Texte ....

    .... vom Pilgerweg - vom Unterwegssein

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Der Pilgersegen


Gott, Du hast Deinen Knecht Abraham auf allen Wegen unversehrt behütet.
Du hast die Söhne Israels auf trockenem Pfad mitten durch das Meer geführt.
Durch den Stern hast Du den Weisen aus dem Morgenland den Weg zu Christus gezeigt.
Geleite auch diese hier versammelten Gläubigen auf Ihrer Pilgerfahrt zum heiligen Jacobus.
Laß sie Deine Gegenwart erfahren, mehre ihren Glauben, stärke ihre Hoffnung und erneuere ihre Liebe.
Schütze Sie vor allen Gefahren und bewahre sie vor jedem Unfall.
Führe sie glücklich ans Ziel ihrer Fahrt und laß Sie wieder unversehrt nach Hause zurückkehren.
Gewähre ihnen schließlich, daß sie sicher das Ziel ihrer irdischen Pilgerfahrt erreichen und das ewige Heil erlangen.
Darum bitten wir Dich durch Christus unsern Herrn.
Amen

Segnung der Pilger

Gott der du deinen Diener Abraham aus der Stadt Ur in Chaldäa errettet und ihn in seinem Wanderungen beschützt hast, der du der Begleiter des hebräischen Volkes durch die Wüste warst, wir bitten dich, dass du diese deine Diener beschützen mögest, die aus Liebe zu deinen Namen nach Santiago Pilgern. Sei ihnen Gefährte und Führer auf der Reise, Labsal in der Ermattung, Verteidigung in deb Gefahren, Herberge auf dem Weg, Trost in der Mutlosigkeit und Festigkeit in ihren Vorsätzen, damit sie durch deine Führung frisch und gesund am Ziel ihres Weges ankommen und damit sie bereichert an Gnade und Tugenden unversehrt in ihre Heimat zurückkehren mit immerwährender Freude und Frieden.
Durch Jesus Christus unseren Herrn.

Der Text im  mittelalterlichen Ritus, der aus dem Jahr 1073 stammt, aufbewahrt im Messbuch von Vich, in Barcelona, Spanien.
In der Abtei von Roncesvalles wird dieser Pilgersegen am Ende der Hl. Messe gespendet.

An den „Lächelnden Christus“

Was lächelst Du, Gekreuzigter?
Hat man Dich nicht bespuckt und verspottet?
Hat man Dich nicht gequält und zerschlagen?
Hast Du sie nicht mehr im Ohr
die gellenden Schreie: Kreuzige ihn ?
Wie kannst Du noch lächeln?

Was lächelst Du, Gekreuzigter?
Hast Du den Balken nicht durch die Gassen geschleift?
Hast Du nicht längst gewußt, was gescheh’n wird?
Hat man Dich nicht allen zur Schau gestellt,
ans Holz geheftet wie ein Fetzen  Papier
„Ich lächle,          .......weil ich Euch dennoch liebe“
sprach plötzlich eine Stimme.
                         ........Sprach da Seine Stimme?

Im Geburtsschloß des Hl. Franz Xaver



 

Eunate

Eunate, hundert Tore...
Einsam ruht  dein  Oktagon.
In das sanfte Ährenrauschen
mischt sich stummer Glockenton.

Tempelritter, Jakobspilger,
wer auch immer hier geruht,
wen auch immer du geborgen,
deine Stille tut so gut.

Elisabeth Alferink

 

Segne du Jakobus
(Lied nach der Melodie: „Segne du, Maria“)

Segne, Sankt Jakobus,
deine Pilgerschar,
die in deinen Spuren
wandelt manches Jahr.
Laß uns auf den Wegen
Gottes Weg verstehn.
Gib uns deinen Segen,
wenn wir weiter gehn.

Segne, Sankt Jakobus
unsere Schritte du.
Wenn den Weg wir fehlen,
ruf das Ziel uns zu.
Schütz uns vor dem Unheil,
vor des Bösen Wut
stets mit deinen Mantel,
deinem Pilgerhut.

Segne, Sankt Jakobus
manchen schweren Gang.
stärke uns und tröste,
denn der Weg ist lang.
Ohne deine Hilfe
schaffen wir es nicht.
Stille unsre Sehnsucht,
führe uns ins Licht.

Wenn nach vielen Schmerzen
wir dein Grab erreicht,
wird es in den Herzen,
in den Seelen leicht.
Was wir so vollendet,
sei ein Anbeginn,
sei ein neues Denken,
neuer Weg und Sinn.

Wenn wir einmal sterben
bleib auch dann uns treu,
daß des Lebens Fülle
unsre Zukunft sei.
Mögst’ uns dort erkennen,
und empfangen gern,
uns beim Namen nennen,
führen uns zum Herrn.

Elisabeth Alferink


Sehnsucht nach Santiago

Nach Santiago wollte ich gehen.
Darum bin ich aufgebrochen,
aufgebrochen von zu hause.
Mit Muschel, Hut und Stab,
wie Jakobspilger gehen.

Santiago habe ich erreicht,
doch die Sehnsucht bleibt.
Sie wächst und wächst,
sie treibt mich weiter.

So bleibe ich auf dem Weg,
mit Jakobus an meiner Seite.
Unterwegs zu unser aller Ziel,
in die ewige Heimat.

Elisabeth Alferink

Abendgebet der Pilger

Herr, es ist Abend geworden
nach einem langen Pilgertag.
Wir sind müde und erschöpft.
Wir haben keine Kraft mehr.
Die Kniee schmerzen,
die Füsse sind wund.

Lege Du Deine Hand
sanft auf unsere Stirn,
daß wir wieder Ruhe finden.
Kühle Du die schmerzenden Kniee
mit dem Tau deiner Liebe
Heile Du die Blasen an den Füssen
mit dem Balsam Deines Erbarmens.

Damit wir morgen wieder
stark und fröhlich weiter gehen,
weiter auf dem Pilgerweg
zum Grabe Deines Apostels,
weiter auf dem Pilgerweg
unseres eigenen Lebens zu Dir.

Elisabeth Alferink


 

Santiago - Puerta Santa Pforte der Vergebung

Puerta Santa, Heilige Pforte:
Tor der Vergebung,
Tor der Verzeihung,
tue dich auf.

Wenn der Erzbischof anklopft
mit silbernem Hammer,
dann fallen die Steine,
dann öffnest du dich dem Heiligen Jahr.

Tor unseres Herzens,
Tor des Vergebung.
Wenn dein Bruder anklopft,
tue dich auf.

Tor unseres Herzens.
Wenn der Ewige anklopft,
dann bringt er Vergebung,
dann öffnest du dich der Heiligen Zeit.

Elisabeth Alferink


Der Pilger

Wir sind Pilger,
die auf verschiedenen Wegen
einen gemeinsamen
Treffpunkt zuwandern.

Antoine de Saint-Exupéry

Irische Segenswünsche



Möge die Straße uns zusammenführen und der Wind in deinem Rücken sein,
Führe die Straße die Du gehst immer nur zu Deinem Ziel bergab.
Hab' unterm Kopf ein weiches Kissen, habe Kleidung und das täglich Brot.
Bis wir uns mal wieder sehen, hoffe ich dass Gott Dich nicht velässt.




sanft falle Regen auf Deine Felder und warm auf Dein Gesicht der Sonnenschein.
Hab wenn es kühl wird warme Gedanken und den vollen Mond in dunkler Nacht.
Sei über vierzig Jahre im Himmel, bevor der Teufel merkt: Du bist schon tot.
Er halte Dich in seinen Händen doch drücke seine Faust Dich nicht zu fest.

Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

Und bis wir uns wieder sehen, halte Gott Dich fest in seiner Hand.

Text und Melodie: Markus Pytlik
Text nach irischen Vorlagen

 

Brücken bauen

Ich möchte gerne Brücken bauen,
wo tiefe Gräben nur zu sehn.
Ich möchte hinter Zäune schauen
und über hohe Mauern gehen.

Ich möchte gerne Hände reichen,
wo harte Fäuste sich geballt.
Ich suche unablässig Zeichen
des Friedens zwischen jung und alt.

Ich möchte nicht zum Mond gelangen,
jedoch zu meines Feindes Tür.
Ich möchte keinen Streit anfangen;
ob Frieden wird, das liegt an mir.

Ich möchte gerne wieder reden,
wo vorher eisig Schweigen war.
Und Blicke sollen nicht mehr töten,
und Neid und Gier fehl' ganz und gar.

Herr, gib mir Mut zum Brückenbauen.
Gib mir den Mut zum ersten Schritt.
Laß mich auf deine Brücke trauen,
und wenn ich gehe, geh du mit.

Kurt Rommel

Wegzeichen

Dreimal finden wie etwas
auf dem Weg.
Dreimal liegt ein Zeichen
für uns am Weg.
Dios ayuda y Santiago.
Ein Brot. Eine Zwiebel.
Ein Kreuz.
Was sie bedeuten,
für mich? Für den Freund?
Dios ayuda y Santiago.
Brot, Zwiebeln und Kreuz:
Gott hilft und der heilige Jakob.

Roland Breitenbach

Wenn diese Steine am Wegesrand reden könnten -

von denen, die sie bearbeiten,
die ihnen ihren Platz zuweisen,
die ihnen ihre Gestalt gaben,
die sie mit Hammer und Meißel formten,
die sie brachen und verschickten.

Und von denen,
die auf ihnen rasteten
oder an ihnen vorbeizogen,
lachend oder stöhnend,
betend oder singend,

in sich versunken oder miteinander sprechend,
wenn diese Steine reden könnten ....

Martin Thull

Aufbruch in Tillyschanz

Im Rücken die Grenze
das Formlose dahinter

vor mir kriecht suchend
eine Schnecke über den holprige Asphalt

ich folge ihrem Mut
unentwegt
voranzukommen

und richte mich auf
im morgendlichen Zwielicht der Bäume

denn lockend weht uns
der vertraute Westwind um die Nase

Peter Spielmann

Der Weg

Der Weg
wächst im Gehen
unter
deinen Füßen
wie durch ein Wunder.

Reinhold Schneider

Erbarmen
Villafranca del Bierzo, Nordportal: Puerta del Perdón

Vor dem anstrengenden letzten Paß
auf dem Pilgerweg
nach Santiago de Compostela
die Pforte der Vergebung.

Wer nach einem langen Weg
in Sehnsucht und Besorgnis
bis hierher gelangt
und kann jetzt nicht weiter -
für den soll gelten
Es sei als wärst Du am Ziel.

Es löse sich von Dir
was Du bis hierher getragen
was deine Schritte belastet
Aller Segen sei dir
und Erbarmen.

Ganz schaffen wir es nie.

Im Durchgang der Pforte
Vergebung.

Gunter Buffo



Radfahrer

Kein Freund der Fußpilger.
Auf dem Platz vor der Kathedrale:
Ein Radfahrer bittet uns ihn zu fotografieren.
Ihn mit seinem Rad.
Sah ich je einen Menschen der seinen
Partner so liebevoll in die Arme nahm?
Glücklicher Mensch.
Und das soll dein Freund nicht sein?

Wolfgang Christl



 St. Jakobus-Lied

Heiliger Jakobus, den der Herr erkor,
Jesu treuer Jünger, neig' zu uns dein Ohr!
Ohne zu verweilen, folgtest du dem Herrn;
hilf auch uns, zu folgen unserm Heiland gern.

Heiliger Jakobus, gnadenreich beschert,
sahst du, wie der Heiland göttlich ward verklärt.
Bitte du, sein Jünger, dass auch uns sein Bild
mehr und mehr im Glauben reiner sich enthüllt.

Heiliger Jakobus, von dem Herrn gesandt,
reistest als Apostel du von Land zu Land.
Dorthin, wo im Westen leuchtet Spaniens Flur,
trug die frohe Botschaft deine Segensspur.

Heiliger Jakobus, höre unser Flehn,
schirme unsre Heimstadt hoch auf Bergeshöhn!
Hilf uns auch im Sterben, Christo treu zu sein
und als Gnadenkinde geh'n zum Himmel ein.

Theo Feige


„Soweit die Füße tragen -
bis ans Ende der Welt möchte ich gehen,
den letzten Winkel erforschen,
auf die äußersten Klippen klettern,
auf den letzten Vorsprung mich wagen,
unter mir nur noch Gischt und schäumende Brandung.
In der Ferne - soweit das Auge reicht –
sehe ich nur noch endlose Weite
zerfließend am Rande des Horizonts.
Aber dann - was kommt dahinter?
Wie geht es weiter
dort, wo ich nicht mehr hinblicken kann –
ist dort jäher Abfall? Sturz ins Bodenlose?
Das große Dunkel, das große Nichts?
Die Pilger auf dem "Camino de Santiago";,
auf dem Weg nach Santiago,
gingen bewußt bis zu diesem Punkt
an der äußersten Spitze Europas.
Sie nannten den Ort "finis terrae";, Ende der Welt.
Hier ging es nicht mehr weiter,
hier gab es weder Brücke noch Steg.
War hier die Erfüllung, das Ziel?
An solch' einem Ort ist spürbar:
Du mußt dich in die Weite Gottes geben,
in seine Unendlichkeit;
sein Himmel ist groß genug auch für dich,
Hafen für all' deine Ängste.
Die Pilger damals, Menschen ihrer Zeit,
taten sich leicht in ihrer Art zu glauben,
indem sie einfach die Augen schlossen
und vom Meer her die Ahnung
des Jenseits in sich einsogen,
von der Seite Gottes her, die uns heute
nicht fremd sein darf.
Denn wir heute,
die wir die Erde besser zu kennen glauben,
keine Scheibe mehr auf Säulen stehend
mitten im Meer,
für uns ist sie rund, der Blaue Planet,
Staubkorn in der Milliardenrotation der Sterne.
Jeden Moment gewärtig des Großen Knalls,
Ende auf einen Schlag.
FINIS TERRAE - Ende der Welt?
Ich spüre, es könnte geschehen;
beim Gedanken schon stockt mir der Atem.
Heiliger Jakobus, Patron der Pilger,
leg' Fürsprache ein.
Bitte für uns, daß die Aussicht
auf solch' ein Ende uns umkehren läßt."

 

Hartwig Hogrebe

 

„Den Pilgerstab in der Hand,
die Sehnsucht im Gepäck,
im Haar den Wind der Begeisterung
und tief im Herzen das ewige Ziel -
was kann mir schon passieren!"

Carola Matthiesen'

„Wer da verläßt des Hauses Schwelle,
sich mühet auf dem Pilgerpfad,
zu suchen nach der reinen Quelle,
steht unter Gottes Schutz und Gnad.

Wer am Jakobusbrunnen rastet,
sich labt an Wassern hell und klar,
nicht achtlos nur vorüberhastet,
dem wird die Heilskraft offenbar.

Es wird zum Leben neu geboren
- getauft im Wasser und im Geist -,
der ew'gen Zielen sich verschworen
und mit dem Pilgerstabe reist."

