|
|
![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() ![]() |
Geschichte der Via de la Plata
"Via de la Plata" würde wörtlich übersetzt
"Silberstraße" heißen und man könnte glauben, der Name stamme daher, daß die
Römer im Norden der Iberischen Halbinsel wertvolle Metalle abbauten und über
diese wichtige Nord-Süd-Verbindung nach Sevilla brachten, wo sie verschifft
wurden. Tatsächlich wurden im Norden Metalle abgebaut, u. a. Gold, aber eben
kein Silber. Außerdem hatten die Straßen in der Römerzeit keine einheitlichen
Namen, sondern die einzelnen Abschnitte trugen verschiedene Nummern. Der Mozarabische Jakobsweg
Als Anfang des 9. Jh. das Grab des Apostels
Santiago entdeckt wurde und seit dem 10. Jh. die Pilgerfahrten nach Compostela
einsetzten, machten sich natürlich auch die Christen, die in den vom Islam
beherrschten Gebieten des Südens der Iberischen Halbinsel lebten, die
sogenannten Mozaraber, auf den Weg und bedienten sich u. a. der Via de la Plata,
die damit zu einem bedeutenden Jakobsweg wurde. Somit wurde die Via de la Plata
auch als "Mozarabischer Jakobsweg" bekannt. Die Via de la Plata heute
Bis ins 18.Jh. blieb die Via de la Plata eine
wichtige Nord-Süd-Verbindung, aber mit der Neuordnung der spanischen Landstraßen
unter König Philipp V, die dem zentralistischen System der von Madrid
ausgehenden Sternstraßen den Vorzug gab, wurde die Via de la Plata zweitrangig.
Sicher ist dieser Tatsache zu verdanken, daß viele Abschnitte der alten
Römerstraße erhalten werden konnten. Unser Jakobusfreund Raimund Joos entschied sich im Sommer 2004 drei Monate in der Herberge in Salamanca freiwillig als Hospitalero (Herbergsvater) zu arbeiten, wo auch die Idee für seine Seiten entstanden. Auf seinen Seiten findet der Pilger die diesen Weg pilgern möchten, alle wichtigen Informationen: Hier seine Adresse: http://www.via-de-la-plata.de/ Unser Jakobusfreund Ulrich Sahl ist die Via de la Plata von Sevilla bis nach Santiago de Compostela gepilgert. All seine Erlebnisse, so wie einiges an Hintergrundwissen hat er zusammen gefasst auf einer eigenen Internetseite. Für alle die diesen Pilgerweg gehen möchten ein unbedingtes muss, denn sie ist sehr hilfreich bei der eigenen Vorbereitung. Hier die Adresse: http://www.ruta-de-la-plata.de
Spanien: Jakobsweg - Via
de la Plata (Outdoor
Handbuch Band 116)
Unser Freund Freddy
du Seuil aus Belgien, Präsident der Bruderschaft "Via Europaea" hat ein neues
Begleitheft kurz vorgestellt. Es wird darin der Camino Mozarabe nach Santiago
beschrieben.
Camino de Santiago „Via de la Plata". Amigos del Camino de Santiago „Via de la Plata". de Sevilla, Paraiso de Santa Eufemia, 27, E-41940 Tomares (Sevilla) Dieser spanische Führer für den „Silberweg" informiert über den Verlauf der 23 Etappen (6 über 40 km) von Sevilla bis Astorga mit je einer groben Karte, Wegbeschreibungen, Hinweisen auf die spärlichen Unterkünfte und nützlichen Telefonnummern.
