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Der Pyrenäen-Weg (der älteste Jakobusweg in Frankreich) | ||||||
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Die Strecke am Fuße der Pyrenäen fand in dem
Führer von Aimery Picaud keine Erwähnung. Doch seit jeher folgten Pilger
vorhandenen Wegen, seien es Römerstraßen, uralte Viehtriebe oder Handelsrouten.
Diese Varianten der Wegstrecken wurden von Pilger zu Pilger weitergegeben. In
den Pyrenäen waren die Viehhirten gern gesehene Begleiter und Führer. Die
Überquerungen des Hochgebirges stellten die größten Schwierigkeiten und Gefahren
des gesamten Jakobsweges dar. So strebten die Pilger danach dieses Hindernis so
bald als möglich zu überwinden, Zwar
gehörten die Übergänge von Somport und Roncevaux zu dem beliebtesten, denn sie
waren Bekannterweise am besten versorgt. Doch boten die seit jeher von Herden
und den Talbewohnern benutzten Pässe oft eine schnellere und ebenso praktikable
Möglichkeit die spanische Route zu erreichen. So ist es kein Wunder, dass Pilger
aus dem Roussillon und Katalonien den Pyrenäenweg vorzogen, andere verließen die
Via Tolosana bei Montpellier, Narbonne, Carcassonne oder Toulouse um diese
Seitenroute zu benutzen. Saint Lizier Dieser Ort war einer der ersten Höhepunkte der Pyrenäenstrecke. Die romanische Wallfahrtskirche geht bis ins 11. Jh. zurück. Lange Zeit hinter dickem Putz verschwunden wurde 1960 eine Kostbarkeit aus dem 13. Jh. wieder entdeckt und freigelegt. Die einst von den Pilgern bewunderten Fresken sind heute Anziehungspunkt vieler Kunstfreunde. Wandmalereien in der Apsis zeigen einen thronenden Christus mit den Aposteln. Anrührend ist die Darstellung der Verkündigung und Heimsuchung Marias. Ebenso ausdruckvoll wie die Fresken sind die Kapitelle im fast rechteckigen, harmonisch gestalteten Kreuzgang mit ungewöhnlichen Darstellungen von Adam und Eva oder Habakuk als Löwendompteur. Im Hotel Dieu von St. Lizier steht für Pilger noch immer ein Zimmer zum Übernachten bereit. Sehenswert ist das Apotheken-Museum dieses Hospitals mit einem Operationstisch, zahlreichen Gefäßen mit mysteriösen Aufschriften, wie z.B. "Essig der vier Diebe". Im Museum von St. Lizier im ehemaligen Bischofspalast sind die Zeugnisse der eigenwilligen Geschichte des nahen Bethmaler Tales zusammengetragen. Dieses abseits gelegene Pyrenäental hat sich eine besondere Volkskunst erhalten und erinnert mit einer Legende an die starke Präsenz der Mauren. Noch heute werden bei Volkstänzen die eigenartigen Holzschuhe mit hohen Spitzen getragen. Sie sollen ihre Entstehung einem maurischen Überfall verdanken. Eine Schöne aus dem Tal habe dem Anführer der Mauren ihre Gunst erwiesen. Nach der Rückeroberung von Bethmale durch die Einwohner tötete der betrogene Verlobte den Mauren und das Mädchen. Allen Untreuen zur Warnung trug er dann die Herzen der Beiden auf der Spitze von HoIzschuhen durchs Dorf. Heute sind die Bethmaler Holzschuhe beliebte Souvenirs. Saint Bertrand de Comminges Weithin sichtbar erhebt sich die mächtige Kathedrale wie eine wehrhafte Burg über dem Dorf. Bertand de I`Isle begann um 1100 mit dem Bau der Kathedrale Sainte Marie und dem angeschlossenen Kloster. Nachdem der Bischof 1123 in der Kirche begraben war, wird von zahlreichen Wunder berichtet. Einer seiner Nachfolger Bertrand de Got, der spätere Papst Clement V., ließ die Kathedrale dann im gotischen Stil erweitern. Das überaus kunstvoll geschnitzte Chorgestühl, der romanische Tympanon und schließlich eine der mächtigsten Orgeln Midi-Pyrenäens, ziehen zahlreiche