Carola Matthiesen

Pilger sind wir alle

Menschen - du und ich auf der Straße des Lebens.
Wer kennt es nicht, das fröhliche Schreiten
und die Durststrecken, die es unterwegs gibt?
Mal schwingst du den Stab, mal stützt er dich
dort, wo du sagst: „Ich kann nicht mehr weiter."
Der Herr ist mein Stecken und Stab,
wen sollte ich fürchten?
Solche Erfahrung, uns kundgetan
im Glaubenszeugnis von Jahwes Volk,
wo kann ich sie prüfen?
Mir kommt die Erinnerung an Kindheitstage der Nachkriegszeit,
als ich mit meiner Mutter Brot holen ging,
nicht ahnend, daß es Betteltour war.
Ein Brot und eine Schaufel voll Mehl
und das Gesicht des alten Müllers,
das mir bis heute dem Deinen ähnlich scheint.
Es hat sich mir eingeprägt.
Er fragte nicht lange, er wußte und gab.
Dein Zeichen, Herr, ist das Kreuz,
an Deinen Leib gepreßt,
und Deine erhobene Hand,
geschmückt mit dem Mal Deiner Liebe.
Du bist nicht von uns gegangen,
Du gehst zwischen uns bis heute,
Du gibst Dich immer wieder.
Du bist Zeichen von Gott,
Du lehrst uns zu teilen
das Brot, den Weg und die Hoffnung.
Kein Schritt ist jetzt mehr vergeblich.
Unausgesprochen jubelt nun unser Herz "Halleluja".

Hartwig Hogrebe

 

Elsper Jakobuslied

Wir grüßen dich, o Schutzpatron,
Jakobus, Zebedäi Sohn!
Apostel Christi auserwählt
Und seinen Freunden zugezählt.

Du sahst ihn im Verklärungslicht,
Du sahst sein blut'ges Angesicht,
Du trugst voll Eifer seine Lehr
Durchs Judenland und übers Meer.

Vom Gotteshaus am Ebrostrand
Zogst Du zurück ins Heil'ge Land.
Du trankst den Kelch, den Du begehrt,
Dein Haupt fiel durch Herodes Schwert.

Als Erstling im Apostelchor
Zogst Du durch Sions Perlentor
Mit Lilienkranz und Palmenzweig
Zu Deinem Herrn ins Himmelreich.

Im hohen Dom, im goldnen Schrein
Ruht zu Santiago Dein Gebein.
Mit Muschelhut und Pilgerstab
Wallt alle Welt zu Deinem Grab.

O Schutzpatron, so hoch verehrt,
Ach halt uns Deiner Liebe wert.
Hilf uns in Leibs- und Seelennot,
Hilf uns im Leben und im Tod!

Elsper Jakobuslied von Peter Soemer 1832

Pilgern oder Leben auf dem Standstreifen

Warum steigen Menschen auf hohe Berge?
Gefährden manchmal Leib und Leben?
Da hört man die Antwort: weil sie da sind.
Warum laufen Menschen auf alten historischen Pfaden?
Durch menschenleere Landschaften?
Bei brütender Hitze oder peitschendem Regen?
Über zwanzig Kilometer am Tag.
Die Antwort ist einfach:
Weil es die Pfade gibt.
Weil sie da sind.
Als Wege, die Regionen in Europa verbinden.
Und als Zeichen.
Zeichen für ein Leben jenseits dessen, was vertraut und bekannt ist.
Jenseits dessen, was geplant, organisiert, versichert werden kann.
Zeichen für ein Leben, von dem Mann und Frau noch etwas erwartet.
Seit Jahrhunderten brechen Menschen auf.
Früher noch mehr als heute.
Sie nehmen eine Auszeit.
Unterbrechen ihre Tagewerk.
Und nähern sich einem bedeutenden Ort zu Fuß.
Mit Rucksack und Pilgerstab.
Voller Hoffnung auf ein Gelingen.
Schinderei und Qual denken die einen.
In-Sich-Selbst-Hineinhorchen-Können die anderen.
Heute noch zur Vergebung der Sünden?
Als besonderes religiöses Erlebnis?
Oder doch mehr als sportliche Herausforderung?
Oder als Kulturtripp für diejenigen, die sich's leisten können?
Ist die Antwort so wichtig?
Muß das wirklich ganz geklärt sein?
Kann es das überhaupt?
Lassen wir das Fragen.
Der Weg ist das Ziel.
Zum fernen Rom.
Oder auch nach Santiago de Compostela im spanischen Galizien.
Zum Grab des Apostels Jakobus.
Ein mittelalterlicher Mythos.
Legende für das einfache Volk.
Um Mut zu machen im Kampf gegen die Mauren.
Die Araber als Herren über das katholische Spanien?
Religionskrieg in der Steppe Iberiens.
Dialog der Religionen.
Unter den Gelehrten gewiß.
Man respektiert sich und lernt voneinander.
Wo stände Europa heute ohne den Einfluß des Islam und der Araber?
Was würden wir morgens trinken ohne Kaffee?
Wer hätte etwas von Aristoteles erfahren?
Wie sähen unsere Kirchen aus ohne die Vorbilder aus dem Orient?
Kultureller Austausch auf höherem Niveau.
Zum Wohle des sogenannten „christlichen Europas“.
Aber die Analphabeten, die Bauern, der Mann auf der Straße?
Die brauchten fesselnde Geschichten, fantastische Legenden.
Was war nun wirklich?
Was kann ich glauben?
Die Geschichte ist bekannt:
Das Grab. Der Weg. Die Stadt. Die Pilger. Die Mächtigen.
Die Sultane und Fürsten. Soldaten, Schriftgelehrte und Denker.
Aber was ist ursprünglich, was verklärt?
Welche Rolle spielt das?
Jakobsweg. Sternenpfad.
Ziel am Rand und Ende Europas.
Am rauschenden Atlantik.
Jakobsweg.
Eine Wanderung auf alten Pfaden.
Auf den Spuren der Pilger aus längst vergangenen Zeiten.
Das ist die Wirklichkeit.
Erlebbar. Erfahrbar. Begreifbar.
Vorbei an verwunschenen kleinen Weilern.
Bedeutenden romanischen Klöstern und Kirchen.
Gemeinsam Unterwegs-Sein mit anderen Pilgerinnen und Pilgern.
Sich über Gott und die Welt unterhalten.
Freundschaften schließen.
Übernachten in den Herbergen am Weg.
Obdach und Schutz in der Nacht.
Zusammen essen, singen, lachen.
Zusammen Wäsche waschen,
Route planen, Infos austauschen.
Der Weg ist das Ziel.
Menschen unbefangen begegnen.
Sich gegenseitig unterstützen.
So sollte es immer sein.
Jakobsweg. Pilgerweg.
Oft über Hunderte von Kilometern dem Wind und Wetter ausgesetzt.
Und auf die Gastfreundschaft der Menschen am Wege angewiesen.
Mentalitäten und Charaktere.
Menschen leben am und vom Jakobsweg.
Oder sind sie vielleicht nur Kulisse für Selbsterfahrungstripps?
Pilgern heißt Sich-Auf-den-Weg-Machen.
Bekanntes und Vertrautes hinter sich lassen.
Und Neuland betreten.
Mit einem Ziel vor Augen.
Pilgern ist Leben auf dem Standstreifen.
Keine Hetze. Kein Getrieben-Sein von Terminkalender und Telefon.
Nicht auf der Überholspur.
Nach dem Motto: Lieber kurz und intensiv als lang und langweilig.
Ist das die Alternative?
Leben auf dem Pilgerpfad. Wünsche und Hoffnungen.
Nur am Abend die Herberge erreichen.
Ein festes Dach über dem Kopf.
Es vor dem Gewitter noch schaffen.
Leben auf dem Standstreifen.
Pilgern bedeutet, sich für Dinge um sich herum Zeit nehmen.
Beobachten und Bewahren.
Die Landschaften in sich aufsaugen.
Sich einer Blüte am Wegesrand mit Ehrfurcht nähern.
Den Bildern auf dem Portal einer Kirche nachgehen.
Pilgern ist Wahrnehmen alles dessen, was um mich herum ist.
Sich Zeit-Nehmen für das Schöne in unserer Welt.
In fremde Gesichter schauen.
Sich in einer anderen Sprache verständlich machen.
Und Bauwerke voller Geschichte besuchen und studieren.
Der Weg ist das Ziel.
Pilgern oder Leben auf dem Standstreifen.

(von Roland Jourdan, geschrieben im Januar 2002 vor dem Aufbruch in Richtung Saint-Jean-Pied-de-Port Mitte April 2002, und dann glücklich Mitte Mai 2002 in Santiago angekommen ... Ultreia)

Ultreia - Lied der Pilger nach Compostela


 

Tous les matins nous prenons le chemin,
tous les matins nous allons plus loin.
Jour après jour la route nous appelle,
c'est la voix de Compostelle.
Ultreia, Ultreia, et Suseia,
Deus, adjuva nos!

Chemin de terre et chemin de foi,
voie millénaire de l'Europe,
la voi lactée de Charlemagne,
c'est le chemin de tous les jacquets.
Ultreia, Ultreia, et Suseia,
Deus, adjuva nos!

Et tout là-bas au bout du continent,
messire Jacques nous attend,
depuis toujours son sourire fixe,
le soleil qui meurt au Finistère.
Ultreia, Ultreia, et Suseia,
Deus, adjuva nos!

J. Claude Bénazet

An jedem Morgen da treibt’s uns hinaus,
An jedem Morgen da heißt es: Weiter!
Und Tag um Tag da klingt der Weg so hell:
Es ruft die Stimme von Compostell’.
Ultreia, Ultreia
E sus eia. Deus, adjuva nos!

Der Weg auf Erde und der Weg des Glaubens -
Aus ganz Europa führt die Spur schon tausend Jahr’
Zum Sternenweg des Charlemagne:
Das ist, ihr Brüder, unser Weg fürwahr.
Ultreia, Ultreia
E sus eia. Deus, adjuva nos!

Und ganz dahinten, am Ende der Welt,
Der Herr Jakobus erwartet uns sehr!
Seit ew’ger Zeit sein Lächeln ganz fest hält
die Sonne, wie sie sinkt in Finistère.
Ultreia, Ultreia
E sus eia. Deus, adjuva nos!

nach J. Claude Bénazet
(Übersetzung von Wolfgang Simon)

Jakobsweg - Vorbereitung

Seit ich weiß, daß ich diesen Weg gehen will,
ist soviel Freude und Gewißheit in mir -
wie ein Stern leuchtet der Gedanke in mein Leben hinein
und führt mich zu Menschen, die mit mir gehen -
nie habe ich geahnt was es heißt ein Pilger zu werden
auf dem Weg der Sterne und Seelen -
was werde ich erst auf dem Weg erfahren !

- Wolfgang Hesse -

Uralte Wege ...,

Uralte Wege gehen 
sie bestehen,
nicht nach hinten schauen,
auf Gott vertrauen.

Auf Stolpersteine achten,
Altes neu betrachten,
für andere beten,
nicht auf der Stelle treten.

Westwärts will ich ziehen,
dem Wege nicht entfliehen.
Pilgern bis an's Ziel,
halten, danken still.

  Christine Wutzl

Camino Via Dolorosa

Weg der Schmerzen,
Weg der Seufzer
Weg der Wunden
Weg der Tränen
Weg der Begegnungen und Wunder.

Jeder trägt sein Kreuz,
seine Wunden,
Seine Verletzungen,
um sie irgendwann, irgendwo,
abzulegen, hinzulegen,
oder zurückzulassen.
Vielleicht?

  Christine Wutzl

Eine Bitte möchte ich sagen

Laß mich, Herr, in all den neuen Tagen
Zeit haben  -  für Dich,
Zeit haben  -  für mich,
Zeit haben  -  für all' die anderen,
die mit mir auf den Pilgerwegen wandern!

gelesen am Camino an einer Hauswand in Hontanas

Wünsche für den Weg:

Möge der Weg Dir wenig steinig sein
und alle Berge etwas weniger steil,
möge jede Wolke einen kleinen Umweg machen
und Dir schnell das Blau des Himmels öffnen;
mögen alle Stürme dich nur vom Rücken treffen,
Dir helfen, Dein Ziel leichter zu erreichen!

Mögen alle Quellen dort fließen,
wo es Dich am meisten dürstet,
mögen alle Bäume dort Schatten bringen,
wo Dich eine Rast am besten erfrischt.

Möge immer ein sicheres Dach
oder der Sternenhimmel
Deinen Schlaf behüten,
und Dich morgens ausgeruht und voller Eifer
den neuen Tag beginnen lassen.

Mögen viele nette Menschen Dir begegnen,
die aus Deinem Gesicht Heiterkeit lesen
und auch Dir Freude auf den Weg mitgeben.
Mögest Du viele nette Worte und Gedanken sammeln
und leicht mit Dir tragen: an viele andere übergeben,
helfen sie allen, das Ziel leichter zu erreichen.

Buon Camino!
Alles Gute!

Klaus Werner

..... an einem Wegekreuz

Im schönen Tempel der Natur
siehst Du des großen Gottes Spur.
Doch willst Du Ihn noch größer sehn,
so bleib vor Seinem Kreuze stehn.

Inschrift  - an einem Wegekreuz

..... ins Tagebuch geschrieben

Nein, du läßt mich nicht im Stich,
stehst mir bei und leitest mich,
leuchtest strahlend mir ins Herz,
teilst die Freude, fühlst den Schmerz.

Sterne sind dir wohl bekannt,
bleibst mir nah im fremden Land.
Richtung gebend hier und jetzt,
heilend, was so sehr verletzt.

Wunden wandelst du in Wunder,
Schritt für Schritt der Weg wird runder,
und nach vielen Pilgertagen
werden Dornen Rosen tragen.

Oh, Jakobus hoch verehrt,
Pilgern lässt nicht unversehrt,
himmelwärts und abgrundtief
zieht mich, der so machtvoll rief!

Geschenk am Camino

Jakobuslied der St. Jakobusbruderschaft Trier

(gewidmet vom Autor)
Melodie: O ihr großen Kirchensäulen (Gotteslob, Ausgabe für das Bistum Trier 878)


Sankt Jakobus, großer Jünger
Zierde der Apostelschar,
gabst als erster für den Meister
glaubensfroh dein Leben dar.
Höre uns, die dir befohlen,
wie die Väter dir vertraun:
Hilf uns in den Erdenkämpfen
gläubig auf den Herrn zu schaun.

Auf dem Berg wardst du gewürdigt,
den verklärten Herrn zu sehn;
warst bereit, den Kelch zu trinken,
leidend Christus nachzugehn.
Höre uns, die dir befohlen:
Wenn des Lebens Stürme drohn,
lehr uns hoffen und vertraun
auf den Herrn und Gottessohn.

Großes Vorbild aller Pilger
hier in diesem Erdental,
hast schon früh das Ziel erreichet,
thronest jetzt im Himmelssaal.
Höre uns, die dir befohlen:
Führ an deiner starken Hand
durch des Lebens Kampf und Müh
uns dereinst ins Vaterland.

