang des 19. Jh. durch Napoleon in Angriff
genommene Nordkanal, nie vollendet wurde. Beide Projekte wurden aus
wirtschaftspolitischen Erwägungen geplant und hatten zum Ziel, den Handel vom
Niederrhein bis zur Maas und Schelde zu leiten und somit die wirtschaftliche
Isolierung der Niederlande herbeizuführen.
Der Weg in die Niederlande führt westlich von Straelen den Mittelterrassenhang
hinab in die Maasniederung. Hier queren wir das Straelener Veen, ein ehemaliges
großflächiges Niedermoorgebiet, dessen reiche Torfgründe seit dem 13. Jh. zur
Deckung des Brennstoffbedarfs von den umliegenden Dörfern gemeinschaftlich
ausgebeutet wurden. Entwässerungen im 19. und die Kultivierung zu Beginn des 20.
Jh. ermöglichten die landwirtschaftliche Nutzung und 1937 die Errichtung des
Siedlungsprojektes Kastanienburg.
Auf niederländischer Seite geht es weiter durch heute größtenteils
trockengelegte und aufgeforstete Niedermoorgebiete (Veen-/ Broekgebiete) sowie
das Naturgebiet Zwart Water mit der Venkoelen (Moorseen), die im alten Maasbett
verlandete und durch Ausbaggerung heute zu einer Seenlandschaft mit einer Fülle
seltener Pflanzen und Tiere geworden ist.
Wir erreichen Venlo an der Maas, im Spätmittelalter Mitglied der Hanse, heute
ein wichtiges Handels- und Logistikzentrum.
Im weiteren Verlauf geht es größtenteils das Maastal entlang bis zur belgischen
Grenze bei Eijsden, mal mehr, mal weniger weit vom Lauf des Flusses entfernt.
Die Maas, der am stärksten von Niederschlägen abhängige Fluss der Niederlande,
war wegen der unregelmäßigen Wasserbilanz bis zum Beginn des 20. Jh. sehr
schwierig zu befahren. Die Schifffahrt konnte nur beschränkt stattfinden:
Größere Schiffe bis 200 t gelangten über den Unterlauf nur bis Venlo, dort
musste die Ladung auf kleinere Schiffe von 60 t umgeladen werden. Aufgrund der
Industrialisierung bei Lüttich und dem Aufkommen des modernen Kohlebergbaus in
Südlimburg beschloss die niederländische Regierung 1915, die Maas zwischen Mook
(südlich von Nimwegen) und Maasbracht auszubauen und so für Schiffe bis 2000 t
befahrbar zu machen. Hierbei entstanden zahlreiche Stauwehr- und
Schleusenkomplexe, z B. bei Linne und Roermond. Mitte der 20er Jahre folgte
südlich von Maasbracht der Bau des Julianakanals, insbesondere für den
Kohlentransport, und 1971, zur Verkürzung des Schifffahrtswegs der bei Roermond
stark mäandernden Maas, der Lateraalkanal Linne-Buggenum.
Auf dem Weg zum Klosterdorf Steijl liegt Tegelen, das seinen Namen vermutlich
der dortigen römischen Ziegelmanufaktur (lat• tegula = Ziegel) verdankt. Die
Römer hatten die unter der sandigen Hauptterrassendecke lagernden Tonvorkommen,
den hellgrauen Tegelenton, im benachbarten Brachter Wald abgebaut.
Zwischen Venlo und Roermond passiert der Wanderer, beinahe ohne es zu bemerken,
eine Anzahl von geologischen Verwerfungen (im Niederländischen oft auch als „Breuken"
bezeichnet). Sie gehören zu einem Bruchsystem, das sich von der Nordsee bis in
den Aachener Raum erstreckt.
Von diesen Verwerfungen ist der Peelrand-Graben sehr aktiv - seit Beginn des
Quartärs vor ca 2,5 Mio. Jahren hat er sich um 180 m vertikal verschoben und ist
pro Jahr noch ca 3 mm in Bewegung. Mit einer Stärke von 5,7 auf der
Richter-Skala verursachte er am 13. April 1992 das schwerste Erdbeben in der
niederländischen Geschichte und hinterließ in nur 13 Sekunden große Schäden an
Gebäuden und Deichen.
Zum „Stein der Weisen", dem Witte Steen, einer mittelalterlichen Gerichtsstätte,
führt der Weg an den östlichen Rand der Maasniederung. Oberhalb der 25 m hohen
Terrassenkante herrschen sandige Böden vor, deren Sande der Wind in der letzten
Eiszeit aus dem Maastal ausblies und am Talrand ablagerte. Hier verläuft etwa
entlang der deutschniederländischen Grenze ein ca 3 bis 6 Kilometer breiter
Wäldersaum. Entlang des Prinsendijk's, einem Teilstück der ehem. Römerstraße
Roermond-Xanten, kommen wir über den kleinen Ort Swalmen-Asselt mit seinen
prachtvollen Bauernhäusern und der Dionysiuskirche zur Bischofsstadt Roermond.
Südlich von Roermond breitet sich bis Maaseik eine wahre Seenlandschaft aus, die
so genannten Maasplassen. Hier ist die ursprüngliche Maaslandschaft vollständig
dem Kiesabbau zum Opfer gefallen. Durch Renaturierung entstand das größte
Wassersport- und Naherholungsgebiet der Niederlande. Während unzählige
Erholungssuchende den Sommer über die Maasplassen bevölkern, kehrt im Winter
Ruhe ein, und die ausgedehnten Wasserflächen dienen Zehntausenden von
Wasservögeln als Rastplatz und Winterquartier.