Besucher an. Begeisterung erweckt im Kreuzgang eine vollständig bearbeitete Säule mit den Figuren der vier Evangelisten. Schöne Fachwerkhäuser reihen sich wie schutzsuchend um die Kathedrale. Die Tradition der Versorgung von Pilgern wird von einer Seelsorger‑Gemeinschaft aufrechterhalten. Sie bietet u.a. täglich eine Stunde Orgelmusik, ein Moment der Besinnung für alle Pilger. Vallée de la Barousse Auf den Anhöhen über diesem stillen Tal fällt der Blick über mehrere Reihen Bergketten. Einige Pilger zogen den Weg durch das abseits liegende Gebiet von Barousse vor, in der Hoffnung unbehelligt von Überfällen die Pyrenäen zu überwinden. Mauléon, die ehemalige Hauptstadt dieser Kleinregion, ist typisch für die authentisch gebliebenen Dörfer mit ziegelgedeckten Steinhäusern. Es wird überragt von einem Schloss aus dem 15. Jh.. Überreste eines Kreuzganges aus dem 16. Jh. sind ebenfalls noch erhalten. Häuser mit blumengeschmückten Holzbalkonen drängen sich auch in den anderen Dörfern um die spitzen Türme der kleinen Kirchen. Das von zwei kleinen Flüssen durchzogene Barousse‑Tal gehört mit seinen schönen Mischwäldern mit Kastanien, Buchen und Nadelbäumen zu den waldreichsten Regionen der Pyrenäen. Schon Pilger labten sich an den unzähligen Quellen mit dem außergewöhnlich reinen und klaren Wasser. Das Vallée de la Barousse ist nach wie vor eine Landschaft, in der Pilger und Naturliebhaber Ruhe finden. Die nahe gelegene, 1140 erbaute Abtei I'Escaladieu war das erste Zisterzienserkloster im Südwesten Frankreichs und ein beliebter Abstecher auf der Pyrenäenroute. Schon der Name "Escale de Dieu" deutet auf ihre Bedeutung als Halt im Haus Gottes. Die schönen Säulen aus hellem Stein im Kapitelsaal erinnern mit dem roten Backstein des Kreuzgewölbes an Palmen und lohnen auch heute noch den Umweg. Lourdes Die Kleinstadt zu Füßen der Pyrenäen gehört heute zu den meist besuchtesten Wallfahrtsorten der Welt. Millionen von Gläubigen besuchen seit den Marienerscheinungen der Bernadette Soubirou Ende des 19.Jh. die religiösen Stätten Lourdes. Die Kirche von Ségurs erinnert als einziges Bauwerk an die frühere Etappe auf dem Jakobsweg, u.a. mit einer Statue des Jakobus. Lourdes wurde erst in Neuerer Zeit eine bedeutende Station für die Pilger auf dem Weg nach Santiago. Die Rosenkranzbasilika stammt aus dein Jahre 1889 und weist neobyzantinische Einflüsse auf. In der Oberen Basilika zeugen zahlreiche Votivgaben von der Dankbarkeit Geheilter und erfüllter Gelübde. 1958 wurde eine neue Basilika errichtet, um den Strom der Wallfahrer aufzunehmen, sie bietet Platz für 20 000 Menschen. Die Lourdes überragende Burg ist ein schönes Beispiel mittelalterlicher Militärarchitektur und beherbergt heute Glas Volkskundemuseum der Pyrenäen. Gavarnie Von Lourdes wählten einige Pilger die Strecke über Gavarnie, da die Bewohner dieser Bergregion als sehr hilfsbereit galten. Das wie von riesigen natürlichen Mauern gebildete Felsenrund von Gavarnie wurde von der UNESCO gleich zweifach erwählt, als Natur‑ und Kulturgut. Diese wildromantische Berglandschaft im grenzüberschreitenden Pyrenäen‑Nationalpark ist ein herausragendes Beispiel für eine völkerverbindende Gemeinschaft. Seit Menschengedenken dient der Pass hinter dem Gebirgskessel wirtschaftlichen und sozialen Beziehungen diesseits und jenseits der Grenze. Lange vor dem Entstehen der Nationalstaaten wurden die Viehherden aber den Col de Là Bernatoire getrieben. Ohne die Nutzung der Weiden auf der Nordseite wäre die Schafzucht auf der südlichen Abhängen unmöglich gewesen. Hochalpine