Nikolaus Föhr, Domkapitular em. (2004)

Download des Liedes mit Noten [134 KB]

Dieses Lied wurde von der St. Jakobus-Bruderschaft Trier zum ersten Mal im Gottesdienst am 21.1.2004 aus Anlass der Begegnung mit spanischen Freunden des Camino in der Kirche St. Irminen, Trier gesungen.

 

..... Jakobslied aus dem 14. Jahrhundert

Wer das elent bawen wel,
der heb sich auf und sei mein gsel
wol auf sant Jacobs straßen!
Zwei par schuoch der darf er wol,
ein schüssel bei der flaschen.
Ein breiten hut den sol er han
und on mantel sol er mit gan,
mit leder wol besetzet.
Es schnei, es regn, es wehe der wind,
daß in die luft nicht netzet.
Sack und stab ist auch dabei,
wer luog, daß er gebeichtet sei .......

Version der Tegernseer Handschrift aus dem 15. Jh.

Den Tag schon vor dem Abend loben

In der Frühe des Morgens.
Der Tau hängt noch auf dem blühenden Heidekraut,
auf den Baumwurzeln und Flechten.
Duft von Thymian und trockener Erde.
Von weit her der erste Ruf des Hahns.
Der Lerchen klettern an ihren
jubelnden Klängen hoch in die Weite
des hellen Augusthimmels.
Und weiter, weiter auf den langen
Schotterwegen des Camino.
Die Morgensonne läßt die gelben Pfeile
aufleuchten:
nach Westen, nach Westen,
auf dem Himmelspfad.
Welch reicher Morgen!
Nicht mit Gedanken
des Zweifels, des Mißtrauens
empfangen, sondern
mit Zuversicht und Hoffnung.
Gegrüßt sei der Morgen,
gegrüßt sei jeder Tag
auf dem weiten Weg unseres Lebens.
Ich will ihn loben –
schon vor dem Abend.

…. gefunden in den Buch „Zuversicht auf weiten Wegen“ von Barbara Cratzius

Gebet für die Reisenden

Eine glückliche und wohlbehütete Reise
ermögliche uns Gott.
Und es mögen auf unseren Wegen
Bergeshöhen, Talkessel, Ackerflächen, Flüsse
und die Gefahren der Wälder überwindbar sein.
Der Schutz des Herrn möge uns bewahren,
damit uns kein Hinterhalt des Feindes
etwas anhaben kann.

 

….  Schul- und Missionskodex aus Werden um 810

Kunst der kleinen Schritte

Ich bitte nicht um Wunder und Visionen,
Herr, sondern um die Kraft für den Alltag.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Mach mich findig und erfinderisch,
um im täglichen Vielerlei und Allerlei
rechtzeitig meine Erfahrungen zu notieren,
von denen ich betroffen bin.

Mach mich griffsicher in der richtigen Zeiteinteilung.
Schenke mir das Fingerspitzengefühl,
um herauszufinden,
was erstrangig und was zweitrangig ist.

Ich bitte Kraft für Zucht und Mass,
dass ich nicht durch das Leben rutsche,
sondern den Tagesablauf vernünftig einteile,
auf Lichtblicke und Höhepunkte achte
und wenigstens hin und wieder Zeit finde
für einen kulturellen Genuss.

Lass mich erkennen,
dass Träume nicht weiterhelfen,
weder über die Vergangenheit noch über die Zukunft.
Hilf mir, das Nächste so gut wie möglich zu tun
und die jetzige Stunde als die wichtigste zu erkennen.

Bewahre mich vor dem naiven Glauben,
es müsste im Leben alles glatt gehen.
Schenke mir die nüchterne Erkenntnis,
dass Schwierigkeiten, Niederlagen, Misserfolge, Rückschläge
eine selbstverständliche Zugabe des Lebens sind,
durch die wir wachsen und reifen.
Erinnere mich daran,
dass das Herz oft gegen den Verstand streikt.
Schick mir im rechten Augenblick jemand,
der den Mut hat,
mir die Wahrheit in Liebe zu sagen.
Ich möchte dich und die anderen
immer aussprechen lassen.
Die Wahrheit sagt man nicht sich selbst,
sie wird einem gesagt.

Du weisst, wie sehr wir der Freundschaft bedürfen.
Gib, dass ich diesem, schönsten, schwierigsten,
riskantesten und zartesten Geschäft des Lebens gewachsen bin.
Verleihe mir die nötige Phantasie,
im rechten Augenblick ein Päckchen Güte,
mit oder ohne Worte,
an der richtigen Stelle auszugeben.

Mach aus mir einen Menschen
der einem Schiff mit Tiefgang gleicht,
um auch die zu erreichen, die unten sind.

Bewahre mich vor der Angst,
ich könnte das Leben versäumen.
Gib mir nicht, was ich mir wünsche,
sondern was ich brauche.
Lehre mich die Kunst der kleinen Schritte.

Antoine de Saint-Exupéry

Jeder Tag bringt Freud und Leid

 

 

Auch aus Steinen,
die einem in den Weg gelegt werden,
kann man Schönes bauen.


 

 

 

Pilgerin auf dem Camino

DER WEG GIBT MIR ANTWORTEN AUF FRAGEN
DIE ICH (NOCH) NICHT GESTELLT HATTE

WENN ICH GELERNT HABE OHNE STOCK ZU LAUFEN, KANN ICH IHN ZUR ERLEICHTERUNG BENUTZEN

Carolin - am Camino Frances - per eMail am 20.8.2004

Cafe con leche

Wenn der erste Pilger erwacht
Sich für die nächste Etappe rüstet
Für den Abmarsch fertig macht
Schaust Du auf die Uhr entrüstet

5.15 Uhr - die Sonne noch fern
Draußen ist noch tiefe Nacht
Unerklärlich! - Meine Herr'n!
Was der schon auf der Piste macht?

Egal weshalb - die Nacht ist 'rum
Ein zweiter Pilger ist bereit
Erspar' die Frag' nach dem Warum
Auch für Dich wird es jetzt Zeit

Die Badesachen greifst Du Dir
Die Du immer bereit Dir legst
Brummelst leis': „Was mach' ich hier?
Wenn Du Dich zum Bad bewegst"

Stehst vor der Türe mit Verdruss
Die Notdurft ist noch nicht vergönnt
Du denkst: „Das just ein and'rer muss
Wo ich doch g'rade so gut könnt!"

Du packst den Rucksack routiniert
Kontrollierst die Vollständigkeit
Jeder Griff ist einstudiert
Dann bist auch Du abmarschbereit

Dein Barometer steht auf Tief
Deine Stimmung? - Red' nicht d'rum
Der Blutdruck flach, noch nicht aktiv
Du schaust Dich hilflos, suchend um

Gehst ein paar Schritte - zögerst, stehst
Es fehlt Dir was zu Deinem Glück
Du weißt, wenn Du jetzt weitergehst
Führt kein Weg Dich mehr zurück

Noch fehlt es Dir an jeglich' Kraft
Du wartest, witterst wie ein Tier
Deine Laune - schauderhaft
Du klagst, stehst quasi neben dir

Dann wirst Du fündig - eine Bar
„Cafe con leche" - Dein Elixier
Dein Blutdruck steigt -jetzt siehst Du klar
Jakobus kann wieder rechnen mit Dir

Karl-Heinz Grube, Mainz - aus "unterwegs" Nr. 51

Die arme Pilgerin ....

Könnt ich Arme doch nach Trier nur gehen,
Dir, o Herr zum Preise, mir zum Heil;
Meine Brüder muß ich ziehen sehen,
mir nur wird die Gnade nicht zu theil.

Ach, wie Vieles hab ich dort empfangen!
Alles, was mein betend Herz begehrt;
Eine Arme bin ich hingegangen,
reich und selig bin ich heimgekehrt.

aus dem Gedicht "Die arme Pilgerin ...."von Guido Görres, Koblenz 1845

Manchmal muss ich mich suchen gehen

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich nicht ersticke
im Berg der Arbeit.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich nicht verliere
im Irrgarten der Gedanken.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder glauben kann
in den Zweifeln meiner Nächte.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder sehe
in dem Nebel meiner Wünsche.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich wieder höre
in der Wirrnis der Stimmen.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich mich wieder öffne
für die Welt,
für den anderen,
für Gott.

Manchmal muss ich mich suchen gehen,
damit ich wieder ich selber bin
und nicht nur ein Schatten.

Hanni Neubauer

Santa Maria del Camino

    Auf deinen Wegen im Leben gehst niemals du all-

    ein, denn mit dir will am Camino

    Santa Maria sein.

   Ven con nosotros al caminar Santa Maria, ven.

      Ven con nosotros al caminar Santa Maria, ven.

Auch wenn dir viele erzählen
daß man nichts ändern kann.
kämpfe du für eine neue Welt,
fang mit der Wahrheit an
Ven con ....
Ven con ....

Gehen auch andre durchs Leben
lieblos und unbekannt,
reiche dem Menschen daneben
hilfreich stets deine Hand.
Ven con ....
Ven con ....

Kannst du einmal all dein Pilgern,
nur noch ganz sinnlos seh'n,
dein Schritt erschafft neue Wege,
die andre nach dir geh'n.
Ven con ....
Ven con ....

Aus: Elisabeth Alferink „Auf den Spuren des Jakobus
Bd II, die Zugangswege Kath. Bibelwerk 2004

Jakobuslied

1. Sankt Jakobus durfte werden / ein Apostel für die Welt. /
       Jesus folgte er auf Erden, / der ihn für uns hat erwählt. /
       Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
       unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

2. Sankt Jakobus ist gestorben / früh durch eines Henkers Schwert. /
        Ruhm hat er dadurch erworben, / er wird oft und gern verehrt. /
        Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
        unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

3. Auf dem weiten Feld der Sterne / fand man das Jakobusgrab. /
        Menschen kamen aus der Ferne, / in der Hand den Pilgerstab. /
        Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
        unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

4. Zum Jakobusgrabe streben / Pilgerscharen jedes Jahr. /
         Unterwegs sie viel erleben, / dabei werden Wünsche wahr. /
         Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
         unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

5. Schwer fällt manche Pilgerreise, / bis man endlich ist am Ziel. /
         Sie schenkt dann auf ihre Weise / ein ganz neues Glücksgefühl. /
         Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
         unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

6. Die Verehrung kommt von Herzen, / die dem Jünger Jesu gilt. /
        Oft erstrahlen hell die Kerzen / beim Gebet vor seinem Bild. /
        Sankt Jakobus wir verehren, / er kann Hilfe uns gewähren /
        unser ganzes Leben lang; / unser ganzes Leben lang.

Text: Rudolf A. H. Wyrsch, Westerstede 2005,
in Anlehnung an: Mt 10,1-4; Apg 12,1-2; Mk 10,35-40
 u. Traumvision Karls des Großen vom Sternenweg,

dem Jakobuspilger Matthias Schiffer (1938-2005) aus Düren gewidmet

Musik: “Alles meinem Gott zu Ehren” im Gotteslob Nr. 615:
Bamberg 1732 / bei Melchior Ludolf Herold 1808

Menschen auf diesem Weg

Wie viele Menschen
sind diesen Weg vor mir gegangen?
Wie viele Menschen
haben den Sonnenuntergang von diesem Hügel aus betrachtet?
Wie viele Menschen
haben Rast im Schatten dieses Baumes gemacht?

Wie viele Menschen
sind an dieser Wegkreuzung stehen geblieben?
Wie viele Menschen
haben an diesem Berg fast aufgegeben?
Wie viele Menschen
suchen sich selbst?
Wie viele Menschen
suchen dich?
Keine Antwort auf all diese Fragen.
Aber ich habe das Gefühl, auf diesem Weg
mit ihnen verbunden zu sein.
Das treibt mich voran, dem Ziel entgegen.

Michael Ganster
entnommen aus dem Jugendgebetbuch - Pray! - erschienen zum XX. Weltjugendtag in Köln 2005

JAKOBUS

Nein, du läßt mich nicht im Stich,
Stehst mir bei und leitest mich,
Leuchtest strahlend mir ins Herz,
Teilst die Freude, fühlst den Schmerz.

Sterne sind dir wohlbekannt,
Bleibst mir nah im fremden Land,
Richtung gebend, hier und jetzt,
Heilend, was so sehr verletzt

Wunden wandelst du in Wunder,
Schritt für Schritt, der Weg wird runder.
Und nach vielen Pilgertagen
Werden Dornen Rosen tragen

O Jakobus, hochverehrt,
Pilgern läßt nie unversehrt.
Himmelwärts und abgrundtief
Zieht mich, der so machtvoll rief.

Balthasar

Aus: Reinhard Kürzinger/Bernhard Sill (Hg.):
Das große Buch der Gebete. München 2003, S. 565

An die Pilger Europas

Geh,
seit deiner Geburt bist du auf dem Weg.
Geh,
eine Begegnung wartet auf dich.
Mit wem?
Vielleicht mit dir selbst.
Geh,
deine Schritte werden deine Worte sein,
der Weg dein Gesang.
Deine Ermüdung dein Gebet,
dein Schweigen wird schließlich sprechen.
Geh,
mit anderen, aber tritt heraus aus dir,
du, der du dich von Feinden umgeben siehst,
wirst Freunde finden.
Geh,
auch wenn dein Geist nicht weiß,
wohin deine Füße dein Herz führen.
Geh,
ein anderer kommt dir entgegen
und sucht dich,
damit du ihn finden kannst.
Im Heiligtum am Ende des Weges,
dem Heiligtum im Innersten deines Herzens,
ist ER dein Friede,
ist ER deine Freude.
Geh,
es ist ja der Herr, der mit dir geht.

gelesen auf einer Orientierungstafel für Jakobspilger bei Harkirchen
Von Osten und Westen, von Norden und Süden - Ökumenische Pilgerwege, Missio, Aachen 2000

Der Weg

Der Kampf ist heiß, die Last ist schwer,
oft seufzt du müde: Ich kann nicht mehr!
Doch halte nur aus, einst wird dir‘s klar,
wie nötig hier unten das Kreuz dir war.

Auf hartem Stein am Waldesrand,
sitzt müde ein Pilger, den Stab in der Hand.
Er kann nicht weiter, er ist zu matt,
weil er so viel Schweres zu tragen hat.

Still schaut er im Geiste den Weg, den er kam,
er fing einst so herrlich im Sonnenschein an.
Nun denkt er in stiller Wehmut zurück,
doch liegt in Trümmern, was einst war sein Glück.

Nichts ist ihm geblieben, so arm und allein
muss er nun ins hohe Alter hinein
Da krampft sich das Herz zusammen vor Wehn:
Mein Gott, warum muss diesen Weg ich gehen?

Und über dem Denken und über dem Sinnen
ihm heiß von den Wangen die Tränen rinnen.
Doch nach und nach wird‘s still in der Brust:
er ist sich der Gotteskindschaft bewusst.

Drum schaut er im Glauben hinauf zur Höh‘;
dort wird sich klären, was ich hier nicht versteh‘.
So fasst er den Stab und mit schwerem Gang
zieht zur Hütte er dort am Bergeshang.