Die Via de la Plata wurde vom 12. Jahrhundert als Pilgerweg benutzt, Pilger vom Süden Spaniens, aber auch von denjenigen, die aus anderen Mittelmeerländern auf dem Seeweg nach Sevilla kamen. Reisende aus dem Orient, die Araber, alle benutzten diese von Römern gebaute Straße. Heute ist sie in vielen Strecken identisch mit der N 630, der Europastraße E 803. Bis Salamanca hatten die Römer die Straße gepflastert, ab da waren es festgestampfte breite, gradlinig führende Wege, die wir heute noch vorfinden. Der Name Plata leitet sich vom arabischen „Bal’latta“ ab, was breite, gepflasterte Straße bedeutet. Im Römischen benutzte man auch den Ausdruck „Via Lata – breiter Weg“. Der spanische Begriff „Plata“ für Silber brachte die Menschen dazu, es mit Silberstraße als Handelsstraße von Andalusien zur Nordküste zu übersetzen. In der Nähe der N 630 führt der Weg von Sevilla über Mérida, Cáceres, Salamanca, Zamora, Benavente gerade aus weiter hoch über Léon, Oviodo nach Gijón. Die Pilger bogen in Benavente links ab und kamen über La Beneza nach Astorgo auf den Camino francés. Andere bogen ein Stück hinter Zamora links ab, nämlich in Granja de la Moreruela und gelangten über Tábara nach Santa Marta de Tera. 17,5 km vor A Gudiña in Portela de Canda an die Grenze nach Galicien in einer Höhe von 1268m. Man kann ab A Gudiña über Verin auch nach Orense kommen, orientiert an Autobahn und Nationalstraße. Diesen Weg von Granja de la Moreruela nennt man die galicische Variante. Wir benutzten diese und es ist eine sehr schöne Strecke. Die Nebenwege bleiben bis Santiago, man betritt die Stadt kurz vor der bemerkenswerten, kleinen Kirche Santa Maria del Sar. Wir waren im Jahr 2001 vom 2. April an unterwegs, also 2 Wochen vor Ostern. Wir erlebten an den verschiedensten Orten bei unseren Kirchenbesuchen die Vorbereitungen zur Semana Santa und die Semana Santa selbst in der Karwoche. Diese interessanten und religiösen Erlebnisse möchte ich nicht missen. Die Prozessionen sind eindrucksvoll, wir erlebten sie meist abends spät in kleinen Dörfern und in Städten. Das Frühjahr eignet sich besonders gut, da in Andalusien und in der Extremadura meist hohe Temperaturen herrschen. Im März, April können jedoch auch Regenperioden sein. Wir hatten drei Wochen keinen Regen, unsere diversen Nachfragen bestätigten die Regenperioden in den Jahren vorher und in dem Jahr danach. Die Regenfälle haben zur Folge, dass öfters Bäche zu durchqueren sind. Hier leistet ein Stock gute Dienste. Pilgerwege verlaufen meist abseits der Straßen, oft in totaler Abgeschiedenheit, der Naturfreund kann sich an der Vielfalt der Fauna erfreuen. Wasser muss reichlich mitgenommen werden, Brunnen wie im Norden gibt es wenige, da sollte man den Vorrat für die Entfernung bis zu den nächsten Häusern kalkulieren. Die Monate Juni bis September bringen große Hitze, die Vegetation ist nicht mehr üppig, wo sich im Frühjahr Blütenteppiche an Flussrinnsalen ausbreiten, sind im September nur braune, nicht immer gut riechende Flecken die Wegbegleiter. Landschaftlich ist die Strecke sehr schön, dass ich lieber heute als morgen wieder losgehen würde. Die Via de La Plata wird nur minimal im Vergleich zum bekannten Camino francés begangen. Einmal von Pilgern aus dem Süden, auch von Mallorca, zum andern von Pilgern, die die andern Wege in Frankreich und den Camino francés schon kennen. So steigerte sich die Pilgerzahl seit den Anfängen um 1995 bisher langsam, im Jahr 2001 waren es weniger als 200 Pilger, im Jahr 2002 waren es 1.397, 2003 waren es 1.845, und 2004 (Año Santo) waren es 9.309 Pilger auf dem Weg. Die Anzahl der Unterkünfte ist logischerweise gering (außer in den größeren Städten). Steigend sind die Bemühungen, Pilgerherbergen zu eröffnen und Unterkünfte in den Verwaltungsstellen anzubieten, auch private Unterkünfte vermehren sich. Essen und Unterkünfte empfanden wir als preiswert. Spanische Kenntnisse sind hilfreich, besonders in den kleinen Orten. Auch ohne wird jeder - wie im Norden - seinen Weg durch die Hilfsbereitschaft der Bewohner gehen können. Dazu kommen die Tipps der Pilger, die man trifft. Gekennzeichnet ist der Weg ziemlich gut, die gelben Pfeile sind oft immens groß. Besonders im letzten Jahr wurden großen Strecken der Markierungen überprüft und erneuert. Die Kultur der Römerstraße bestimmt auch heute noch die Pilgerstecke. Der Pilger betritt viele Städte über eine Römerbrücke: Mérida, Salamanca, Zamora, Ourense. (beim Verlassen der Neustadt) Allein Mérida zeigt, wie imposant und komplett die Kunst der Römer noch zu sehen ist: Man kommt über die Römerbrücke in die Stadt, sie führt mit 60 Bögen über den Guidiana und ist 792 Meter lang. Der Aquaedukt hat eine Länge von 830 Metern, die Höhe ist 25 Meter, gebaut aus Granitquadersteinen und Ziegelsteinen. Weitere Sehenswürdigkeiten: das römische Theater mit Platz für 6000 Personen, das Amphitheater mit einem Fassungsvermögen von 14000 Menschen, das römische Wohnhaus Casa del Antiteatro, das römische Herrschaftshaus Casa del Mitreo, der Zirkus oder Hippodrom fasste 30000 Zuschauer, war somit einer der größten der Welt, der Dianatempel, der Trajanbogen, das wunderschöne Nationalmuseum für Römische Kunst. Die Anzahl der Jakobuskirchen und Jakobusdarstellungen ist weit kleiner als im Norden, eine der ältesten und schönsten Jakobusskulpturen finden wir hier und zwar in Santa Marta de Tera, in der Nähe von Benavente .Aber es gibt auch architektonische Perlen zu entdecken wie Monasterio de Moruela. Wenn die Zeit reicht, locken Zafra, Mérida, Cacéres, Salamanca, Zamora für ausführliche Kulturgenüsse. Wir haben nach der Wanderung auf 10 Seiten tabellenartig unsere benützten oder erfragten Unterkunfts- Einkaufsmöglichkeiten und weitere Tipps notiert. Sie wurden von vielen erfolgreich benutzt. Alle Mitteilungen von Pilgern, die nach uns unterwegs waren, (bis Oktober 2002 )habe ich in unsere Liste einarbeitet. Wir haben bewusst unsere bezahlten Kosten in pts gelassen. So kann man die Preise mit den € Angaben der 2002 gegangenen Pilger vergleichen. Für diese Liste erheben wir eine Gebühr von 13 Euro / 20sfr (mindestens) pro Person.(für Gruppen bitten wir um eine entsprechenden Spende). Das Geld, das dadurch zusammenkommt, wollen wir einem Refugio auf der Via de la Plata zukommen lassen. Der erste gesammelte Betrag von 1150 € wurde im Mai 2002 vom Sekretär der Deutschen Jakobusgesellschaft, Kuni Bahnen dankenswerter Weise nach Spanien mitgenommen. In Grimaldo überreichte er den Betrag während einer Fiesta in Anwesenheit von Señora Jesus, der Sekretärin der Amigos del Camino de Santiago de Sevilla. Dass jetzt schon 6 Betten statt einem wie bei unserem Aufenthalt benutzt werden können, zeugt vom Engagement der Menschen in dem kleinen ärmlichen Dorf. Jede Spende ist sicher sehr gut angelegt. Ein Dankeschön den Spendern! Damit diese Ergänzungen weiterhin sinnvolle Hilfe ist, freuen wir uns auf zusätzliche, aktuelle Informationen. Bitte an: Hildegard Frohn, Nelkenstr. 126, D41066 Mönchengladbach Tel.:02161/632150 PS:. Wir haben uns überall sehr wohl gefühlt und sind immer gut, meist liebevoll betreut und unterstützt worden. Pilger sollten das zu schätzen wissen und die Dankbarkeit zeigen, damit die Menschen merken, dass ihre Fürsorge die Pilger aufbaut. Bitte tragen Sie auch dafür Sorge, dass die Refugios gut gepflegt werden. Wir wünschen allen Pilgern und Pilgerinnen viele schöne und tiefe Erlebnisse auf der VIA DE LA PLATA, wie wir sie hatten. E ULTREIA !! Die Fränkische Jakobus-Gesellschaft e.V. Würzburg hat auf ihrer Seite diese Hinweise über die Via de la Plata veröffentlicht: http://www.jakobus-gesellschaften.de/ Dort ist dieser Beitrag als Word - und *.pdf Datei abzurufen. Aktuelle Informationen über die Via de la Plata finden Sie unter folgender Adresse:
http://www.s-line.de/homepages/jakobsweg/spanien/via-dela-plata.htm#
Hinweis: Wer im
April in Sevilla starten möchte, sollte auch folgenden Hinweis beachten:
|