Eines der letzten Überbleibsel der ursprünglichen Maaslandschaft ist das
Deichvorland „Linnerweerd", eine ökologisch besonders wertvolle Uferlandschaft
mit Altarmrinnen bei Linne. Um Überschwemmungen zu verhindern und der Natur neue
Chancen zu geben, will man der Maas wieder mehr Platz verschaffen. Die hierfür
erforderlichen umfangreichen Arbeiten werden zum großen Teil mit Hilfe der
Erträge aus dem Kiesabbau finanziert.
Südlich der Stadt Thorn, die wegen ihrer weiß getünchten Fassaden auch „Weiße
Stadt“ genannt wird, verläuft der Weg durch Belgien über Kinrooi nach Maaseik,
einem der schönsten Städtchen maasländischer Baukunst mit einer Jakobuskirche im
Rokoko-Stil.
Jenseits der Maasbrücke, die heute wieder ein verbindendes Element zwischen der
niederländischen und der belgischen Provinz Limburg ist, durchwandern wir die
hier auf einen schmalen Landstreifen zwischen Belgien und Deutschland begrenzten
Niederlande. Der Weg führt zunächst durch das Naturentwicklungsgebiet De Rug, in
dem eine große Herde von Konikpferden lebt, und weiter durch die leicht
hügelige, von Feldern, Wiesen, kleinen Wäldern und Bächen abwechslungsreich
gegliederte Landschaft des fruchtbaren Limburger Heuvellandes. Diese Region gilt
auch als „Vorratskammer" der Niederlande für Mineralien und Bodenschätze. Vor
allem die Steinkohle bildete während der industriellen Revolution die Grundlage
der niederländischen Schwerindustrie. Städte wie Kerkrade, Geleen und Heerlen
verdanken ihren damaligen Aufschwung dem Steinkohleabbau.
Über Susteren mit der ehemaligen Abteikirche kommen wir in die von der St.
Petruskirche beherrschte Kleinstadt Sittard am Fuße des Kollenbergs. An die
fruchtbare Lößlandschaft schließt sich nach Süden bis zur belgischen Grenze das
Mergelland an, das durch seine Ausdehnung bis Aachen dort als Aachener Hügelland
bezeichnet wird. Im Hinblick auf seinen für niederländische Verhältnisse
gebirgigen Charakter wird es humorvoll auch als niederländische Schweiz
bezeichnet. Dieses Mergelland quert der von Aachen kommende Pilgerweg, um bei
Meerssen bzw. Maastricht auf den Rhein-Maas-Weg zu treffen.
Seine Geomorphologie erklärt sich aus der Zugehörigkeit der hier auf das
Rheinische Schiefergebirge greifenden Vorderardennen mit ihren flachlagernden
Kreideschichten, dem so genannten Limburgischen Kreidemassiv. Die Flüsse - vor
allem die Göhl - und zahlreiche Bäche haben die aus leicht erodierbarem Gestein
bestehende Plateaulandschaft stark zerschnitten und die Grundlage für eine
vielfältige Kulturlandschaft geschaffen: ein von Hecken und Obstbäumen
gegliedertes Grünland, Ackerland auf den fruchtbaren löß- und lehmhaltigen
Standorten, Kalk liebende Wälder, die durch die Jahrhunderte alte
Bewirtschaftung meist als Niederwälder ausgebildet sind, blütenreiche
Kalkmagerrasen auf kalkhaltigen Böden in steilen warmen Lagen und Hohlwege in
Trockentälchen. Auch das Klima, eine Mischung aus atlantischer und kontinentaler
Tönung, hat zur Artenvielfalt von Flora und Fauna beigetragen.
Der Abbau von Mergelblöcken hat bereits vor Jahrhunderten zur Entwicklung eines
neuen, eigenen Baustils geführt, der maasländischen Renaissance. Noch heute ist
gemahlener Mergel ein wichtiger Bestandteil für die Zement- und in geringerem
Maße auch für die Betonproduktion. Die einzige Zementfabrik der Niederlande
befindet sich südlich von Maastricht. Hier stehen an der Westseite der Maas, am
Sint Pietersberg, mächtige, ungefähr 50 Meter hohe Steilwände. Dieses
Kalksteinmassiv diente von alters her der Gewinnung von Mergelblöcken für
Bauzwecke, heute kann man in den touristisch erschlossenen „Grotten Noord" und „Zonneberg"
das Labyrinth aus unzähligen unterirdischen Gängen erleben.
Von der Provinzhauptstadt Maastricht aus, mit ihrer Vielfalt an romanischen
Kirchen und Denkmälern, geht es nach Eijsden, dem hübschen Örtchen nahe der
belgischen Grenze. Auf diesem Stück durchqueren wir noch einmal eine naturnahe
Uferlandschaft, die Eijsder Beemden, in denen Galloways und Koniks frei
herumlaufen. Der Rhein-Maas-Weg nach Santiago führt nun weiter entlang der Maas
über Lüttich, Namur bis Givet, wo die Möglichkeit besteht, entweder über Reims
nach Paris auf der so genannten Niederstraße und weiter auf der Via Turonensis
zu wandern oder über Vezelay auf der Via Lemovicensis.