Legt müde vom Wandern zur Ruhe sich hin;
noch zieht so manches ihm durch den Sinn.
Auf all‘ seine Sorgen und was er geklagt,
im Traum Gott selbst die Antwort ihm gab:

Er sieht sich als Pilger, den Stab in der Hand,
von Ort zu Ort wandern im Pilgergewand.
Das Ziel seiner Hoffnung ist jene Stadt,
die Gott, der Herr, selber gegründet hat.

Und auf dem Rücken ein Kreuz er trägt,
das ist die Last, die Gott ihm auferlegt.
Er wandert mutig, das Ziel winkt von fern,
schon glänzet die Stadt wie ein güldener Stern.

Und heiß brennt die Sonne, das Kreuz drückt schwer;
er muss noch mal ruhen, er kann nicht mehr.
Dort steht ja ein Hüttchen, so schmuck und klein,
da nimmt er sein Kreuz ab, da ruht sich‘s fein.

Als er dann weiter des Weges will gehen,
da sieht eine Säge er neben sich stehen.
Da denkt er: Das Kreuz ist zu lang und zu schwer,
du sägst etwas ab, dann drückt dich‘s nicht mehr!

,Gesagt, getan. Nun war leichter die Last,
er denkt: Wie gut, dass du‘s abgesägt hast,
nun geht das Wandern bequem und leicht,
jetzt ist das Ziel viel schneller erreicht.

Bald sieht er die Stadt auch schon vor sich steh‘n,
wie herrlich und schön ist sie anzusehn.
Ein Graben nur trennt ihn von der Stadt,
der aber, ach, keine Brücke hat!

Er läuft entlang, er sucht und sinnt,
doch nirgends er eine Brücke find‘t.
Da fällt ihm das Kreuz auf dem Rücken ein,
vielleicht könnt‘ das ihm jetzt Brücke sein.

Er nimmt‘s und schiebt‘s über den Graben her,
doch ist‘s zu kurz, es reicht nicht mehr.
Es fehlt das Stück, was er abgesägt -
„Ach hätt‘ ich doch nicht", seufzt er tief bewegt.

„Nun steh ich hier so nahe am Ziel
und kann nicht hin, weil mir‘s Kreuz nicht gefiel!"
Er weint, er schreit, er klagt sich an,
weil er Schuld, dass nun zur Stadt er nicht kann.

Da kommt noch ein Pilger, der auch ein Kreuz trägt,
von dem er aber nichts abgesägt;
der kommt zum Graben, schiebt‘s Kreuz drüber hin
und geht in die Stadt mit fröhlichem Sinn.

Da denkt unser Pilger: „Ich will doch seh‘n,
ob über das Kreuz ich hinweg kann gehen.
" Er tritt hinzu - o weh, es kracht! Mit einem Schreck ist er aufgewacht.

Er sieht sich im Zimmer, er ist noch hier
Mein Gott, von Herzen danke ich Dir!
Es war nur ein Traum - doch die Angst und Qual
möchte‘ ich durchkosten nicht noch einmal.

Ich seh‘ nun mein Kreuz an als göttliche Gab‘
und säge von demselben jetzt nichts mehr ab.
So muss es sein, wie der Vater es macht,
und geht auch der Weg durch Trübsal und Nacht.

Ich harre still aus, trage Kreuz und Leid;
es ist ja nur eine Brücke zur Herrlichkeit.
Und Du, der Du auch ein Kreuz noch trägst
und es kürzen willst, indem Du dran sägst:
Tu‘s nicht, denn es ist eine göttliche Gab‘
du sägst nur den göttlichen Segen Dir ab!

(Autor unbekannt)
Herzliche Grüße an alle Jakobspilger
Josefin die diese Verse bei uns ins Forum gesetzt hatte - DANKE!

Wallfahrt tut uns allen gut

Jakob´s Grab ist unser Ziel,
dazu brauchen wir viel Stärke;
und es ist uns nicht zu viel,
dass sich´s jedermann gut merke.
Fordert es auch sehr viel Mut.
Wallfahrt tut uns allen gut.

Pilgern macht uns große Freud´
zu Apostel Sankt Jakobus;
und wir freuen uns chon heut
auf den Freund von Jesus Christus.
Oft der Weg in heißer Glut,
Wallfahrt tut uns allen gut.

Donnersohn wir bitten dich,
dass wir unser Ziel erreichen;
dein Erbarmen zeige sich,
lass nicht unsre Knie erweichen.
Stehn die Füsse auch im Blut,
Wallfahrt tut uns allen gut.

Du wirst unser Vorbild sein
auf den langen Pilgerwegen,
ist auch schlimm und groß die Pein,
hilf du uns mit deinem Segen.
Wir sind nie in böser Wut,
Wallfahrt tut uns allen gut.

von Klaus Denk

St. Jacobus

Sankt Jacobus, Schutzpatron
für die Pilger hier auf Erden.
Du stehst jetzt vor Gottes Thron,
bitt´, dass wir zu Zeugen werden.
Wir, die unterwegs hier sind,
jeder seinen Weg auch find´t.

Einst zu Jesu Erdenzeit
warst Apostel du von Zwölfen,
und jetzt in der Ewigkeit
willst du uns, den Pilgern helfen.
Deines Lebens höchster Ruhm
war das Evangelium.

Für den Glauben zogst du aus
über Länder, über Meere;
du gingst weg vom Elternhaus
und das alles Gott zur Ehre.
Deine Zeichen machen Mut:
Muschel, Tasche, Stab und Hut.

Jeder Pilger auf der Reis´
hat ein kleines Kreuz zu tragen,
und ist es mal kalt, mal heiß,
lass´ die Wand´rer nicht verzagen.
Schenke allen Zuversicht
auf dem Weg, verlass´uns nicht.

Zeig des Lebens wahren Sinn,
welche Wege wir auch wallen.
Führ´ uns all zu Christus hin.
Deine Fürbitt´ sei bei allen.
Wenn der Weg zu Ende ist,
du an unsrer Seite bist.

von Tilla Hotz

Gehen

Ich nehme mir Zeit, Zeit für den Weg.

Ich mache mich auf,
überwinde die Trägheit des Körpers
und die Schwerkraft des Herzens.

Nur das Notwendigste nehme ich mit.
Leicht werden.
Einen Schritt vor den anderen setzen.
Nicht die Länge des Weges zählt,
sondern was ich an Altern hinter mir lasse,
damit ich neues Land gewinne.
Ich gehe weiter, denn nur im Gehen
wächst der Weg unter meinen Füßen.
Ich überwinde Durst und Regen,
Müdigkeit und Unlust
ich spüre allmählich,
was tief in mir verborgen ist, spüre, wer ich bin.

Ich schaue mich um, ich blicke ins Weite,
schöpfe Atem, orientiere mich.
Und ich schmecke wieder, wie köstlich
die einfachen Dinge - Brot und Wasser - sind.
Und sehe die Menschen auf dem Weg,
was sie mir geben und wie sie mich halten.
Das Leben - ein Weg

.... ein Dankeschön-Gruß in der Pilgerherberge in Grañón, als Jörg Lux dort als Hospitalero tätig war - erschienen im Sternenweg Nr. 36

Wenn du wirklich geh’n willst, geh!
 

Wenn du wirklich geh’n willst, geh!
Träum’ nicht nur davon,
wie der Weg dich lockt.
Sprich nicht nur davon,
daß du eines Tages gehst.
Plane nicht nur,
wie du dir dann den Rucksack packst.

Schließ' auch das Buch
mit den Pilgerberichten der Anderen.
Füll' deine Wasserflasche
bis an den Rand.
Pack’ deinen Rucksack
nur mit dem Nötigsten.

Schnür’ deine Wanderschuh’
sie sollen dich tragen.
Greif' nach dem Pilgerstab
für alle Höhen und Tiefen.
Nimm den Pilgersegen mit,
er bahnt dir den Weg.

Und dann beginne endlich,
beginne mit dem ersten Schritt.
Heute ist der Tag.
Morgen ist es vielleicht zu spät.
Wenn du wirklich geh’n willst, geh!

Elisabeth Alferink - Dez. 2005

 

Geh, verlass die Heimat

„Geh, verlass die Heimat,
die Welt, darin Du geboren bist,
darin Du Dich eingerichtet hast –
das Haus voll von den Namen der Dinge, die um Dich sind,
lass alles, was Dir die Sprache über sie zu wissen gibt,
lass auch alles, was Dir die Wissenschaft über sie vorspricht,
lass auch die Begriffe, mit denen Du nach den Dingen greifst –
lass dieses Haus hinter Dir, geh!

Dann wirst Du, vielleicht wirst Du dann dem Anderen begegnen,
für das du weder Namen noch Wissen noch Begriffe hast,
dem ur- und ingründig Wirklichen und Wirkenden begegnen.

Du wirst schauen...
Dann ist kein Ding mehr,
was es dir zuvor gewesen,
ein jedes, eins um das andere,
wird Dir einen Namen sagen, den Du nicht nachsprechen kannst.

Und dann wird Dir,
vielleicht wird Dir dann aus allem und jedem,
das um Dich ist, das Unnennbare erscheinen,
und Du wirst jene Stimme hören,
die Du noch nie gehört,
sehr nah und gewaltig wirst Du sie rufen hören:  ICH BIN DA!“

von Friedolin Stier
eingesandt von Margret Eickhoff
- per eMail am 02.02.2006

 

Steine im Licht

Vor mir
hinter mir
neben mir
Steine.
Steine,
die mich tragen, ertragen,
auf die ich trete - getretene Steine.
Über mir unendliches Licht.
Wärmend, einhüllend, mich durchfließend, wegweisend.
Es nimmt den Steinen die scharfen Kanten!

Christine Wutzl (2002)
eingesandt per eMail am 07.03.2006

Kleines Holzkreuz

Ich trage dich mit mir.
Der Schweiß meiner Hände,
hat deinen Kanten die Schärfe genommen.

Du trägst mich,
wenn meine Hand dich im Gebet umschließt.

Du kleines Holzkreuz!
Wegbegleiter auf dem Pilgerweg meines Lebens.

Christine Wutzl (2002)
eingesandt per eMail am 07.03.2006

Wohin gehst du?

Quo vadis?
Wohin gehst du?
Ich weiß es nicht.
Ich weiß nur, dass ich diesen Weg gehen muss, dass ich ihn in seiner Schwere und Leichtigkeit erfahren und spüren muss.
Er ist nur ein kleiner Meilenstein am Pilgerweg meines Lebens.

Christine Wutzl (2002)
eingesandt per eMail am 07.03.2006

Wo du auch hinschaust ...

Zehen verklebt
Knie bandagiert
Herz gebrochen
Seele verletzt.
Verzweifelte
Weinende
Hoffende
Liebende
Freudige
Lachende
Suchende.
Sie alle wollen irgendwann ankommen.
Pilger die westwärts ziehen.

Christine Wutzl (2002)
eingesandt per eMail am 07.03.2006

Vom Allgäuer Jakobsweg

Prière de Bénédeczion
Benedición del peregrino

Allmächtiger Gott, du hörst nicht auf,
deine Güte denen zu zeigen,
die dich lieben und lässt dich immer
wieder von denen finden, die dich suchen.
Sei gnädig deinem Pilger,
der sich auf den Weg nach Santiago de Compostela begibt
und lenke seine Schritte nach deinem Wille.
Sei ihm Schatten in der Hitze des Tages,
Licht im Dunkel der Nacht
und Kraft in der Erschöpfung,
so dass er mit deiner Hilfe und unter deinem Schutz
glücklich ans Ziel seines Weges komme.

Gerlinde Klassen (2006)
eingesandt per eMail am 28.06.2006

Pilgerlied

 (Melodie und Satz: Gregorianisch, „Salve virgo virginum“)

Lenke meine Füße, Herr, dass ich sicher gehe,
Öffne meine Augen, Herr, dass den Weg ich sehe,
Öffnest Du das Herz mir, Herr, spür ich Deine Nähe!
Du bist Weg und Ziel!

Gib mir Mut und gib mir Kraft, lass mich nicht verzagen,
Auf der großen Pilgerschaft und an allen Tagen,
Die ich neu mich aufgerafft, allzeit Lob Dir sagen!
Du bist Weg und Ziel!

Wenn am End des Wegs ich bin, lass mich, Herr, Dir danken,
Bei Dir sein mit Herz und Sinn, Wünschen und Gedanken!
Lass mich ruhen fest in Dir, und von Dir nicht wanken,
Du bist Weg und Ziel!

La oracion del pregrino

Guia mis pasos seňor, para no desfallecer
Abre mis ojos, seňor, para que vea el camino
Si abres mi coracón, seňor, sentiré que estas cerca
Eres el camino y el destino.

Dame el espiritu y la fuerza,
no dejes que pierda la esperanza
En la gran peregrinación
y en cada dia que non desfallezca,
déjame alabarte y darte las gracias
Eres el camino y el destino.

Cuando ha finalizado mi camino
déjame darte las gracias
Déjame estar en cuerpo y alma,
mis deseos y mis pensamientos,
Déjame descansar en ti seguro
y no me dejes quem e aleje de ti.
Eres el camino y el destino.

Le chanson de le pelerin

Guide mes pieds, Seingeur,
afin que je marche avec assurrance
Ouvre mes yeux, Seigneur,
pour que puisse voir le chemin.
Si tu ouvres mon ceur, Seigneur, je sens que tu es là!
Tu es le cemin e le destin!

Donne-moi le courage et donne-moi le force,
ne me laisse pas perdre confiance
Sur le grand pelerinage
et tous les jours
où je dois fare de nouveaux efforts
te rendre grâce et te remercier.
Tu es le cemin e le destin!

Si j’arrive au bout de chemin,
laisse-moi te remercier, mom Dieu,
être auprès de toi avec mon coeur,
ma raison,mes desirs et ma pensée.
Laisse-moi venir en toi et ne plus t’abandonner!
Tu es le cemin e le destin!

Französische Übersetzung: Manuela Glanser

The Pilgrims Song

Guide my feet, Lord, so that I walk safe
Open my eyes, Lord, that I see the way
If you open my heart, Lord, I feel You are close!
You are the way and the destination!

Give me courage and give me power that I do not despair
On the great pilgrimage and that I on every day
That I newly stood up praise and thank you!
You are the way and the destination!

When I will be at the End of the way, lat me, Lord thank you!
Let me be with you with Heart and mind, my wishes amd my thougts
Let me rest firmly in you and never fall off from you
You are the way and the destination!


Christian Wittenberg, 2005, vor und auf dem Fußweg von Schwaben nach Santiago. Die englische Version stammt von mir, ein Anglo-hispanier hat sie dann in, ich glaube Tossantos, ins Spanische übersetzt, und eine Schweizerin ins französische. Verschiedene Versionen sind in einigen Pilgerbüchern zwischen Konstanz, Le Puy und Santiago in den Monaten Mai bis Juli 2005 zu finden, wo ich sie selbst hineingeschrieben habe – bis in Bercianos die endgültige Fassung entstand...