Schicksalsgemeinschaften gewährten sich gegenseitige Hilfe bei Hungersnöten. Ein 600 Jahre alter Vertrag, der das grenzüberschreitende Gemeinwesen regelte, wird alljährlich im Sommer mit einem symbolisches Treffen der Bewohner gefeiert und in den alten Dialekten erneut bekräftigt. Ein Grund warum sich viele Jakobspilger für diesen Weg, umgeben von den Dreitausender Gipfeln der Pyrenäen, entschieden. Das alte Ortsbild von Gavarnie ist erhalten, die Priorei des Hospitalierordens wurde restauriert. Alljährlich ist diese unvergleichliche Naturlandschaft während der Freilichtspiele vor der Kulisse des Felsenkessels Ziel vieler Theaterfans. Bétharram Die schöne gebogene Brücke von Bétharram ist der bekannteste und älteste Übergang über den Gave de Pau für alle Pilger, die von Lourdes weiter entlang der Pyrenäen Richtung Pau und Oloron zogen. Der Ort Lestelle ‑ Bétharram, eine Bastide aus dem 14. Jh., bildete eine sichere Etappe für die Jakobswanderer. Ein Museum im ehemaligen Kloster zeigt verschiedene Sammlungen aus der Ortsgeschichte und dem Leben den hier beheimateten Mönche. An der Straße aus Lourdes führen die Höhlen von Bétharram in eine überraschende Unterwelt. Die fünf verschiedenen Etagen entstanden zu unterschiedlichen Zeitaltern und bieten daher eine großartige Vielfalt an Gesteinsformationen. Dieser Text ist aus der Broschüre "Jakobswege in Südwestfrankreich" entnommen. Herausgeber ist das Comité Régional du Tourisme d'Aquitaine. Weitere Informationen siehe unter: http://www.tourisme-aquitaine.fr/de/ Weitere interessante Infoseiten über den Weg: http://vppyr.free.fr/vpp-index-etapes.php3 - Etappenplan http://vppyr.free.fr/vpp-index-partir.php3?theme=cartographie - Kartenmaterial http://www.ariege.com/cheminstjacques/etapes/index.html - Etappenplan http://www.randonnees-midi-pyrenees.com/?rubcode=1051&artref=GR.78.CORAMIP http://www.cathedrale-saint-bertrand.org/halte-chemin-saint-jacques.html - Orte Der komplette Pilgerweg mit Google Maps aufgearbeitet auf der Seite: http://vppyr.free.fr/vpp_cartes.php Von Narbonne-plage nach Narbonne Die Variante von Narbonne nach Lagrasse über St André Roquelongue Die Variante von Narbonne nach Lagrasse über Lézignan corbières Von Lagrasse nach Carcassonne über Montirat Von Carcassonne nach Fanjeaux über Montréal Von Fanjeaux nach Mirepoix Von Mirepoix nach Pamiers Von Pamiers nach Pailhès Von Pailhès nach Mas d'Azil Von Mas d'Azil nach Saint-Lizier Saint-Lizier nach Saint Lary über Castillon Von Saint Lary nach Moncaup/Cazanous Von Moncaup nach Saint Bertrand de Comminges über Génos Von Saint Bertrand de Comminges nach Lortet Von Lortet nach Moulin des Baronnies Von Moulin des Baronnies nach Bagneres Bigorre Von Bagneres de Bigorre nach Lourdes via Germs Von Lourdes nach Asson/Bruges über Bétharram Von Asson -Bruges nach Oloron über Arudy/Louvie Juzon Von Oloron nach Mauléon über Hopital st Blaise Von Mauléon nach St just Ibarre Von St just Ibarre nach St Jean Pied de Port Von St Jean Pied de Port nach Roncevaux Die Pilgerführer und Planungshilfen, sowie noch eine große Auswahl an Bücher über den Jakobusweg, können Sie beim Zentgraf-Verlag bestellen. Hier die eMailadresse: Jakobuspilger.Zentgraf@t-online.de Alle Pilger, die schon einmal durch Frankreich in Richtung Santiago de Compostela gepilgert (per Fuß, Rad, Pferd oder Esel) sind, können sich melden, und uns ihre Erfahrungen mitteilen. Oder aber wichtige Tipps, Hinweise und Ratschläge geben, für diejenigen die sich auf den Weg machen wollen - DANKE -.
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