Christian Wittenberg (2006)
eingesandt per eMail am 12.07.2006

Das Vaterunser des Pilgers

Vater unser auf unseren Wegen,
Dein Geist erfülle uns,
Dein Wille geschehe in Glück und Leid.
Unser tägliche Kraft gib uns heute
und vergib uns unsere Herzlosigkeit,
wie auch wir denen vergeben, die herzlos sind mit uns.
Und führe uns nicht in Verzweiflung,
sondern auf den Weg Deiner Hoffnung
Denn Dein ist der Aufbruch,
der Weg und das Ziel
in Ewigkeit.
Amen.

     Gegrüßet seist du, Maria ( für Pilger)

Gegrüßet seist du, Maria
Du bist für uns da am Weg.
Der Herr ist mit dir,
als Kind in deinem Arm,
als Gekreuzigter auf deinem Schoss.
Du bist gesegnet unter den Frauen,
und gesegnet sind, die mit dir sagen:
,, Dein Wille geschehe!“
Heilige Maria, Mutter Gottes,
bitte für uns Pilger,
jetzt und in der Stunde unsere Ankunft.
Amen.

 

Jesus – Du mein Herr und Gott,
Du bist für mich der sich're Hort.

Zeig mir den Weg, den Du für mich bestimmt.
Geh mit mir den Weg, der von der Liebe singt.
Lass mich spüren Deine Hand in Gefahr und Not,
reich mir zur Stärkung dann Dein lebendig Brot.
Bis eines Tages ich am Lebensziele bin,
führ' St. Jakobus mich zum Haus des Vaters hin,
wo eine Wohnung Du für mich bereitet hast,
die Sehnsucht ist gestillt, vergessen alle Last.
So gehe ich als Pilger durch dieser Tage Zeit
und weiß, ich bin erwartet in Deiner Ewigkeit.
Amen.

Gabriele Sommer auf dem Camino - Mai 2006

      Jesus – Du mein Herr und Gott,
      Du bist für mich der sich're Hort.

Zeig mir den Weg, den Du für mich bestimmt.
Geh mit mir den Weg, der von der Liebe singt.
Lass mich spüren Deine Hand in Gefahr und Not,
reich mir zur Stärkung dann Dein lebendig Brot.
Bis eines Tages ich am Lebensziele bin,
führ' St. Jakobus mich zum Haus des Vaters hin,
wo eine Wohnung Du für mich bereitet hast,
die Sehnsucht ist gestillt, vergessen alle Last.
So gehe ich als Pilger durch dieser Tage Zeit
und weiß, ich bin erwartet in Deiner Ewigkeit.
Amen.

 Gabriele Sommer auf dem Camino - Mai 2006

Gott meiner Wege

Gott meiner Wege,
du kennst die Wege, die hinter mir liegen und die,
die noch vor mir sind.
Du weißt um die Erfahrungen, die ich gemacht habe,
um die vielen schönen Stunden,
die guten Erinnerungen und Begegnungen
und um die dunklen, einsamen Stunden,
in denen ich nicht wußte,
wie es weitergehen kann.
Gott, meiner Wege,
ich glaube daran,
dass du die Wege meines Lebens mitgehst,
dass ich dir begegnen kann,
deiner Zuneigung, deiner Hilfe,
deinem Trost und deiner Liebe in den Menschen an meinem Weg:
den Menschen, die mich begleiten, denen ich begegne,
um die ich mich sorge, mit denen ich rede.
Gott, meiner Wege,
du kennst auch all die Irrwege und Sackgassen meines Lebens,
die Situationen, in denen ich mich verrannt habe,
die Chancen, die ich nicht nutzen konnte,
die Fehler, die meinen Weg säumen.
Gott, meiner Wege:
Ich bitte dich um deinen Beistand auf allen Wegen meines Lebens.
Ich bitte dich um Vergebung für das, was nicht gelingt.
Ich bitte um Augen und ein Herz,
die die Chancen und Möglichkeiten wahrnehmen, die am Weg liegen.
Ich bitte dich um Kraft, meinem Weg eine neue Richtung zu geben,
wenn es nötig ist.
Ich bitte dich um Mut und Phantasie,
auch einmal ungewohnte Wege zu gehen.
Ich danke dir für meinen Weg,
für die Menschen, die ihn mit mir gehen,
die mir Wegbegleiter, Raststätte, Quelle,
Stütze und Orientierung sind und waren.
Ich danke dir,
Gott meiner Wege.

 

gott segne deinen weg
die sicheren und die tastenden schritte
die einsamen und die begleiteten
die großen und die kleinen

gott segne deinen weg
mit atem über die nächste biegung hinaus
mit unermüdlicher hoffnung
die vom ziel singt, das sie nicht sieht
mit dem mut, stehenzubleiben
und der kraft, weiterzugehen

gottes segen umhülle dich auf deinem weg
wie ein bergendes zelt
gottes segen nähre dich auf deinem weg
wie das brot und der wein
gottes segen leuchte dir auf deinem weg
wie das feuer in der nacht

geh im segen
und gesegnet bist du segen
wirst du segen
bist ein segen
wohin dich der weg auch führt

katja süß

Gabriele Sommer (2006)
eingesandt per eMail am 22.08.2006

 

Gedicht eines zukünftigen Pilger

Zwischen Sarria und Portomarin, an einem mächtigen Baum, kaum 100 Kilometer vor dem Ziel hängt diese Gedenktafel in Erinnerung an Prospèr Remmy einen französischen Pilger, der an dieser Stelle verstorben ist.

Poème d'un (futur) pèlerin de Prosper Remmy

Ah quand pourrais-je aller là où mon cour m'appelle
au loin là-bas vers Saint Jacques de Compostelle?
M'aventurer sur la route des pèlerins
vers laquelle convergent tant de beaux chemins.

Je pérégrinerai et par monts et par vaux,
en vélo ou à pied à genoux s'il faut.
Dans le vent, sous la pluie et au feu du soleil,
chaque jour partirai, dès le premier réveil.

Des haltes je ferai aux nombreux sanctuaires,
des époques de foi, superbe reliquaires
Contemplant les sépulcres, Évangiles en pierre,
à celles des croyants, j'unirai ma prière

Enfin rendu là-bas, tout au bout de la terre,
je rendrai grâce à Dieu pour l'étape dernière.
En Église devant la tombe de l'Apôtre,
déposerai mes voux, ainsi que tous les vôtres:

Grand Saint Jacques, envoyé au lointaines rivages,
Étoile dans la nuit de nos pèlerinages,
quel que soit le chemin, direct ou tortueux
fait que nous progressions dans notre marche vers Dieu .

Prosper Remmy a rencontré son Seigneur sur la route de Saint Jacques de Compostelle, le 17 août 1989 agé de 58 ans

Gedicht eines (zukünftigen) Pilgers von Prospère Remmy
frei übersetzt aus dem Französischen von Gernot van der Meulen

Oh, wann endlich wird mein Herz mir sagen:
Jetzt musst du dich auf die Pilgerfahrt begeben,
nach Santiago ziehen, mutig sollst du es wagen
herrliche Wege bergauf und bergab zu erleben".

Also fahr ich dahin, über Berg und Tal
zu Fuß, mit dem Rad oder gar auf den Knien,
durch Hagel, Hitze und Kälte und Regen zumal,
tagtäglich in aller früh werd ich weiterziehen.

An manchem Heiligtum werde ich innehalten
steinerne Zeugen christlichen Glaubens zu sehen
werd betrachten der Skulpturen heilige Gestalten
und durch ihre Fürbitte unser Heil erflehen.

Endlich in Santiago angekommen,
in der Kathedrale am Apostelgrab,
Gott, tief im inneren hat mein Herz dich vernommen,
dankbar lege ich ab Mantel, Sack und Pilgerstab.

Großer Heiliger Jakobus, uns gesandt aus der Ferne,
begleite uns auf all unseren Wegen,
führe uns auf dem Pfad der Sterne
bis zur letzten Etappe immer mehr unserm Herrgott entgegen.

Prosper Remmy ist auf dem Weg nach Santiago de Compostela seinem Herrn begegnet - am 17. August 1989 im Alter von 58 Jahren

Gernot van der Meulen  (Dez. 2006)
eingesandt per eMail am 4.12.2006

 ....auf dem Gipfel des Sierra del Perdon

„Wo Winde und Sterne sich begegnen,…
kannst du einen Blick in dein Innerstes werfen,….
wo Winde und Sterne sich begegnen..

auf dem Gipfel des Sierra del Perdon schrieb Günter Schmitz
aus Heidweiler diesen Vers in sein Tagebuch, Mai 2006
eingesandt per eMail am 31.1.2007

An die Pilger
 

Geh, seit Deiner Geburt
           bist Du auf dem Weg.

Geh, eine Begegnung wartet auf Dich.
           Wo? Mit wem?
           Du weißt es noch nicht
           vielleicht mit Dir selbst.

Geh, Deine Schritte werden Deine Worte sein,
           der Weg Dein Gesang.
           Deine Ermüdung Dein Gebet,
           Dein Schweigen wird schließlich zu Dir selbst sprechen.

Geh, allein, mit andern,
           aber tritt heraus aus Dir,
           Du, der Du Dir Rivalen geschaffen hast,
           wirst Kameraden finden.
           Du, der Du Dich von Feinden umgeben siehst,
           wirst sie zu Freunden machen.

Geh, auch wenn Dein Geist nicht weiß,
           wohin Deine Füße Dein Herz führen.

Geh, Du bist für den Weg geboren,
           den Weg der Pilger.
           Ein Anderer kommt Dir entgegen und sucht Dich,
           damit Du  I H N  finden kannst.
           Im Heiligtum am Ende des Weges,
           im Innersten Deines Herzens,
           ist  E R  Dein Friede,
           ist  E R  Deine Freude.

Geh, es ist ja der Herr,
           der mit Dir geht.

Gelesen und abgeschrieben von Thekla & Aloys am 12. Februar 2007
in der  Ermita de Sant Honorat am  Klosterberg, Puig de Randa, Mallorca.

          Pilgersprachen

Pilger sprechen viele Sprachen,
doch nur eine ist genug
Blasen können wortlos plagen,
stöhnen braucht kein Wörterbuch.

Kleines Brot lässt sich noch teilen
wenig Wasser reicht für zwei.
Wunden können schneller heilen,
steht ein Pilgerfreund dir bei.

Herzlichkeit braucht wenig Worte,
lächeln buchstabiert man nicht.
Pilger können sich verstehen,
wo man diese Sprache spricht.

.....eingesandt am 23. März 2007 per eMail von Berni Dengel aus Neubrunn


SANTA MARIA DEL CAMINO

Aunque te digan algunos
que nada puede cambiar,
lucha por un mundo nuevo,
lucha por la verdad.

Si por mundo los hombres
sin conocerse van,
no niegues nunca tu mano
al que contigo est

Aunque parezcan tus pasos
inútil caminar,
tú vas haciendo caminos
otros los seguirán.

.....dieses Lied wurde bei der Einweihung des Pilgerweges von Köln nach Marburg gesungen am 24.5. 2007
 

Texte vom Camino


Gott,
du bist alles,
du trägst alles,
dir gehört alles,
du bist Anfang und Ende.
Du bist bei uns, wenn wir aufbrechen,
du bist bei uns, wenn wir ein Ziel erreichen.
Von allen Seiten umgibst du uns
und hältst deine Hand über uns.
Gibt es einen Ort, an dem du nicht bist?
Gibt es einen Menschen, den du nicht in deiner Hand hältst?
Dein Geist durchweht die ganze Schöpfung,
jedes Tier, jede Pflanze bist du.
Du umfängst alles,
du bist alles,
du, unser Gott,
Amen.

(aufgeschrieben auf dem Weg nach Santiago, St. Jean-Pied-de-Port, September 2005, Klaus-Dieter Hägele)



Ankommen nach einem langen Tagesweg,
eine offene Türe,
freundlich empfangen,
hier deine Bleibe für die Nacht,
dort die erfrischende Dusche,
bald der Gottesdienst in der Kirche,
dann das gemeinsame Essen.

Ankommen,
eine offene Türe,
freundlich empfangen,
es ist gut, hier zu sein.
Der Geist dessen, der das Brot brach
und den Becher reichte,
durchweht die Räume.
Es ist gut, hier zu sein.

(Eindrücke von der Gastfreundschaft der Pilgerherberge in Granon, Klaus-Dieter Hägele)



Gesegnet sei dein Weg,
Tag für Tag, Schritt für Schritt.
Gesegnet sei, was dir gelingt
und wo du versagst.
Gesegnet seien die Menschen,
die dich glücklich machen.
Gesegnet seien die Menschen,
die dir Steine in den Weg legen.
Gesegnet sei deine Arbeit und deine Ruhe.
Gesegnet sei dein Weg.
Tag für Tag, Schritt für Schritt.
Gehe deinen Weg in Frieden.
Gott geht mit dir.

(Klaus-Dieter Hägele, aufgeschrieben im September 2005 auf dem Cruz de Ferro)

.....dieses Gebete und Texte wurden uns von Pfarrer Klaus-Dieter Hägele per eMail zugesandt am 6. Juni 2007


Jakobus, Freund der Pilgerschar

1. Jakobus, Freund der Pilgerschar,
   die zu Dir pilgert Jahr um Jahr,
   wir kommen weit aus Deutschland her.
   Der Weg zu Dir ist lang und schwer.
2. Wenn wir in Deinen Spuren geh'n
   und vielerorts Dein Standbild seh'n
   dann bitten wir Dich: "Steig' herab
   und nimm mit uns den Pilgerstab!" 
3. Jakobus, Du hältst jeden fest,
   der sich getrost auf Dich verlässt.
   Dein Ruf hat es uns angetan,
   so treibt die Sehnsucht uns voran.
 4. Wer Dich in Santiago fand
   und dort vor Deinem Grabe stand,
   der nimmt Dich in sein Leben mit
   als sein Begleiter Schritt für Schritt.
5. Du Heil'ger mit dem Pilgerhut:
   Sein unser Schatten in der Glut!
   Sei Herberg' uns, sei gelber Pfeil!
   Führ' uns ans Ziel, zum ew'gen Heil!

(Nach der Melodie: Komm, Schöpfer Geist, kehr' bei uns ein)

Dieses Lied wurde gesungen von einer Pilgergruppe aus Niederkassel, die sich auf den Weg hat,
von Lissabon nach Santiago de Compostela - im Juni 2007

Pilger gehen den Weg
 

Pilger suchen den Weg
             finden den Weg
             folgen dem Weg
             verlieren den Weg
             sie kreuzen andere Wege

Pilger gehen gemeinsam und gehen getrennte Wege

Pilger gehen den Hinweg
             gehen den Rückweg
             gehen den Umweg
             gehen den Irrweg
             finden den Ausweg

Pilger haben eine Wegbeschreibung
             haben eine Wegzehrung
             haben Weggefährten

Pilger gehen Leidenswege
            gehen Kreuzwege

Pilger gehen unter Sternenwegen
             unentwegt weiter
             den Pilgerweg
             den Lebensweg

Dr. Ferdinand Kaufmann fand diese Verse im Gästebuch der Herberge „Aube Novelle“ in Dufour-Lacapellette in Frankreich – eingesandt am 10.07.07 per eMail

Poema del Camino

Staub, Schlamm, Sonne und Regen
das ist der Weg nach Santiago.
Tausende von Pilgern
und mehr als tausend Jahre.

Wer ruft dich, Pilger?
Welch geheime Macht lockt dich an?
Weder ist es der Sternenhimmel
noch sind es die großen Kathedralen,

weder die Tapferkeit Navarras
noch der Rioja-Wein,
nicht die Meeresfrüchte Galiciens
und auch nicht die Felder Kastiliens.

Pilger - wer ruft dich?
Welch geheime Macht lockt dich an?
Weder sind es die Leute unterwegs
noch sind es die ländlichen Traditionen,

weder Kultur noch Geschichte
noch der Hahn Santo Domingos,
nicht der Palast von Gaudi
und auch nicht das Schloss Ponferradas.

All dies sehe ich im Vorbeigehen
und dieses zu sehen ist Genuss,
doch die Stimme, die mich ruft,
fühle ich viel tiefer in mir.

Die Kraft, die mich voran treibt.
Die Macht, die mich anlockt,
auch ich kann sie mir nicht erklären.
Dies kann allein nur ER dort oben!"

Dieses Pilgergebet, auf einer Mauer kurz vor Najera im Industriegebiet geschrieben, haben die Handruper "Erkundungs-Schüler" mitgebracht:

Von Friedrichsdorf - sie waren acht,
fuhren los in dunkler Nacht,
mit dem Bussle 16 Stunden
den Jakobsweg erkunden.
Auf dem Weg zur ersten Ruh,
war doch glatt die Herberg zu!
Das müde Haupt in weichen Kissen,
lies Pilgerfeeling missen.
Doch dann - der erste Tag bricht an,
ein jeder packt so gut er kann
und läuft los und nimmt das Brot,
die Sonn geht auf und leuchtet rot.
Fast wie ein Wunder fühlt sich´s an,
wenn auf dem Jakobsweg man pilgern kann.
Wir tauchen in den Pilgerfluss,
gehen darin auf von Kopf bis Fuß.
Früh morgens in der Dunkelheit
macht man sich für den Weg bereit.
Vor dem Frühstück das erste Stück
vom Weg zu gehen ist wahres Glück.
Die Sonne scheint, der Weg wird lang
"Schaff ich's noch?" so fragst Dich bang,
läufst durch Tal und über Berge,
erreichst dann doch noch die "Albergue".
Mit Gott zu geh'n ist wunderschön,
das Auge lernt ganz neu zu seh'n,
das Ohr hört auch die Stille,
zur Ruhe kommen Hast und Wille.
Wir alle kommen zu dem Schluß
dass man weiterwandern muss.
Denn wer den Jakobsweg gegangen
bleibt immer von ihm gefangen.

Von Volkmar Kübler - 3. Reihe Bussle vom 09.05.05 -
eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Gehen kann zur Meditation werden.
Ganz bewusst, Schritt für Schritt gehen.
Leise, damit du nicht die leisen
Geräusche der Natur übertönst.
Sorgfältig, damit du nicht unnötig
Blüten und Käfer zertrittst.
Dann kann es geschehen, dass die
Natur dich am Geheimnis der Schöpfung
teilhaben lässt.

  Von Franz Brunner - eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Gott,
deine grenzenlose
Nähe einatmen

Und ausatmen
in deine unendliche
Weite

 Von Ch. Knöpfli - eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Das unruhige Herz ist die Wurzel der Pilgerschaft. Im Menschen lebt eine Sehnsucht, die ihn hinaustreibt aus dem Einerlei des Alltags und aus der Enge seiner gewohnten Umgebung. Immer lockt ihn das andere, das Fremde. Doch alles Neue, das er unterwegs sieht, kann ihn niemals ganz erfüllen. Seine Sehnsucht ist grösser. Im Grunde seines Herzens sucht er ruhelos den ganz Anderen, und alle Wege, zu denen der Mensch aufbricht, zeigen ihm an, dass sein ganzes Leben ein Weg ist, ein Pilgerweg zu Gott.

  Von Aurelius Augustinus - eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Man muss wie Pilger wandeln,
frei, bloß und wahrlich leer.
Viel sammeln, halten, handeln
Macht unsern Gang nur schwer.
Wer will der trag sich tot.
Wir wandeln abgeschieden,
mit Wenigem zufrieden,
und brauchen’s nur zur Not.

 Von Gerhard Tersteegen - eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Der Kampf ist heiß

Jesus: Nehmt auf euch mein Joch und lernet von mir, denn ich bin sanftmütig und von Herzen demütig, dann werdet ihr Ruhe finden für eure Seelen! Matth. 11,29

Der Kampf ist heiß, die Last ist schwer,
oft seufzt du müde: Ich kann nicht mehr!
Doch halte nur aus, einst wird dir's klar,
wie nötig hier unten das Kreuz dir war.

Auf hartem Stein am Waldesrand,
sitzt müde ein Pilger, den Stab in der Hand
Er kann nicht weiter, er ist zu matt,
weil er so viel Schweres zu tragen hat.

Still schaut er im Geiste den Weg, den er kam,
er fing einst so herrlich im Sonnenschein an.
Nun denkt er in stiller Wehmut zurück,
doch liegt in Trümmern, was einst war sein Glück.

Nichts ist ihm geblieben, so arm und allein
muss er nun ins hohe Alter hinein.
Da krampft sich das Herz zusammen vor Wehn:
Mein Gott, warum muss diesen Weg ich gehn ?

Und über dem Denken und über dem Sinnen
ihm heiß von den Wangen die Tränen rinnen.
Doch nach und nach wird's still in der Brust;
er ist sich der Gotteskindschaft bewusst.

Drum schaut er im Glauben hinauf zur Höh;
dort wird sich's klären, was ich hier nicht versteh',
so fasst er den Stab und mit schwerem Gang
zieht zur Hütte er dort am Bergeshang.

Legt müde vom Wandern zur Ruhe sich hin;
noch zieht so manches ihm durch den Sinn.
Auf all` seine Sorgen und was er geklagt,
im Traum Gott selbst die Antwort ihm gab:

Er sieht sich als Pilger, den Stab in der Hand,
von Ort zu Ort wandern im Pilgergewand.
Das Ziel seiner Hoffnung ist jene Stadt,
die Gott, der Herr, selber gegründet hat.

Und auf dem Rücken ein Kreuz er trägt,
das ist die Last, die Gott ihm auferlegt.
Er wandert mutig, das Ziel winkt von fern,
schon glänzet die Stadt wie ein güldener Stern.

Und heiß brennt die Sonne, das Kreuz drückt schwer;
er muss noch mal ruhen, er kann nicht mehr.
Dort steht ja ein Hüttchen, so schmuck und klein,
da nimmt er sein Kreuz ab, da ruht sich's fein.

Als er dann weiter des Weges will gehen,
da sieht eine Säge er neben sich stehen.
Da denkt er - das Kreuz ist zu lang und zu schwer,
du sägst etwas ab, dann drückt dich's nicht mehr.

Gesagt, getan. Nun war leichter die Last,
er denkt: Wie gut, dass du's abgesägt hast,
nun geht das Wandern bequem und leicht,
jetzt ist das Ziel viel schneller erreicht.

Bald sieht er die Stadt auch schon vor sich steh'n,
wie herrlich und schön ist sie anzusehn.
Ein Graben nur trennt ihn von der Stadt,
der aber, ach, keine Brücke hat!

Er läuft entlang, er sucht und sinnt,
doch nirgends er eine Brücke find't.
Da fällt ihm das Kreuz auf dem Rücken ein,
vielleicht könnt´ das ihm jetzt Brücke sein.

Er nimmt's und schiebt's über den Graben her,
doch ist's zu kurz, es reicht nicht mehr.
Es fehlt das Stück, was er abgesägt -
"Ach hätt' ich doch nicht", seufz er tief bewegt.

"Nun steh ich hier so nahe am Ziel
und kann nicht hin, weil mir's Kreuz nicht gefiel."
Er weint, er schreit, er klagt sich an,
weil er Schuld, dass nun zur Stadt er nicht kann.

Da kommt noch ein Pilger, der auch ein Kreuz trägt,
von dem er aber nichts abgesägt;
der kommt zum Graben, schiebt's Kreuz drüber hin
und geht in die Stadt mit fröhlichem Sinn.

Da denkt unser Pilger: "Ich will doch seh'n,
ob über das Kreuz ich hinweg kann gehn."
Er tritt hinzu - o weh, es kracht!
Mit einem Schreck ist er aufgewacht.

Er sieht sich im Zimmer, er ist noch hier.
Mein Gott, von Herzen danke ich Dir!
Es war nur ein Traum - doch die Angst und Qual
möcht` ich durchkosten nicht noch einmal.

Ich seh' nun mein Kreuz an als göttliche Gab`
und säg von demselben jetzt nichts mehr ab.
So muss es sein, wie der Vater es macht,
und geht auch der Weg durch Trübsal und Nacht.

Ich harre still aus, trage Kreuz und Leid;
Es ist ja nur Brücke zur Herrlichkeit.
Und Du, der Du auch ein Kreuz noch trägst
und es kürzen willst, indem Du dran sägst:
Tu's nicht, denn es ist eine göttliche Gab'
Du sägst nur den göttlichen Segen Dir ab.

(Gedicht, Autor: unbekannt) - eingesandt per eMail von Edeltraud Goetze am 1. August 2007

Pilger oder Wandersmann

Ob Pilger oder Wandersmann -
Woran will ich’s erkennen?
Ein jeder tut, das was er kann
und will – ganz tief im Herzen drinnen.
Was ist es, was uns ruft und treibt
Auf diesen langen Weg?
Womit will ich’s ergründen?
Die Sehnsucht ist’s, Sehnsucht nach was –
Vergebung aller Sünden?
Ich denke Gott ist’s, der uns ruft;
Auch mich schon Jahr und Tag.
Hab nur nicht richtig hingehört;
Zu viel auf meiner Seele lag.
Nun hab ich’s überwunden.
Hab mich getraut, auf Gott gebaut,
bin meinen Weg gegangen.
Hab mich ihm einfach anvertraut,
um Frieden zu erlangen.
Ob Pilger oder Wandersmann –
Gott fragt uns nicht nach Gründen.
Das höchste Glück –für mich- auf diesem Weg
ist stets zu ihm zu finden.

(Gedicht von Edeltraud Goetze - Eintrag im Pilgerforum am 7. August 2007

In jedem Schritt
schwingen tausend Namen mit,
obwohl noch Wochen uns trennen
ist er schon unter meinen Füßen.
Unbekannte Töne spielen
- noch nicht harmonisch -
plötzlich mit
in meinem Lebenslied.
Das kleine wenig Heiligkeit,
dass sich in jeder Seele findet
hat eine neue Farbe.
Meine Gedanken fliehen
in seine Ruhe,
er reißt mich aus dem Leben
und wirft mich neu hinein.
Manche Menschen werden
vielleicht
zwei Mal geboren
- buen camino.

Dennis hat seine Zeilen am 26. August 2007 in unserer Forum geschrieben - DANKE!! 

                  Wünsche für den Weg:

Möge der Weg Dir wenig steinig sein
und alle Berge Dir etwas weniger steil,
möge jede Wolke einen kleinen Umweg machen
und Dir schnell das Blau des Himmels öffnen;
mögen alle Stürme dich nur vom Rücken treffen,
Dir helfen, Deinem Ziel näher zu kommen!

Mögen alle Quellen dort fließen,
wo es Dich am meisten dürstet,
mögen alle Bäume dort Schatten bringen,
wo Dich eine Rast am besten erfrischt.

Mögen viele nette Menschen Dir begegnen,
die aus Deinem Gesicht Heiterkeit lesen
und auch Dir Freude auf den Weg mitgeben.

Mögest Du viele nette Worte und Gedanken
auflesen und leicht mit Dir tragen:
gib sie an viel andere weiter,
um auch jenen zu helfen, ihr Ziel zu finden.

Mögest Du abends ein sicheres Dach finden
oder der Sternenhimmel Deinen Schlaf behüten,
dass Du morgens ausgeruht und voller Eifer
Dich auf den neuen Tag freuen kannst.

Buon Camino!
Alles Gute!

Klaus hat seine Zeilen am 29. August 2007 in unserer Forum geschrieben - DANKE!!

Die 10 Geh-Bote des Pilgers

1. Geh
Es gibt fürs Pilgern kein besseres Fortbewegungsmittel als das Gehen. Nur Gehen! Darum geht es.
2. Geh langsam
Setz dich nicht unter unnötigen sportlichen Leistungsdruck. Du kommst doch immer nur bei dir selber an.
3. Geh leicht
Reduziere dein Gepäck auf das Nötigste. Es ist ein gutes Gefühl, mit wenig aus zu kommen.
4. Geh einfach
Einfachheit begünstigt spirituelle Erfahrungen, ja sie ist sogar die Voraussetzung dafür.
5. Geh alleine
Du kannst besser in dich gehen und offener auf andere zugehen.
6. Geh lange
Auf die Schnelle wirst du nichts kapieren. Du musst tage-, wochenlang unterwegs sein, bis du dem Pilger-Weg allmählich auf die Spur kommst.
7. Geh achtsam
Wenn du bewusst gehst, lernst du den Weg so an zu nehmen, wie er ist. Dies zu begreifen, ist ein wichtiger Lernprozess und braucht seine Zeit.
8. Geh dankbar
Alles – auch das Mühsame – hat seinen tiefen Sinn. Vielleicht erkennst du diesen erst später.
9. Geh weiter
Auch wenn Krisen dich an deinem wunden Punkt treffen, geh weiter. Vertraue darauf: Es geht, wenn man geht.
10. Geh mit Gott
Es pilgert sich leichter, wenn du im Namen Gottes gehst. Wenn Gott für dich in weite Ferne gerückt ist, könnten dir die Geh-Bote (siehe oben) helfen, das Göttliche in dir wieder zu entdecken.

Quelle: © Bruno Kunz - Herrenberg 44 - CH - 8640 Rapperswil

Aurora Del Peregrino

En la ruta Jacobea siempre seremos amigos,
la union sera nuestra fuerza
para alcanzar el destino.
Vieja rua, siempre viva, arte de historia del mundo,
via lactea alla arriba.
Es una senda encendida, para no perder el rumbo.
Sacrificio y oracion, el lema del peregrino,
que marcha por el camino
que marcha por el camino
de Santiago, su patron.

Laralalala/laralalala...la..

Senor Santiago, patron Santiago!
Hoy en tu fiesta con este canto
Va nuestra ofrenda.

Senor Santiago, patron Santiago!
Seremos siempre puenta de amigos, union de abrazos.

Los peregrinos te hacen su ofrenda.

Senor Santiago!

Herru – Santiago – Herru!

Ich habe ein Lied, das eine spanische Pilgergruppe jeden Morgen gesungen hat - ich habe die Männer von Roncesvalles bis Santiago immer wieder getroffen! Sie haben dazu mit ihren Wanderstöcken den Rhythmus auf den Boden geklopft. - Der Text wurde uns eingesandt per eMail von Monika Müller am 30. November 2007
 

Wohl am Sankt Jakobs Straßen

Lied der Jakobspilger seit dem 13. Jh.
eine Auswahl von 26 Strophen: Seckendorfs Musenalmanach für 1808. S. 11.

1. Wer das elent bawen wel,
der heb sich auf und sei mein gese!
wol auf sant Jacobs straßen!
Zwei par schuaoch der darf er wol
ein schüßel bei der flaschen.

2. Ein braiten huot den sol er han
und an Mantel sol er nit gan,
mit Leder wol besezet,
es schnei oder regn oder wähe der wint,
daß in die luft nicht nezet.

3. Sack und stab ist auch darbei,
er luog, daß er gebeichtet sei,
gebeichtet und gebüßet!
Kumt er in die welschen lant,
er findt kein tuetschen priester.

4. Ein teutschen priester findt er wohl,
er waiß nit wo er sterben sol
oder sein leben laßen,
stirbt er in dem welschen lant,
man grebt ihn bei der straßen.

5. So ziehen wir durch Schweizerlant ein,
sie haißebn uns got welkuum sein,
und geben uns ire speise,
sie legen uns wol und decken uns warm,
die straßen tount sie uns weisen.

6. So ziehen wir durch die welschen lant,
die seint uns bruedern unbekannt,
das elent mueßen wir bawen,
wir rufen got und sant Jacob an
und unser liebe frawen.

7. So ziehen wir durch der armen Jecken lant,
man gibt uns nichts dan apfeltrank,
die berge mueßen wir steigen;
gäb man uns öpfel und pirn gnuok,
wir äßens für die feigen.

8. So ziehen wir durch Soffeien hinein,
man geit uns weder grot noch wein,
die seck stänt uns gar läre;
wo ein brouder zu dem andern kumt
der sagt im böse märe.

9. So ziehen wir zu sant Spiritus ein,
man gibt uns brot und guoten wein,
wir leben in reichem schalle,
Langedocken und Hispanierlant
das loben wir brueder alle.

10. Is ligen fünf berg im welschen lant,
die seint uns pilgram wolbekant:
Der erste haist Runzevalle,
und welcher bruoder darüber get,
sein backen werden im schmale.

11. Der andere haist der Monte Christein,
der Pfortenberk mag wol sein bruoder sein,
sie seint einander vast gleiche,
und welcher bruoder darüber get
vordient das himmelreiche.

12. Der vierte haist der Rabanel,
darüber laufen die brueder und schwester gar schnel,
der fünfte haist in Alle Fabe,
da leit vil manches bidermans kint
auß teutschem lant begraben.

13. Der künig von Hispanien der fuert ein kron,
er hat gebawet drei spital gar schon
in sant Jacobs eren,
und welcher bruoder darin kumt;
man beweist im zucht und ere.

14. Es war dem spitalmeister nit eben fierd
halbhundert brüdern hat er vergeben
gott lass nit ungerochen zu burges
ward er an eyn kreutz gehefft
mit scharfen pfeilen durchstochen 

15. Der könig der war eyn biderman
in bilgramkleider legt er sich an
seyn spital wolt er beschauen
was im die teutschen brüder sagten
das wolt er nit glauben

16. Da ging er in daz spital eyn
er hiesz im bringen brot und weyn
die suppe die war nit reine
spitalmeister lieber spitalmeister mein
die brot sind vil zu kleine

17. Der spitalmeister war eyn zorniger man
der greulich hat dich herein gethan
daz nympt mich nimmer wunder
undt werstu nit eyn welscher man
ich vergeb dir wie die teutschen hunde

18. Undd da es an den abent kam
die brüder wollten schlafen gahn
der pilgram wollt schlafen alleine
spitalmeister lieber spitalmeister meyn
die pet sein nit gar reine

19. Er gab dem pilgram eyn schlack
daz er von herzen sehr erschrack
er thet zu dem spital ausslauffen
die andern brüder theten
den spitalmeister ser rauffen

20. Da es an den morgen kam
man sach vil gewapende rman
zu dem spital eindringen
man fingh den spitalmeister und
al sein hausgesinde

21. Man bandt in auff ein hohes ross man
furt in gen purges auff das schlo?
man thet in in eyn eysen einschliessen
es thet den spitalmeister gar sere
undt hardt verdriessen

22. Der spitalmeister het eyn tochterleines
mocht recht wol eyn schelkin seyn
es nymmpt mich immer wunder
das der liebste vater meyn
sol sterben von wegen der teutschen hunde

23. es stund eyn bruder nahe darbey
nun sol es nit verschwiegen sein
ich wil es selber klagen
da ward daz selbig tochterlein
unter dem galgen begraben

24. Sih bruoder, du solt nit stiller stan!
Vierzig meil hastu noch zu gan
wol in sant Jacobs minster,
vierzehen meil hin hinter baß
zu einem stern haißt Finster.

25. Den Finstern Stern wellen wir lan stan
und wellen zu Salvater ein gan,
groß wunderzaichen an schawen;
so ruofen wir got und sant Jakob an,
und unser liebe frawen.

26. Bei sant Jakob vergibt man pein und schult,
der liebe got sei uns allen holt
in seinem höchsten throne!
Der sant Jacob dienen tuot,
der lieb got sol im lonen.

+ Pax. Vikar Hermann ab Wigbolde Bilrebeke

Die folgenden Erläuterungen entstammen: Robert Plötz, Nach Santiago zogen sie:
- der armen Jecken lant = Armagnac
- Soffeien = Savoyen
- sant Spiritus = Pont St.Esprit im frz. Departement Gard
- Langedocken = Languedoc
- Runzevalle = Roncesvalles
- Monte Christein = Santa Christina vom Pass Somport
- Pfortenberk = Puerto San Adrian
- Rabanel = Rabanalpass
- Alle Fabe = Cebreiro-Pass, vom Ort La Faba
- den Finstern Stern = Cap finis terrae
- Salvater = San Salvador de Oviedo

Pilgergebet

Vater im Himmel Dir sage ich Dank
für deine Liebe für Deine Hand
Du bist mir Licht und Quelle dazu
bei Dir finde ich Trost und finde ich Ruhe
Du gibst mir alles was brauche ich mehr
Danke o´ Herr ich liebe Dich sehr

Dieses Pilgergebet wurde uns am 1. April 2008 per eMail v.beuningen(at)web.de zugesandt DANKE!! 

Unterwegs war ich
zum Santiago nach Compostela,
zu mir selbst und zu Gott.
Verwandelt kehre ich heim,
reich an äußeren und inneren Erfahrungen
wende mich neu dem alten zu,
komme an Orte wo ich bekanntem wieder begegne
wo ich arbeite und ruhe,
wo ich weiter leben möchte.

Dieser Pilgervers wurde uns am 7. Juli 2008 per eMail brunhilde.eberle(at)gmx.at zugesandt DANKE!! 

Begegnung auf dem Jakobsweg

Ruh dich aus, sprach Gott zu mir,
ohne mich, geht es nicht weiter,
schau dich um und glaube mir,
ich bin stets, dein Wegbegleiter.

Jede Sekunde, Tag und Nacht,
ohne Pause, ich dich bewacht,
Chaos und das glaube mir,
hielt ich fern, weit fern von dir.

Und dass du heute bei mir bist,
macht dich zu einem wahren Christ.

Begegnung einer Pilgerin, die an ihrem 60 Geburtstag, auf dem Jakobsweg unterwegs war.


Dieser Pilgervers wurde uns am 6. September 2008 per eMail von © Rudolf von Bingen zugesandt DANKE!!

PILGERGEBET

Du Gott des Aufbruchs,
segne uns,
wenn wir dein Rufen vernehmen,
wenn deine Stimme lockt,
wenn dein Geist uns bewegt
zum Aufbrechen und Weitergehen.

Du Gott des Aufbruchs,
begleite und behüte uns,
wenn wir aus Abhängigkeiten entfliehen,
wenn wir uns von Gewohnheiten verabschieden,
wenn wir festgetretene Wege verlassen,
wenn wir dankbar zurückschauen
und doch neue Wege bahnen.

Du Gott des Aufbruchs,
wende uns dein Angesicht zu,
wenn wir Irrwege nicht erkennen,
wenn uns Angst befällt,
wenn Umwege uns ermüden,
wenn wir Orientierung suchen
in den Stürmen der Unsicherheit.

Du Gott des Aufbruchs,
leuchte auch unserem Weg,
wenn die Ratlosigkeit uns fesselt,
wenn wir fremde Lande betreten,
wenn wir Schutz suchen bei dir,
wenn wir neue Schritte wagen
auf unserer Reise nach Innen.

Du Gott des Aufbruchs,
mach uns aufmerksam,
wenn wir mutlos werden,
wenn uns Menschen begegnen,
wenn unsere Freude überschäumt,
wenn Blumen blühen,
die Sonne uns wärmt,
Wasser uns erfrischt,
Sterne leuchten auf unserem Lebensweg.

Du Gott des Aufbruchs,
sei mit uns unterwegs
zu uns selbst, zu den Menschen, zu dir.
So segne uns mit deiner Güte
und zeige uns dein freundliches Angesicht.
Begegne uns mit deinem Erbarmen
und leuchte uns mit dem Licht deines Friedens
auf allen unseren Wegen. Amen.

Gebet vom 17.10.2008 (Verfasser unbekannt)

Foncebadon
 

Wind von vorn,
Nebel und Wolkenfetzen,
Steile Straßen ohne Ende,
Auf dem Kamm ein Haus.
Foncebadon.

Zerfallene Steinhäuser,
Gesträuch hinter leeren Türen,
Eichenbalkengewirr, Hundebellen,
Schlammiger Weg im Nebelnass,
Foncebadon.

Warme Herberge,
altes Haus mit hohen Räumen,
warme Dusche und Kaffee,
Weggefährten und fremde Sprachen,
Ausruhen bei alten Liedern,
Foncebadon.


Dieser Pilgervers wurde uns am 13. April 2009 per eMail von Manuel Kunze zugesandt - DANKE!!

O`Cebreiro

 

Nebelfetzen, triefende Nässe,
doch auch weite Blicke in grüne Täler,
Schneeschauer und Eiskörner,
doch auch Sonne im Tal und Himmelsblau,


Nasse Kleidung, nasse Schuhe,
doch auch warme Räume und ein weiches Bett,
Mutlosigkeit und Zweifel; Warum, Wozu?
Doch auch Hoffnung auf Morgen,
langsam wiederkehrendes Vertrauen-
auf Gott, auf mich?


Einfach den Weg gehen.

 

Dieser Pilgervers wurde uns am 13. April 2009 per eMail von Manuel Kunze zugesandt - DANKE!!

 

Camino Verse

Christine Wutzl war mit ihrem Mann 2002 -2003 -2005 auf dem Camino Frances unterwegs, dort sind folgende Verse entstanden.

Ankommen
Ankommen werde ich, nicht verkommen …
Ankommen werde ich, was immer auf mich zukommt …
Ankommen werde ich, heute morgen, irgendwann …
Ankommen werde ich, in Santiago, bei mir, bei dir …
Ankommen werde ich, lasse es einfach auf mich zukommen …  

                                                               Christine Wutzl

Westwärts
Westwärts muss ich ziehen auf der Suche nach dem unendlichen Licht, das mich nicht blenden, sondern umfließen wird.
Das ich trinken werde, bis ich trunken bin.
Und einmal werde ich ankommen – nach langer Pilgerschaft – und dort wohnen im unendlichen Licht!
Ich werde endlich daheim sein!

                                                                Christine Wutzl

Menschen am Wegrand
Menschen am Wegrand grüßen,
Menschen im Auto hupen und winken.
Menschen halten die Pilger aus,
die ferne von zu Haus’
durch das Land ziehen, tagein und tagaus,
lachen und weinen.
Manche sind mit sich nicht im Reinen,
hoffen und bangen.
Groß ist ihre Sehnsucht, ihr Verlangen
anzukommen am Ziel, das sie sich gesetzt.

                                              Christine Wutzl

Leben neu wagen
Füße tragen,
seit Wochen und Tagen,
offene Wunden,
zerschunden,
lachen und weinen,
Menschen ertragen,
Leben neu wagen.
Offene Fragen,
Augen die sagen:
Ich mag dich, bleib’ nicht zurück!
Frei und gebunden,
Neues gefunden,
am Wegrand winkte das Glück.

                                            Christine Wutzl

Einer kam …
Geträumt
gestolpert
gefallen
hart aufgeschlagen
liegengeblieben.
Tat sehr weh
solange
bis einer kam
und sagte:
„Steh auf, geh!“

                                           Christine Wutzl

Wohin?
Hin und her
hinaus
hinauf
hinunter.

Wohin will ich?
Wohin darf ich?
Wohin soll ich?
Wohin kann ich?

Wohin?

Zu dir, mein Gott!

Du fängst mich!
Du trägst mich!
Du führst mich!
Du umarmst mich!
Du liebst mich!

S o  w i e  i c h  b i n !

                                               Christine Wutzl

… bis ich dich traf …
Ich zog
in die Fremde

war
eine Fremde

alles war
fremd

bis ich dich traf

                                                Christine Wutzl

Gebet
Vater im Himmel
der du bist
nicht nur im Himmel
auch auf Erden
im unendlichen All.

Vater im Himmel
ich sehe dich nicht
ich spüre dich nicht
doch du berührst mich.

Vater im Himmel
ich höre dich nicht
doch ich kenne deine Stimme
wenn du zu mir sprichst.

Vater im Himmel
auf Erden
im All
es genügt mir
zu wissen,
dass du bist,
dass du da bist.

                                                 Christine Wutzl

Sternenweg

Auf dem Sternenweg
von Engeln begleitet,
behütet, umsorgt.

Auf dem Sternenweg
Flügel gewachsen,
Neues gewagt,
Altes gelassen.

Auf dem Sternenweg
Blicke verstanden.
Es bedarf keiner Worte.

Auf dem Sternenweg
Menschen begegnet.
Engel sind international.

                                                 Christine Wutzl

Schritt-weise

Ich war schon beim übernächsten Schritt,
wollte den nächsten einfach überspringen,
malte mir aus, was würde dieser mir bringen.

Enttäuschung, Freude, einen neuen Beginn?

Ich werde es erfahren, wenn ich den nächsten Schritt mache,
denn jeder Schritt, ob schnell oder langsam, hat seinen Sinn.

                                                 Christine Wutzl

Schritte

Schritte bewegen,
werden zum Weg,
führen zum Ziel,
das du vor Augen hast,
oder sich erst
nach vielen Schritten offenbart.

                                                 Christine Wutzl

An eine unbekannte Pilgerin

Ich sah deine Füße,
dann deine Augen.

In dein Herz sah ich nicht
und doch wusste ich …

                                               Christine Wutzl  10/2011


Diese Pilgerverse wurde uns per eMail von © Christine Wutzl zugesandt DANKE!!

 

 

Himno al Apóstol Santiago

 

Der "Himno al Apóstol Santiago" wird während des Schwingens vorgetragen. Und zwar ist die Schwingung des Botafumeiro auf den Hymnus abgestimmt. Wenn der Ruf "Gloria a Santiago ..." erschallt, muss der Botafumeiro seinen höchsten Punkt erreichen. Danach wird die Musik ruhiger und der Botafumeiro setzt zur Landung an.

 

Santo Adalid,patrón de las Españas.
Amigo del Señor.
Defiende a tus discípulos queridos.
protege a tu nación.
Las armas victoriosas del cristiano
Venimos a templar
En el sagrado y encendido fuego
De tu devoto altar.
Firme y segura
Como aquella Columna
Que te entregó la Madre de Jesús,
Será en España
La santa fe cristiana,
Bien celestial que nos legastes Tú.

¡Gloria a Santiago,
Patrón insigne‘
Gratos,tus hijos,
Hoy te bendicen.

A tus plantas postrados te ofrecemos
la prenda más cordial de nuestro amor.
¡Defiende a tus discípulos queridos!
¡protege a nación!
¡protege a tu nación!
 

Der "Himno al Apóstol Santiago" wurde im September 2009 von Christoph Kühn in unser Forum gesetzt - wir sagen auf diesem Wege - DANKE!

Noahs Arche

Wenn Du sie damals nicht alle hineingelassen hättest in die Arche,
die bunten und verschiedenartigen Tiere, wie viel Ärmer wäre Deine Menschheit, Herr.
Niemand weiß besser als Du, wie viel wir bis heute gemeinsam haben mit Deinen Tieren.
Hilf mir, mit allen zurechtzukommen:
Mit den Meckerziegen und albernen Gänsen,
mit alten Drachen und lahmen Enten.
Mit Mistkäfern, Trampeltieren und Windhunden,
mit sturen Böcken und komischen Käuzen,
mit Nachtfaltern und Eintagsfliegen,
mit Leithammeln und folgsamen Schafen,
mit verwöhnten Schoßhündchen und Pechvögeln.
Gib mir Verständnis
für Einsiedlerkrebse und gesellige Pinguine,
für wendige Wiesel und tapsige Bären,
für schlanke Giraffen und fette Masthähnchen,
für giftige Nattern und lustige Spaßvögel,
geduldige Lämmer und wilde Wölfe,
stachelige Igel und anschmiegsame Angorakatzen.
Hilf mir beim Zusammenleben
mit den fleißigen Bienen und faulen Siebenschläfern,
mit hässlichen Raupen und schönen Schmetterlingen,
mit stolzen Pfauen und unscheinbaren Kirchenmäusen,
mit starken Löwen und scheuen Rehen.
Herr, es ist nicht immer ganz einfach, es in Deiner Arche auszuhalten.
Gib mir die nötige Geduld und eine Prise Humor, sie alle zu ertragen und
Jedem Tierchen sein Pläsirchen zu lassen.
Und vor allem: Lass mich nicht vergessen, Herr, dass ich für die anderen manchmal auch Ein ziemlich seltsamer Vogel bin.

Diese Zeilen haben wir bei uns im Forum gelesen im Feb. 2010

Aufbruch

Herr, segne meinen Aufbruch,
brich mich auf,
öffne mich wie eine Blume,
an der sich andere erfreuen.

Christine Wutzl  (Camino 2010)

Schritte

Herr, segne meine Schritte,
trage mich den Berg hinan,
verleih’ mir Flügel,
wenn ich nicht mehr weiter kann.

Christine Wutzl   (Camino 2010)

Angekommen

Auf einem Felsen
unter mir das Meer
schaumgekrönte Wellen glitzern
Cap Finesterre

beschwerlich war der Weg
nach langen Mühen
endlich angekommen
werfe ich die Hände in den Wind

mein Herz kniet nieder
die Seele schwingt in Dankbarkeit
öffnet sich dem Horizont
der verschwommen in der Ferne liegt

dank sei den Menschen,
die mir geholfen, mich bestärkt,
die für mich gebetet

danken will ich Gott,
der mich geleitet, mich geführt
bis ich das Ziel erreicht

Christine Wutzl  (Camino 2010)

Herr ich bin unterwegs

 

Herr ich bin unterwegs mit anderen.

Ich möchte sie mitgehen lassen,

aber ich habe selber Probleme, Fragen, Sorgen und weiß oft nicht,
wie mein Weg weitergeht.

Ich möchte sie mitleben lassen,

aber ich fühle mich überfordert.

Ich möchte die Fragen anderer hören und höre oft nur die meinen.

Ich möchte anderen nicht abhängen und stehen lassen
aber ich schleppe mich selbst dahin.
Ich möchte anderen sagen,

dass Du der Weg und das Leben bist und kann es selber nur ahnen.

Ich möchte...

Und trotzdem Herr,

möchte ich den Weg wagen,

der zu den Menschen geht.

Es wird ein Weg mit Rückschlägen, Enttäuschungen und Umwegen sein,

aber auch ein Weg der Freude und neuer Erfahrungen.

 

Ich möchte den Weg

zu den Menschen gehen,

weil sich dadurch für andere vielleicht eine Welt ändern kann.

 

Ich möchte den Weg gehen,

weil Du den Weg zu uns Menschen gegangen bist,

weil Du einer von uns geworden bist,

weil wir dadurch wissen,

dass der Weg sinnvoll ist

und ein Ziel hat,

weil ich auf dem auch Dir begegne.

 

 Klara Wagner -1973

Nichts als Stille um mich her
Grandios die Landschaft – menschenleer
Kein Dorf, kein Hof, und auch kein Haus
Brechen aus der Leere aus.

In blauen Wogen reicht das Land
Bis an des Horizontes Rand
Wo auch beginnt azurnes Nichts
In dem sich hell die Sonne bricht.

Ein Kuckucksruf mit hellem Schall
Verstärkt der Stille Widerhall
Das man es fast zu greifen meint
Wie Stille mit Leere sich vereint

Ein Klangbild, schön und still vermengt
Sich tief in meine Seele drängt
Ein Adler zieht am Himmel Kreise
Auf seine typisch stille Weise

Gedanken steigen in mir auf
Genauso wie des Vogels Lauf
Im freien Flug zieh´n die Gedanken
Durchbrechen dabei alle Schranken

Vieles kommt mir in den Sinn
Seit ich auf dem Camino bin
Warum nur mach ich so was hier?
Lauf durch ein Land, allein mit mir?

Bedenk mein Lebenslauf bisher
Der prall gefüllt und manchmal schwer
Ist es gelaufen gut und recht
Dass ich nicht vieles missen möcht

Denk an Familie, oft und gern
Und komme auf des Pudels Kern
Sie gibt mir Halt und auch die Stärke
Hier zu vollbringen meine Werke

Als Pilger hier allein auf Reisen
Lass ich so die Gedanken kreisen
Ist Gott allein der Sinn im Leben?
Es will mir keiner Antwort geben

Es bleiben mir nur viele Fragen
Die mich bewegen in den Tagen
Da ich hier wand`re ganz allein
Es fällt mir keine Antwort ein

Wo bleibt die Seele dann zum Schluss?
Wenn ich von hier mal gehen muss
Und woher kam sie zu Beginn?
Und steckt sie ganz tief in mir drin?

So gibt es Fragen über Fragen
Und keiner will dazu was sagen

So kreisen endlos die Gedanken
Tag für Tag, durchbrechen sie die Schranken
So muss ich auf den Schultern tragen
Auch noch meinen Berg an Fragen

Und  nehm das Klangbild in mich auf
Von Stille und Leere in vereintem Lauf
Grad wie der Adler über mir
Und mitten drin – da steh ich hier

Und nichts als Stille um mich her
Grandios die Landschaft - menschenleer

Auf der Via de la Plata  -  von Sevilla nach Santiago de Compostella  ( 1000 Km )  -  G.Ullrich April 2009

Gebet der Jakobspilger

Oh Gott, der du Abraham aus seinem Land
hast aufbrechen lassen und ihn sicher und
heil auf seiner Wanderung bewahrt hast,
gewähre uns, deinen Kindern, den gleichen Schutz.
Stärke uns in den Gefahren, erleichtere unsere Wege.
Sei uns Schatten gegen die Sonne,
Mantel gegen Regen und Kälte.
Trage uns, wenn wir müde sind
und verteidige uns gegen alle Gefahr.
Sei du der Stab, der den Sturz hindert,
und der Hafen, der die Schiffbrüchigen aufnimmt,
damit wir, durch dich geführt, sicher unser Ziel erreichen
und wohlbehalten in unsere Heimat zurückkehren.

 Abtei Saint-Foy, Conques

Ich geh' meinen Weg und du gehst den deinen;
ich geh' mein Tempo und du gehst das deine.
Wir werden uns nie begegnen
wenn nicht einer von uns
oder beide
ihr Tempo ändern
einen Umweg machen
auf einander zugehen
Ich geh meinen Weg
und du gehst den deinen ...
(Auch in diesem Jahr wieder - buen camino!! Vielleicht "Auf Wiedersehen" in einer Herberge?
hosp.vol Elisabeth
Dieser Pilgervers wurde uns von Elisabeth Ebenberger per eMail am 1.2.2012 zugesandt DANKE!!

Geh

Du bist geboren für diesen Weg,

Ein Treffen ist verabredet...
Aber du weißt nicht mit wem.

Vielleicht mit dir selbst...
Geh.

Um der kostbaren Begegnungen willen
Oder der Zeit der Besinnung,
Geh.

Das Spüren ist deine Hoffnung,
Deine Schritte sind deine Worte,
Die Ermüdung dein Gebet,
Der Horizont ist dein Ziel.

Geh.

Denn hier wird die Erde
Dein Weg.
Heute
Bist du du selbst:

Pilger.

Der franz. Originaltext stammt von Antonio Gracia und wurde von Dr. Bernhard K. Dold übersetzt und im "unterwegs" Nr. 83 veröffentlicht.

Der Pilgerweg war lang und schwer -

jetzt hab ich keine Sünden mehr.

gesehen auf einem Lebkuchenherz aus Mariazell von Margret Eickhoff

                    PILGERGEBET

Gott, unser Vater,
die Heiligen Drei Könige haben den Stern gesehen
und sind deinem Ruf gefolgt.
Gefunden haben sie deinen Sohn,
unseren Herrn Jesus Christus.
Er ist uns Weisung zu einem Leben
in Liebe, Hingabe und Achtsamkeit.

Hilf uns, immer neu auf ihn zu hören
und in seiner Nachfolge zu bleiben.

Darum bitten wir durch ihn,
Jesus Christus, unseren Herrn,
der mit dir lebt und herrscht
in der Einheit des Heiligen Geistes
jetzt und in Ewigkeit.

Amen.

Das Pilgergebet zur Kölner Dom Wallfahrt 2012

Gebet zur Danksagung

Lieber Gott,
heute kehre ich heim, glücklich und zufrieden.
Mein Herz ist erfüllt von wunderbaren Erlebnissen.
Nie hätte ich gedacht,
dass der Jakobsweg so viel Bedeutung geben könnte.
Ich verlasse diesen Ort
als eine andere Person als an dem Tag,
als ich ankam.
Ich bin dir und den vielen Menschen,
die mir unterwegs halfen, zutiefst dankbar.
Lass mich danken,
indem ich ein Zeuge der Werte deines Evangeliums bin
und ein gläubiger Anhänger des Heiligen Jakobus.
Demütig bete ich zu dir in der Passion,
dem Tod und der Auferstehung deines Sohnes Jesus Christus
und durch die Fürbitte Marias und des Apostels Sankt Jakobus.

Das Dankgebet haben wir gefunden auf der Internetseite der Erzbruderschaft in Santiago de Compostela

Santiago!

Wir machen uns auf den Weg um zu wandern.
Ich und du mit vielen anderen.
Wir gehen dahin in Gedanken versunken,
ganz eng mit der Natur verbunden.
Wir gehen schneller wir gehen gern,
Santiago du bist so fern.
Durch Felder und Wälder, die Meseta heiß
noch den Berg hinauf um jeden Preis.
Und als ein Gewitter hernieder braust,
man schnell vom Berg herunter saust.
Und Matsch und Kälte kommen dazu.
Oh Santiago, wo bist du?
Die Füße schmerzen der Rucksack wird schwer,
der Schritt wird langsam, es geht nicht mehr.
Soll hier unser Weg zu Ende sein
Heiliger Jakob bitte lass uns nicht allein.
Da kommt ein Pilger: sagt mir ging es ebenso,
auch ich bekam einen Rat von einem Pilger, jetzt bin ich darüber froh!
„Hört auf den Körper, hört auf den Weg,
ihr kommt ganz sicher nicht zu spät!“
Von nun an gingen wir ruhig dahin,
so macht der Weg erst einen Sinn.
Und all die Pilger die wir jetzt sehen
wir können sie plötzlich so gut verstehen.
Wir grüßen „buen Camino“ machen so manchen Mut.
Es kommt viel zurück, das tut auch uns gut.
Und immer näher kommt das Ziel,
das jeder Pilger erreichen will.
Am Monte Gozo es zu regnen beginnt.
Dennoch, man sich vor Freude in die Arme nimmt.
Ein paar Kilometer müssen wir noch gehen,
um die mächtige Kathedrale zu sehen.
Gott im Himmel wir danken dir sehr,
das du geleitest uns hier her.
Oh Santiago, wir sind so nah,
wir haben es geschafft, wir sind jetzt da!
Am Grabe sprechen wir ein Gebet zum Herren,
um den Apostel noch einmal zu ehren.

 Diese Pilgerzeilen hat uns am 8. Nov. 2013 per eMail - Leni Egger zugesandt - DANKE!!

Pilgergedanken

Auf den Weg machen – Aufbrechen – das Ziel ist weit – Loslassen- Wagen – Riskieren

Wo ist das Ziel?

Suche nach Wegweisern

Der Weg kostet Anstrengungen, Schweiß, Überwindung

Und doch:  Ich gehe ihn im Vertrauen- im Vertrauen, dass ich den Boden unter den Füssen nicht verliere,
dass ich ihn nicht allein gehe. Gott geht alle Wege mit.
Ich kann immer wieder umkehren, auch wenn ich mich auf Um- bzw. Irrwegen verlaufen habe.
Ich kann innehalten – Staunen
Ich kann durch Hindernisse wachsen
Immer wieder begegne ich Menschen, die mit mir ein Stück Weges teilen, die ich fragen kann, wenn ich nicht weiter weiß.
Ich sehe- Landschaften, Seen, Berge, Täler…
Ich höre- Stimmen (laute und leise), das Singen der Vögel, das Rauschen der Blätter im Wind…
Ich rieche – den Duft einer Rose…
Ich taste – die Rinde eines Baums…

Ich entdecke Neues – immer Wieder
Ich singe – ich tanze – ich klage  - ich staune – ich danke und bitte

Und erfahre: Ich sehe nur Ausschnitte – niemals alles!

Diese Pilgerzeilen hat uns am 30. Juli 2014 per eMail - Susanne Makan zugesandt - DANKE!!

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   Updated: 21. November 2016  -  9:15 Uhr